Die Technischen Werke von Eschlikon (TWE) arbeiten an einem Stromtarif, der es ermöglicht, den selbst produzierten Strom verlustfrei als Eigenbedarf zu nutzen. Das vorgelagerte Stromnetz dient so als «virtuelle» Batterie einer privaten Photovoltaik Anläge.

Natürliche Stromkonsumenten benachteiligt

Derzeit werden Photovoltaik-Anlagen (PVA) stark gefördert. Ziel der staatlichen Subventionen ist es, die lokal produzierte Energie lokal zu nutzen (Eigenverbrauch). Weil aber eine PVA an sonnigen Tagen tendenziell mehr Strom produziert als benötigt, die restliche Zeit hingegen zu wenig, kann es zweckmässig sein, den überschüssigen Strom in einer Batterie zu speichern.

Für die Technischen Werke Eschlikon (TWE) stellen sich vor diesem Hintergrund zwei Herausforderungen: Der über die Mittagszeit produzierte Strom aus den Solarzellen verringert zwar in manchen Monaten die mittägliche Leistungsspitze, was die Kosten des vorgelagerten Netzes senkt. Batterien machen diese Tendenz aber wieder zunichte. Zudem sinkt der Strombezug jener Haushalte, die sich eine PVA leisten können. Die verbleibenden Stromkonsumenten müssen deshalb mit überproportional steigenden Strompreisen rechnen. Dieser Effekt wird durch die Installation privater Batterien verstärkt.

Neues Tarifmodell zwischengespeicherte Energie

Auch aus Sicht der privaten Betreiber einer PVA gibt es Gründe, die gegen die Anschaffung einer Batterie sprechen. Einerseits die Investitionskosten relativ hoch. Ausserdem wird ein Batteriespeicher nie die gesamte Produktion der PVA speichern; dies wäre schlicht nicht ökonomisch. Zudem kann eine Batterie nie gleichviel Strom abgeben wie sie aufnimmt: Mit einem Verlust ist immer zu rechnen. Und ausserdem sind die zu erwartenden Unterhaltskosten einer Batterie nicht zu unterschätzen.

Als Antwort auf die Herausforderungen wollen die TWE auf das Jahr 2019 ein innovatives Tarifmodell einführen, dass es den Betreibern einer PVA gestattet, die selbst produzierte Energie vollständig zu nutzen und gleichzeitig die Nachteile der privaten Batterien für sich und für das vorgelagerte Netz zu vermeiden. Der Tarif sieht vor, dass der überschüssige Strom aus einer PVA ins Netz der TWE eingespeist und zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt innerhalb des gleichen Kalenderjahres wieder bezogen werden kann.

Werk-Netz als virtueller Speicher

Aus Sicht der privaten Haushalte übernimmt das vorgelagerte Netz somit die Funktion einer verlustfreien (virtuellen) Batterie und garantiert zudem, dass die gesamte Produktion der PVA als Eigenverbrauch verwendet werden kann. Von einem virtuellen Speicher spricht man dann, wenn er die Funktion eines Speichers übernimmt, jedoch in physischer Form nicht existiert. Der Preis dieser Dienstleistung ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt, jedoch wird bis zur ESWA ein verbindliches und attraktives Tarifblatt für das Jahr 2019 vorliegen.