Der Applaus war lang, als Bettina Birkner nach erfolgter Wahl nach vorne schritt, um den Blumenstrauss in Empfang zu nehmen. Einstimmig hatten die 83 anwesenden Kirchbürger – die Wahlbeteiligung lag bei nur gerade 1,63 Prozent – die im Kanton Zürich aufgewachsene studierte Theologin zur Wiler Pfarrerin gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Thomas Rau an, der die Kirchgemeinde vor rund zwei Jahren verlassen hatte. In der Zwischenzeit war die Stelle vakant.

Bettina Birkner ist die vierte reformierte Pfarrerin in der über 130-jährigen Geschichte der Evangelischen Kirchgemeinde Wil – und somit auch der Stadt Wil. Bereits seit dem 1. Oktober ist sie in der Äbtestadt tätig und auch bereits nach Wil gezügelt. Ihre offizielle Amtseinsetzung ist am 6. Dezember vorgesehen. Sie wird schwerpunktmässig in den Bereichen Erwachsenenarbeit, Senioren, Mission, Ökumene und interreligiöser Dialog tätig sein. Es ist Bettina Birkners erste Pfarrstelle, nachdem sie diesen Sommer die Wahlfähigkeit erlangt hatte und ordiniert wurde. Sie sprach während der Kirchgemeindeversammlung von einer «Chance», aber auch von einem «spannenden Umbruch», in welcher sich die Kirchgemeinde befinde.


24 Handlungsfelder statt 6 Ressorts

Und dieser Wandel wird weitergehen. Denn es ist bereits wieder eine Pfarrwahl-Kommission im Einsatz. Greet Egli, die innerhalb der Kirchgemeinde für Zuzwil, Züberwangen und Weieren zuständig ist, geht kommendes Jahr in Pension. Gesucht wird eine Pfarrperson in einer 50-Prozent-Stelle. «Es ist nicht einfach, eine geeignete Person zu finden», sagte Kirchgemeindepräsident Pete Burkhart während der Versammlung. Zudem sind weitere personelle Rochaden geplant: Pfarrer Christoph Casty betreut künftig den Bereich der Senioren. Im Januar 2021 wird die langjährige Diakonin Ursula Möck pensioniert. Ihre Aufgaben werden dann grösstenteils von Diakon Max Schoch übernommen. Neu für die Jugendarbeit wurde Marcel Urban gewählt, welcher anfangs 2021 seine Stelle antritt.

Gleichzeitig wird die Arbeit innerhalb der Kirchenvorsteherschaft neu organisiert. «Mit den bisherigen sechs Ressorts konnten nicht mehr alle Tätigkeiten zugeordnet werden. Die neu geschaffenen 24 Handlungsfelder können flexibler auf die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft aufgeteilt und gemäss den Ressourcen verantwortet werden», sagte Peter Burkhart. Somit könne eine strategische Verankerung eines neuen Angebots einfacher vollzogen werden.