hallowil.ch: Géraldine Enderli, hätten Sie bei Ihrer Fahrprüfung je daran gedacht, dass Sie selbst einmal eine Fahrschule eröffnen würden?
Nein, damals hatte ich sicher noch keine Gedanken daran. Zudem erfordert die Fahrlehrerausbildung vorgängig den Besitz des unbefristeten Führerausweises seit mindestens drei Jahren und eine abgeschlossene dreijährige berufliche Grundbildung mit zwei Jahre Berufspraxis.

hallowil.ch: Wie viele Fahrstunden brauchten Sie, bis Sie die Fahrprüfung im Sack hatten?
Um die 30 Fahrstunden. Am Anfang dachte ich immer: Drei Pedale sind doch einfach zu viel für zwei Füsse. Zuhause konnte ich nicht üben, da meine Eltern «Automaten» fuhren.

hallowil.ch: Sie selbst sind gelernte Malerin und haben nun beruflich umgesattelt. Warum?
Ich wollte schon als Kind Malerin werden. Es war mein Traumberuf. Und diesen habe ich gerne ausgeübt. Aber nach 14 Jahren auf dem Bau merkte ich, dass jetzt Zeit für etwas Neues war.

 
Image-Video der Fahrschule «Perfect Drive».

hallowil.ch: Und warum wurden Sie Fahrlehrerin?
Als mein Freund das Autofahren lernte, übte ich mit ihm. Er meinte, dass ich eine super Fahrlehrerin geben würde. Da ich schon immer Benzin im Blut hatte, geduldig bin, gerne anderen etwas Neues beibringe und ich mich beruflich neu orientieren wollte, lag die Ausbildung zur Fahrlehrerin für mich praktisch auf der Hand. Das administrative Rüstzeug holte ich mir, indem ich nebenberuflich den eidgenössischen Fachausweis als Technische Kauffrau erwarb.

hallowil.ch: Welche Dienstleistungen bieten Sie mit der Fahrschule «Perfect Drive» an?
Ich biete Fahrstunden mit Automat als auch handgeschaltet an. Des Weiteren führe ich Fahrstunden zur Vorbereitung für die Taxiprüfung und Auffrischungsfahrten durch. Zudem kann bei mir auch der Verkehrskundeunterricht und der Nothelferkurs besucht werden, welche ich beide spannend und abwechslungsreich gestalte. Auch bei Fragen zur Theorieprüfung bin ich gerne behilflich. Eines garantiere ich: Bei mir gibt es keinen langweiligen Frontalunterricht.

 
Bei dieser Fahrschule macht selbst der Nothelfer-Kurs Spass.

hallowil.ch: Was gefällt Ihnen am Beruf als Fahrlehrerin?
Mir gefällt die Abwechslung. Kein Tag ist gleich wie der andere. Die Menschen sind unterschiedlich, ihre Verfassung, ihre Aufnahmefähigkeit und, und, und. Ich schätze den direkten Kundenkontakt und dass ich von Fahrstunde zu Fahrstunde die Fortschritte sehen kann, die jemand macht. Vor kurzem hat eine Fahrschülerin einen Kuchen in den Verkehrskundeunterricht mitgebracht. Solche Zeichen der Dankbarkeit berühren mich sehr und zeigen, dass meine Art, wie ich unterrichte, positiv ankommt.

hallowil.ch: Sie sind jung und sprühen vor Energie. Spricht Ihr Unterricht da vor allem die Jungen an?
Das kann schon sein. Doch hat dies sicher auch damit zu tun, dass naturgemäss mehr junge Menschen die Fahrprüfung absolvieren als ältere. Aber ich unterrichte in meinen beiden trendigen Seat Ibizas auch ältere Fahrer gerne. Diese absolvieren meistens eine Kontrollfahrt, bei der sie überprüft werden, ob sie fahrerisch und in Sachen Verkehrsregeln noch „up to date“ sind. Ich denke, dass nach einigen Jahren eine Kontrollfahrt jedem guttun würde.

hallowil.ch: Wieso heisst ihr Unternehmen «Perfect Drive»?
Es gibt doch schon genug Fahrschulen, die sich mit dem Nachnamen präsentieren. Mit «Perfect Drive» habe ich zum einen meine persönliche Einstellung zum Beruf, zum anderen aber auch meine Freude am Fahren ausgedrückt. Perfekt Fahren zu können, ist ein guter Vorsatz. Und dabei helfe ich meinen Fahrschülern gerne.

hallowil.ch: Viel zu reden gab in letzter Zeit die Auflösung des Automaten-Eintrages. Ihre Meinung dazu?

«Es ist jetzt einfach so. Dem automatisierten Getriebe gehört vermutlich die Zukunft. Trotz dem neuen Gesetz wird das handgeschaltene Auto noch oft gewählt. Bei mir kann der Fahrschüler selbst entscheiden, ob er mit einem Automat oder einem handgeschaltenen Auto zur Prüfung gehen möchte.

hallowil.ch: Was wünschen Sie sich für «Perfect Drive» in der Zukunft?
Das Schönste sind zufriedene Fahrschüler, die mich weiterempfehlen. Und ich wünsche mir natürlich, dass ich mein Leben lang diesen Beruf mit Freude ausüben darf. Wollen wir also hoffen, dass in den nächsten 35 Jahren nicht einfach der Autopilot das Fahren übernimmt und wir nichts mehr am Steuer machen müssen.

www.perfectdrive.ch