Schmutziges Wasser wird der ARA zugeführt, sauberes Regenwasser soll möglichst versickern oder über die Fliessgewässer abgeleitet werden. Nach diesem Prinzip ist das Kanalsystem von Eschlikon aufgebaut. Allerdings blieb das Wasser bisher liegen und wurde nur bei starkem Niederschlag in den Schmutzwasserkanal entlastet, der Richtung ARA Aadorf führt. Denn das bestehende Kanalnetz zur Regenwasserentlastung endete unter dem Kiesplatz beim Einlenker von der Wallenwilerstrasse in die Hörnlistrasse.

Wegen der hohen Kosten schob der Gemeinderat das Projekt zur Unterquerung der Hörnlistrasse lange vor sich her, bis es vergangenes Jahr realisiert wurde. Zwar verteuerte die Verschiebung das Projekt erheblich, durch Projektänderungen beim Ziegeleiweiher konnten diese Mehrkosten wenigstens teilweise wieder aufgefangen werden. Insgesamt kostete der Kanal gemäss der Bauabrechnung ziemlich genau eine Million Franken. Die Kostenüberschreitung beträgt rund 60'000 Franken, wie die Gemeinde Eschlikon im aktuellen Mitteilungsblatt schreibt, das am Freitag erscheint.

Einzigartiges Projekt

Mit dem Geld erstellte die beauftragte Bauunternehmung Hastag einen im «Pressvortrieb» errichteten Tunnel von rund 160 Metern Länge und einem Meter Durchmesser. Dabei handelt es sich um einen klassischen Tunnelbau, wie er heute nur noch selten zum Einsatz gelangt. «Dies war eine wohlüberlegte Variante. Denn eine sogenannte «Spühlbohrung» hätte höhere Kosten verursacht. Und für einen offenen Graben entlang den Geleisen fehlte die Erlaubnis der SBB», schreibt die Gemeinde weiter.

So kam es, dass die Mineure von Meier + Jäggi in Eschlikon einen Tunnel durch den Lehmgrund gruben. Ein in Eschlikon wohl einzigartigen Projekt. Das gleiche Verfahren wurde auch für die Unterquerung der Bahnlinie zwecks Entwässerung des Ziegeleiweihers angewendet. Dies deshalb, um Senkungen der Geleise bestmöglich zu vermeiden.

Aufwertung und Hochwasserschutz

Es erwies sich für Eschlikon und für die betroffenen Grundeigentümer im Industriegebiet als Glücksfall, dass die Arbeiten östlich der Hörnlistrasse im Gebiet des Ziegeleiweihers einerseits als Massnahmen zum Hochwasserschutz klassifiziert wurden, andererseits der Kwattbach geöffnet und das ganze Gebiet um den Ziegeleiweiher ökologisch aufgewertet werden konnte. Dadurch beteiligten sich Bund, Kanton und SBB mit relativ hohen Beiträgen an den Entwässerungsleitungen.

Trotz dieser positiven Effekte mussten die Eigentümer ziemlich hohe Kosten von rund sechs Franken pro Quadratmeter Land tragen. Die Gemeinde beteiligte sich einerseits mit einem Anteil von 15 Prozent an den gesamten Kosten. Sie musste darüber hinaus als Grundeigentümerin einen Perimeterbetrag von rund 90'000 Franken entrichten. (gk/red)