Durch dick und dünn beschreibt deine musikalische Freundschaft zu Leonard. Weshalb passt ihr so gut zusammen?

Unsere Stimmen harmonieren perfekt und wir verstehen uns auch abseits der Bühne sehr gut. Wenn wir uns treffen, gibt es immer viel zu erzählen und zu lachen. Die Zusammenarbeit mit Leonard empfinde ich als sehr schön und bereichernd. Er ist ein liebenswürdiger Mensch und ein super Sänger.

Was bedeutet dir Freundschaft grundsätzlich?

Freundschaft ist die Basis für uns als soziale Wesen und das Salz in der Lebenssuppe. Für mich unterscheidet sich eine Bekanntschaft von einer Freundschaft. Bekanntschaften bauen sich sehr schnell auf. Sie sind nach meinem Erleben eher flüchtig und oberflächlich. Tiefe Freundschaften benötigen Zeit, um zu wachsen. Da zählt für mich die Qualität, nicht die Quantität. Leider habe ich durch die Arbeit am Wochenende und an Abenden manchmal nur wenig Zeit für die Freundschaftspflege. Wahre Freundschaft zeichnet sich für mich jedoch dadurch aus, dass man auch bei sporadischen Treffen direkt wieder diese einzigartige Verbindung hat - obwohl man sich vielleicht eine Weile nicht gesehen hat.

Woher holst du dir Inspiration für deine Songs?

Das Leben bietet sehr viel Inspiration. Wenn ich Texte schreibe, beobachte ich mich selbst und mein Umfeld viel bewusster als sonst. Beim Ausstrecken meiner Fühler drängen sich mir gewisse Themen fast auf. Dafür muss ich einfach im «Textmodus» sein, in den ich nur reingehe, wenn es um das Schreiben neuer Musik geht. Ich gehöre also nicht zu jenen MusikerInnen, die ständig Texte und Songs schreiben. Vielmehr benötige ich dafür einen konkreten Grund, wie eine Single- oder Album-Produktion oder auch Auftragstexte.

Wie lange sitzt du jeweils über einem Songtext, bis er dir gefällt?

Das kann wahnsinnig schnell gehen, wenn es mir textlich direkt den Ärmel reinzieht und ich in Fluss komme. Manchmal verwerfe ich Texte oder Textpassagen aber auch einige Male, bevor ich zufrieden bin. Zwischen zehn Minuten und ein paar Stunden kann für einen Text schon nötig sein, bis ich zufrieden bin. So muss ich manchmal den Schreiber auch komplett weglegen, wenn wenig beim Schreibversuch herauskommt. Für mich ist auch der Ort wichtig, an dem ich schreibe. Es muss ein Ort sein, den ich mit Entspannung verbinde. Am Bürotisch würde das Texten für mich definitiv nicht funktionieren.

Der Freitag ist für dich ein grosser Tag. Hand aufs Herz: Wie nervös bist du?

Die Spannung steigt auf jeden Fall. Vor allem bin ich gespannt darauf, wie das Musikvideo ankommt. Wir haben es im Juni in Eigenregie auf dem MSC Kreuzfahrtschiff aufgenommen, wo Leonard und ich auf einer Schlagerkreuzfahrt Richtung Griechenland gebucht waren. Mein Mann hat das Filmen übernommen. Er beschäftigt sich in seiner Freizeit intensiv mit Fotografie und Filmen und hat daher ein sehr gutes Auge dafür. Die vielen Aufnahme-Spuren habe ich am Ende in stundenlanger Arbeit zusammengeschnitten. Gute Songs mit ansprechenden Musikvideos sind jeweils sehr aufwendig in der Produktion. Es hat mir riesigen Spass gemacht, bei diesem Video erstmals die gesamte Produktion des Musikvideos selbst in die Hand zu nehmen. Beim Schneiden musste ich oft schmunzeln, weil ich an die vielen schönen Erlebnisse auf der Kreuzfahrt und an den Dreh denken musste. Es war an diesem Tag ziemlich windig auf Deck, weshalb ich ständig mit meinem Kleid und meinen Haaren im Gesicht zu kämpfen hatte.

Wann bist du nervöser: Wenn du zu zweit auf der Bühne stehst oder alleine?

Bei Solo-Auftritten sind alle Augen auf mich gerichtet. Das kann die Nervosität schon erheblich steigern, vor allem bei Auftritten im kleinen Rahmen, wo einem das Publikum sehr nah ist. Im Duo liegt das Augenmerk der Zuschauer auch auf dem Duett-Partner, was mich etwas entspannt. Bei TV-Auftritten, wie jene in der ARD oder beim SRF, die ich mit Leonard machen durfte, war die Nervosität auch im Duo gross. Glücklicherweise kann ich mittlerweile nach vielen Jahren des Trainings die Auftritte auch mit leichter Nervosität in vollen Zügen geniessen.