Der FC Uzwil ist während der langen Winterpause souveräner Leader in der 2. Liga interregional. Endlich läuft es, ist man geneigt zu sagen. Mit Armando Müller steht seit Sommer ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Da die Vorrunde wegen der Corona-Situation vorzeitig abgebrochen wurde, lässt sich sagen: Müller, der auch Sportchef ist, hat das erste halbe Jahr als Übungsleiter des FC Uzwil ohne Niederlage und mit 23 von 27 möglichen Punkten fast schon makellos hinter sich gebracht. Der Trainerwechsel hat sich bis anhin voll und ganz ausbezahlt.

Doch was sagt eigentlich der Trainer-Vorgänger dazu? Der Abgang von Sokol Maliqi war speziell. Im Frühjahr 2020 war vor dem Rückrundenstart kommuniziert worden, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Da dann die gesamte Rückrunde dem Coronavirus zum Opfer fiel, war es für Maliqi ein Abgang ohne Abschied. Er sagt: «Ich wäre bereit gewesen, ein weiteres Jahr zu verlängern. Doch der neue Vorstand hatte andere Pläne. Armando Müller leistet tadellose Arbeit.» Wehmut, dass die Equipe seit seinem Abgang Sieg an Sieg reiht? «Ich freue mich für die Mannschaft und hoffe, dass sie noch lange da vorne bleibt. Es ist ja zu einem grossen Teil noch «mein» Team, da viele Stützen weiterhin an Bord sind. Alles in allem konnte ich am Schluss meiner Zeit in Uzwil nicht mehr so schalten und walten, wie es Armando Müller nun kann.»

«Wir waren Köche, denen das Essen des anderen nicht schmeckte»

Bemerkenswert ist auch, wie es bei Sokol Maliqi im Sommer weiterging. Er entschied sich zu einem Wechsel zum FC Kosova Zürich in die 1. Liga. Der Lift fuhr also ein Stockwerk aufwärts. Allerdings stand der ehemalige FC-Wil-Spieler bei den Zürchern nur gerade drei Spiele lang an der Seitenlinie. Es ging um die Zusammenarbeit mit Martin Dosch, mit dem er die Mannschaft gemeinsam im gleichwertigen Co-Trainer-Amt führte. In einem ausführlichen Interview mit der Regio-Fussball-Plattform «fupa.net» schildert Maliqi, was schiefgelaufen ist. «Ich habe klar und deutlich kommuniziert, dass ich die Spielphilosophie, den Trainingsinhalt, das Coaching und die Aufstellung bestimmen möchte. Mit der Zeit verwässerten sich die Rollen gegenseitig. Wir waren beide Köche, denen das Essen des anderen nicht schmeckte», sagt Maliqi dem Portal.

Bereits nach drei Runden spürte der Ex-Uzwil-Trainer, dass es bei Kosova so nicht funktioniert und er die Resultate nicht verantworten kann. Nach einigen internen Gesprächen entschieden sich die Vereinsverantwortlichen, mit Martin Dosch weiterarbeiten zu wollen, da dieser schon länger im Verein war und mehr Ruhe ausstrahlte. Bis Ende Oktober blieb Maliqi noch bei Kosova und erfüllte andere Aufgaben wie Spielbeobachtung und Scouting. Nun wurde der Vertrag aufgelöst. «Es gab viele Meinungsverschiedenheiten. Einige Spieler spielten uns zudem aus und es gab Kurswechsel innerhalb des Vereins. Das war zermürbend. Ich war als Trainer nicht in Topform, um alle diese Gegebenheiten unter einen Hut zu bringen», sagt Maliqi zu «fupa.net» selbstkritisch.

Die eigenen Emotionen besser kontrollieren

Trotzdem will der 38-Jähirge das Engagement bei den Zürchern nicht missen, wie er im Interview durchblicken lässt. Einige seiner Defizite seien aufgedeckt worden, an denen er nun «schleunigst arbeiten» müsse. Maliqi spricht von seinen Emotionen. Diese müsse er besser kontrollieren, weil «nicht alle anderen damit umgehen können und weil sie auch mein volles Denkpotenzial einschränken».

Aktuell ist Sokol Maliqi ohne Verein. Eine neue Herausforderung sei «jederzeit willkommen». Allerdings müssten die Voraussetzungen dieses Mal stimmen.