Minus 6,3 Prozent beim Treibstoff, minus 4,1 Prozent im Shop und Minus 1,7 Prozent im Restaurant. Das sind die wenig erfreulichen Zahlen, welche die Raststätte Thurau für das Jahr 2019 präsentiert. Da der Benzin- und Dieselverkauf landesweit zurückgeht, ist jenes deutliche Minus zu erklären. Aber warum lief es in Shop und Restaurant nicht besser? «Möglicherweise wirkte die Ungewissheit, wann es mit dem Neubau auf der Nordseite endlich losgeht, nicht verkaufsfördernd. Die rückläufigen Zahlen sind einmal mehr vorwiegend der Nordseite zuzuschreiben. Wir orten die Ursache im nicht mehr zeitgemässen Restaurantangebot», schreibt Verwaltungsrats-Präsident Erwin Scherrer im Jahresbericht.

In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: Konnten im Restaurant im Jahr 2016 noch nahezu 1,95 Millionen Franken umgesetzt werden, so waren es vergangenes Jahr noch 1,56 Millionen. Beim Treibstoff sank der Umsatz von 4,45 Millionen im Jahr 2016 auf noch 3,92 Millionen im vergangenen Jahr. Immerhin: Dank guter Margen und tieferen Personalkosten ist das Betriebsergebnis nur unwesentlich tiefer als im Vorjahr. Es gab einen Jahresgewinn von rund 394'000 Franken. Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von acht Prozent.

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Verwaltungsratspräsident Erwin Scherrer hat die Nordseite der Raststätte Thurau auch im vergangenen Jahr als Sorgenkind ausgemacht. (Archivbild: Christof Lampart)


Liquidität dank Hausbank sichergestellt

Bis die Bauarbeiter – es wird aktuell auf der Nordseite für 7,5 Millionen Franken ein Neubau mit zeitgemässem Restaurant-Konzept errichtet – loslegen konnten, war mehr Zeit nötig als geplant. Eigentlich hätten die Bagger schon im vergangenen Herbst auffahren sollen. Die Baubewilligung lag dann aber erst «als Weihnachtsgeschenk unter dem Baum», wie Erwin Scherrer es formuliert. Einerseits mussten Einsprachen von Anstössern bereinigt werden, andererseits waren noch Fragen zum Arbeitsrecht und Lärmschutz zu klären. Nun wird gebaut, wobei auch die Nordseite weiterhin für Speis, Trank und Tank geöffnet ist. Im Oktober dieses Jahres soll die neue Raststätte Nord fertig sein.

Die Wolken über der Thurau werden sich so schnell nicht verziehen, da 2020 ganz im Zeichen des Coronavirus steht. «Das trifft unsere Raststätten sehr hart. Einerseits mussten wir unsere Dienstleistungen im Bereich der Gastronomie einstellen, andererseits sollen wir gemäss den Vorgaben der Behörden die Tankstelle und den Shop offenhalten», so Scherrer. Da kaum mehr Kundschaft auftauchte, reichen die Umsätze bei weitem nicht, um die laufenden Betriebskosten zu decken. Es wurde Kurzarbeit angemeldet und alle betrieblichen Aktivitäten auf ein «vertretbares Minimalangebot» heruntergefahren. Die Liquidität konnte nach Absprache mit der Hausbank sichergestellt werden. Vorsorglich wurde per 31. Dezember 2019 eine Rückstellung «Coronavirus» in der Höhe von 100'000 Franken gebildet, die im Jahr 2020 wieder aufgelöst wird.