Der Bund bereitet sich mit verschiedenen Szenarien auf Energie-Mangellagen vor. Bei einer drohenden Strom-Mangellage etwa wird der Bund zuerst mit Sparappellen an die Verbraucher treten und zum freiwilligen Sparen aufrufen. Reicht das nicht, gehts ans Eingemachte. Vorgesehen sind Verbote für bestimmte elektrische Anwendungen. Betroffen sein können etwa Klimaanlagen, Schaufensterbeleuchtungen, Leuchtreklamen, Saunas und Schwimmbäder. Ergänzend werden Grossverbraucher verpflichtet, eine angeordnete Energiemenge einzusparen. Und schliesslich kann es zu zyklischen Netzabschaltungen für alle kommen. Das würde dann etwa bedeuten: Vier Stunden kein Strom, acht Stunden Strom, vier Stunden kein Strom etc.

Auch die Gemeinde

Die Gemeinde als Unternehmen wird – wie die Bevölkerung und die Unternehmen – von diesen Massnahmen direkt betroffen sein. Und das auf verschiedenen Ebenen. Verschiedene Bereiche der Gemeinde gelten etwa als Grossverbraucher. Das sind Energiebezüger, die im Vorjahr am Zähler einen Strombezug von mehr als 100'000 Kilowattstunden hatten. Zum Vergleich: In der Schweiz verbraucht ein Haushalt pro Jahr durchschnittlich 5000 kWh, so die Information in einem Faktenblatt des Bundesamtes für Energie. 20 Haushalte entsprechen demnach vergleichsweise einem Grossverbraucher. Die Kläranlage, verschiedene Schulanlagen, die Eishalle und das Gemeindehaus – vor allem wegen seiner zentralen Serverinfrastruktur für das gesamte Unternehmen und angeschlossene öffentliche Unternehmen – fallen in die Kategorie Grossverbraucher. Sie erwartet bei einer Strom-Mangellage, eine vorgegebene Strommenge einzusparen.

Einige Herausforderungen

Die frisch energetisch sanierte Eishalle - an ihre Kältetechnik ist auch die Curlinghalle angeschlossen - zeigt exemplarisch die Herausforderungen dabei auf. Ihre technischen Einrichtungen sind dank der kürzlichen Sanierung auf dem aktuellen Stand, sparsame LED-Leuchten sorgen für Licht, die Gebäudehülle ist gedämmt, verschiedene Energieoptimierungen sind umgesetzt, damit die Eishalle schon heute möglichst wenig Energie verbraucht. Das heisst auch: Es gibt – wie bei anderen energieoptimierten Einrichtungen der Gemeinde – keine tiefhängenden Früchte mehr. Trotzdem: Aktuell laufen die Detailplanungen, mit welchen Massnahmen deutliche Energieeinsparungen in der Eishalle möglich sind. Auch wenn die Arbeiten noch laufen: Die notwendigen Einsparungen in einer Strom-Mangellage dürften nur durch Einschränkungen der Betriebszeiten oder im Worst Case die Schliessung der Anlage möglich sein. Erschwerend kommt dazu, dass auch Grossverbraucher wie die Eishalle von zyklischen Netzabschaltungen betroffen wären. Und: In der Eishalle wird die Luft mit Gas entfeuchtet, sonst wäre sie eine Tropfsteinhöhle. Kann bei einer Gas-Mangellage die Entfeuchtung nicht betrieben werden, steht der Betrieb still.

Szenarienplanungen

In allen Tätigkeitsbereichen der Gemeinde – von der Wasserversorgung über die Schulanlagen, von den Sport- und Freizeiteinrichtungen über die Kläranlage und das Abwasser-Entsorgungssystem, die Abfallentsorgung, die Wohnhäuser und Büroarbeitsplätze und die Strassenbeleuchtung bis zur Informatik und Telefonie – laufen aktuell die Szenarienplanungen. Sie beantworten verschiedene Fragestellungen. Mit welchen Massnahmen kann gegenüber heute in den einzelnen Tätigkeitsbereichen zusätzlich wieviel Energie eingespart werden? Was bedeuten zyklische Netzabschaltungen für die einzelnen Tätigkeitsbereiche der Gemeinde? Wo brauchts allenfalls Notstromversorgungen, um zu überbrücken? Welche Auswirkungen haben Kontingentierungen bei der Energie? Die Gemeinde bereitet sich so auf mögliche Szenarien vor, ob sie dann eintreffen oder nicht. Klar ist: Eine Strom- oder Gasmangellage würde zu spürbaren Problemen führen.