Seit Montag kursiert auf Instagram eine fragwürdige Warn-Story über eine Person, welche Kinder mit Süssigkeiten anlockt: « Jungs & Mädels alle mit Kinder aufpassen, eine Person mit Deutscher Autonummer ist am Kinder anlocken mit Süssigkeiten!! 2 Kinder seien schon entführt worden!! Münchwilen, Wil, Sirnach Umgebung ist er unterwegs!! Weiter sagen und Augen auf!!» lautet der weisse Text auf schwarzem Grund, versehen ist er mit einem grossen Achtung-Zeichen und roten Warnlampen.

hallowil.ch hat bei der Kapo TG und bei der Kapo SG nachgefragt, was es mit dieser Story auf sich hat.

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Aufrufe wie dieser sollen immer kritisch hinterfragt werden, besonders, wenn sie in den sozialen Medien geteilt werden. (Screenshot der Redaktion)

Michael Roth von der Kantonspolizei Thurgau gibt Entwarnung: «Vorweg: Es wurden keine Kinder entführt.» Vergangene Woche habe die Kapo TG eine Meldung erhalten, dass ein Kind in Rickenbach auf dem Schulweg durch einen Autofahrer angesprochen wurde, die Ermittlungen dazu laufen, sagt Micheal Roth gegenüber hallowil.ch. Über weitere ähnliche Vorfälle in der Region hätten sie keine Kenntnisse. Die Kapo TG erhöhe dennoch die Präsenz in Rickenbach.

Weiter sagt Micheal Roth, dass man solche Posts auf den sozialen Medien immer hinterfragen soll und auf die Richtigkeit überprüfen, bevor man diese teilt oder weiterleitet. Ansonsten sei man selbst Teil der Gerüchteverbreitung.

Auch Hanspeter Krüsi von der Kapo SG bestätigt: «Das sind Gerüchte, welche wir nicht bestätigen können. Wir haben im Moment keine Hinweise auf irgendwelche Personen.»

So schützen Sie ihr Kind

Ihrem Kind sollen Sie bewusst machen, dass Angst im Alltag nicht gut ist. Man sollte Respekt haben, aber keine Angst zeigen. Denn die Erfahrung zeige, dass Täter unsichere und unselbständig wirkende Kinder bevorzugter ansprechen. Vermitteln Sie ihrem Kind also, dass es Ihnen alle Erlebnisse erzählen kann, auch jene, die ihm komisch vorkommen. Nehmen Sie sich Zeit und sprechen Sie über die Sorgen oder Erlebnisse Ihres Kindes. Erklären Sie, dass es wichtig ist, immer den vereinbarten Schulweg zu gehen und möglichst pünktlich am geplanten Ort zu sein. 

Weitere Tipps gibt es im Ratgeber der Kantonspolizei Thurgau und im Leitfaden für Eltern, Lehrpersonen und Behörden vom Kanton St. Gallen.