Am Samstag 3. März eröffnet die Galerie zur alten Bank eine Ausstellung voller farbenfroher Luftsprünge und aussergewöhnlichen Bildern auf Schleifpapier: Kathrin Bigler präsentiert ihre aktuellen Werke in der Ausstellung «Himmelgelb – Zitronenblau – Rosarot».Passend zum Frühlingserwachen wirds in der Galerie in Niederuzwil bunt: Kathrin Bigler präsentiert ihr aktuellstes Projekt. Die Künstlerin selber nennt die Serie «Farbexplosion, Frühling und Neubeginn». So expressiv hat Kathrin Bigler noch nie gemalt! Ihre ruhige Seite zeigt sich dann umso mehr in den Schleifpapier-Bildern, für die sie bekannt ist.

Bilder auf Schleifpapier
Wie sieht ein Acryl-Bild aus, das auf einem schwarzen Schleifpapier entsteht? Der raue Untergrund scheint durch und verleiht dem Bild seinen einzigartigen Charakter. In der aktuellen Ausstellung präsentiert Kathrin Bigler ruhige und fliessende Werke in warmen und erdigen Farben.

Die Technik für das Bemalen des eigentlich farbabweisenden Untergrunds und die passende Rahmung der Bilder hat die Künstlerin aus Felben über die Jahre entwickelt und verfeinert. Übrigens: «Genau genommen verwende ich kein Schleifpapier, sondern ein hochwertiges Schleiftuch mit 100er-Körnung, das ursprünglich gemacht wurde, um Metall zu schleifen», erklärt die Künstlerin.

Farbexplosion
Im Kontrast zu den ruhigen Schleifpapier-Bildern stehen Kathrin Biglers aktuelle Bilder in Acryl auf Leinwand. In den unterschiedlichsten Grössen hat sie in den Farben des Frühlings farbenfrohe, aufmunternde und aufrührerische Werke geschaffen. Ganz so, wie es der Ausstellungstitel «Himmelgelb – Zitronenblau – Rosarot» verspricht. «Farben, ihre Schwingung und wie sie auf uns wirken, das ist die Welt, in der ich mich bewege!», meint die Künstlerin. Ihre Faszination und das feine Gespür für die Farben merkt man der Maltherapeutin und Aura-Soma-Lehrerin sofort an. So ist beispielsweise himmelblau nicht einfach blau, sondern vermittelt Vertrauen. Gelb ist Freude und rosarot bedeutet Geborgenheit.

Neues wagen – Gewohnte Muster durchbrechen
Warum die Ausstellung nicht einfach «Himmelblau, Zitronengelb und Rosarot» heisst? «Das wäre zu einfach! Meine Bilder sollen auch anregen, gewohnte Muster durchbrechen», meint Kathrin Bigler und ergänzt: «Sie sollen ermutigen, Neues auszuprobieren, schon längst gedachte Schritte zu wagen und hinaus zu schreiten in die Fülle des Lebens». Vielleicht motivieren sie den einen oder anderen Ausstellungs-Besucher zu einem spontanen Luftsprung oder Freudentanz? Möglich wärs! Vielleicht auch vor Bewunderung für die Werke, die Kathrin Bigler auf Metallplatten geschaffen hat. Mit Ölkreide findet die Künstlerin darauf, was sich während der Zeit der Verwitterung versteckt hat. Mit beeindruckenden Ergebnissen.

Einladung zur Eröffnung
Die Ausstellung wird am Samstag, 3. März 2018 um 16 Uhr eröffnet. Sie sind herzlich eingeladen! Nutzen Sie die Gelegenheit beim Apéro mehr über die Bilder, ihre Technik und die Künstlerin zu erfahren. Die Laudatio hält Carla Zimmermann aus Altendorf und auch für musikalische Umrahmung wird gesorgt. Die Ausstellung dauert bis und mit Sonntag, 25. März 2018. | Melanie Müller

Öffnungszeiten
Donnerstag: 18.00 - 20.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
Sonntag: 14.00 - 17.00 Uhr
Auf www.galeriezuraltenbank.ch finden Sie Infos zur Anwesenheit der Künstlerin.

zum Kommentar Gemeindepräsident


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Nichts ist beständiger als der Wandel. Auch der Strassenraum verändert sich. Immer häufiger sind an Kreuzungen durchgezogene Trottoirs anzutreffen. Heisst: Autos müssen ein Trottoir überfahren, um in die Kreuzung einzubiegen. Wer beispielsweise eine Weile an der Kreuzung Herrenhofstrasse-Sonnenhügelstrasse steht, stellt fest: Nicht allen Automobilisten ist klar, wer Vortritt hat. Das Einfachste zuerst: Fussgänger haben auf diesen über die Fahrbahn durchgezogenen Trottoirs Vortritt. Das Trottoir ist auch im Kreuzungsbereich ihr gesicherter Bereich.

Wie siehts mit dem Vortrittsregime für die Automobilisten aus? Gilt Rechtsvortritt? Nein. Wer bei einer Einmündung über ein Trottoir fahren muss, hat keinen Vortritt. Signalisiert werden darf das aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht. Das durchgezogene Trottoir ist Signal genug.

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Ein aussergewöhnliches Jubiläum. Der Sängerbund an der Thur Niederuzwil feiert sein 150-jähriges Jubiläum. Am Samstag, 8. März, ab 18 Uhr im Gemeindesaal. Sechs Chöre aus der Region treten auf, dazwischen spielen die Füürharmoniker.

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Kehrichtsammlungen
Mittwoch in Niederuzwil, Donnerstag in Uzwil und Stolzenberg. Freitag in Algetshausen, Henau, Niederstetten und Oberstetten. Bitte stellen Sie Ihren Kehricht am Abfuhrtag bis 7 Uhr bereit.

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Menschen: Heidi Maria Glössner
Der Krieg tobt, als sie 1943 im süddeutschen Messkirch geboren wird. Die Flucht vor Bombenangriffen in den Luftschutzkeller wirkt beim jungen Mädchen nach. Fliegt ein Vogel oder ein Flugzeug über ihren Kinderwagen, schreit sie. Angstträume nehmen ihr die Nachtruhe. Obwohl sie längst in Sicherheit ist. In der Schweiz. Ihre Mutter – selber aufgewachsen in Niederuzwil – brachte sie 1944 aus Deutschland zu einer Jugendfreundin nach Niederuzwil. Sie wollte später mit ihrem älteren Sohn in die Schweiz nachkommen. Dann gingen die Grenzen zu. Das kleine Mädchen auf der einen Seite, die Mutter auf der anderen Seite. Geblieben sind die

Erinnerungen an den Besuch am Grenzzaun zwischen Konstanz und Kreuzlingen, an die Wachmänner. 1948 kann sie erstmals zur leiblichen Mutter reisen, zu ihrem «Müeti». Zurück nach Deutschland will die kleine Heidi Maria aber nicht, wächst in Niederuzwil auf. Und bezeichnet ihre Kindheit hier als sehr glücklich, als goldene Kinder- und Jugendzeit. Sagt, sie hätte hier von ihrer Pflegemutter – ihrer «Mama» – so viel Liebe und Güte erfahren, dass es für das ganze Leben reicht.

Grande Dame
Sie schlüpfte schon als Kind gerne in Rollen. War fasziniert von der Fähigkeit, sich zu verwandeln, sich zu verkleiden, andere Biografien zu entdecken. «Ich wollte schon immer andere Leben mitleben.» Dazu hatte sie reichlich Gelegenheit. Sie spielte unzählige Shakespeare-, Tschechov-, Schiller- und Goethefiguren – Klassiker und viel Modernes. Sang grosse Musical-Partien, war in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Im Ergebnis sei Heidi Maria Glössner die Grande Dame der Schweizer Theaterbühnen.

Ein Phänomen, eine Ausnahmeerscheinung, die für Jüngere auf der Bühne punkto Präzision und Professionalität Massstäbe setze, wie sich der Leiter Schauspiel am Stadttheater Bern ausdrückte. Sie sei wandelbar, stilprägend und stilsicher, aber auch warmherzig und offen – ein Kumpel. Heute lebt sie in Bern, einst war sie in Hollywood. Zog von Party zu Party, traf die Leinwandheldinnen und -helden der damaligen Zeit. «Es war ein verrücktes Leben», meint sie rückblickend. Aber nicht ihres. Zu oberflächlich. Und sie konnte sich nicht vorstellen, vor der Kamera immer wieder dieselben kurzen Szenen spielen zu müssen, bis sie sitzen. Es zog sie zurück in die Schweiz, auf die Bühne. Dort sei jedes Stück von Beginn bis zum Ende im Fluss. Dort hat sie ihre Erfüllung gefunden und findet sie noch immer.

Mit der Zeit
Heidi Maria Glössner hat mit dem Älterwerden keine Mühe. Findet es schön, wenn ältere Menschen auf der Bühne stehen. Weil sie eine grosse Ausstrahlung hätten. Und trotzdem fühle sie zunehmend eine emotionale Müdigkeit den Geschehnissen der Welt gegenüber. Sie belaste der tägliche Horror in den Nachrichten. Je älter sie werde, desto schlechter ertrage sie den Raubbau an der Natur, das Leiden der Menschen, die Flüchtlingsdramen. Sie denke an die Kinder, die den Krieg erleben und für den Rest ihres Lebens gezeichnet seien. Wenn sie das sagt, dann weiss sie nur zu genau, wovon sie spricht.