Da, wo sonst weit über 2000 Personen der Viehschau frönen, herrscht für dieses eine Mal gähnende Leere. Lediglich ein Süssigkeitenstand und das Gitter, welches die Viehschau umzäunt, stehen in den immer stärker werdenden Sonnenstrahlen. Das Problem: Eine Viehschau mit einem derart grossen Menschenauflauf, wäre aktuell nur mit Zertifikatspflicht möglich. So haben sich die Organisatoren des Landwirtschaftlichen Vereins Kirchberg dazu entschlossen, das Areal einzuzäunen und die Besucherzahl auf 500 zu limitieren. Auch die Zahl der Tiere wurde reduziert, immerhin sind es dennoch rund 670 Tiere, die auflaufen. 

Einige Viehschauen in der Region wurden ganz abgesagt, andere wiederum konnten ohne grosse Einschränkungen stattfinden. So wie es jedoch in Kirchberg gehandhabt wurde, ist es einmalig – was aber nicht mit «schlechter» gleichzusetzen ist. Denn die Stimmung unter den Landwirten und deren Mitarbeitern ist hervorragend, gleich hervorragend wie die Qualität der Tiere, lassen später die Experten verlauten.

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Keine riesigen Zuschauermassen an der diesjährigen Kirchberger Viehschau.


Miss Bazenheid 2021 – Mally

Während die Schau-Experten ihre Runden durch die Tierreihen machen und die Besten aus den jeweiligen Abteilungen in den Ring holen, leert sich das Festzelt von Minute zu Minute. Niemand will die Prämierungen vom neuen Fitnessstar Meisli (Ueli Maute, Dietschwil), den verschiedenen Schöneuterpreisen oder der Champion Fleckvieh Nastalena (Alois Graf, Kirchberg) verpassen. Auch die Champion OB (Original Braunvieh), namentlich Honey, ist in Dietschwil bei Landwirt Ueli Maute zu Hause. Der Höhepunkt kommt allerdings zum Schluss; die Wahlen zur Miss Bazenheid und Miss Kirchberg. Zur Miss Bazenheid 2021, wird Mally gewählt. Sie habe das Zuchtziel auf allen Ebenen erfüllt, meint der Experte und gratuliert den Besitzern Margot und Georg Bürge (Bazenheid). Stolz führen sie ihr Tier aus dem Ring, ernten Applaus und zahlreiche Gratulationen; zurecht.

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Miss Bazenheid 2021. Mally, aus dem Stall von Georg und Margot Bürge.


Miss Kirchberg 2021 – Jamba

«Mit dieser Flankentiefe und dieser Beckenbreite hat Jamba den Titel zur neuen Miss Kirchberg redlich verdient», so die Meinung eines Experten. Ein lauter Juchzer von Martin Künzli (Dietschwil) und Jubel bei seiner Partnerin Melanie, sowie seinem Sohn Elias. Schnell werden Schleife und Kuhglocke umgehängt, ein paar Siegerfotos geschossen und die Ehrenrunde in vollen Zügen genossen. Für Bruno Nagel, Vereinspräsident des organisierenden Landwirtschaftlichen Vereins Kirchberg eine äusserst gelungene Viehschau. «Trotz Einschränkungen ziehen wir ein positives Fazit. Es hat alles geklappt, die Sonne zeigte sich pünktlich zum Nachmittagsprogramm und schon bei der Auffuhr wurden wir von vielen Personen am Strassenrand begrüsst.» Einheitlich wird natürlich gehofft, dass im kommenden Jahr wieder eine «normale» Viehschau mit bis zu 2500 Zuschauern durchgeführt werden kann.