Stadtpräsidentin Susanne Hartmann spricht von einem «soliden Budget». Trotz eines geplanten Defizits von 2,9 Millionen Franken soll sich die Verschuldung nächstes Jahr um sechs Millionen Franken auf noch 46,1 Millionen reduzieren – und dies bei einem freien Eigenkapital von 38,3 Millionen Franken. Das ist unter anderem möglich, weil eine Wertberichtigung auf Liegenschaften von 10 Millionen Franken vorgenommen wird und die Technischen Betriebe Wil (TBW) 5,8 Millionen Franken an die Stadt überweisen.

Der Personalaufwand steigt jedoch in verschiedenen Bereichen – und zwar um 1,7 auf 57,2 Millionen. Am markantesten ist der Anstieg bei den Sozialen Diensten, wo 250 zusätzliche Stellenprozente budgetiert sind. Beantragt ist ein Sozialarbeiter «Wirtschaftliche Hilfe» zu 80 Prozent, ein Sozialarbeiter «Alimente» zu 50 Prozent, ein Sozialarbeiter Beratung zu 20 Prozent und ein Sekretär zu 100 Prozent, wobei diese Stellen selbstredend auch durch Frauen besetzt werden können. Im Bereich IT werden 120 zusätzliche Stellenprozente beantragt, nämlich ein Projektleiter Informatik zu 100 Prozent und ein Informatiker zu 20 Prozent. Bei der Stadtkanzlei und im Bereich der Verlustscheinbewirtschaftung sind je 80 zusätzliche Stellenprozente budgetiert. Noch nicht publik ist, welche zusätzlichen Stellen es im Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) geben soll. Sie werden separat beantragt. Bereits fest steht aber, dass für zusätzliches Personal im BUV 300'000 Franken gesprochen werden sollen. Ob das Geld für alle diese Stellen bewilligt wird, entscheidet das Stadtparlament an der Budgetsitzung im Spätherbst. Dann können auch weitere Budgetposten zur Diskussion gestellt werden.

Über 80 Millionen Franken Steuerertrag

Der Sachaufwand soll 2019 um 1,7 Millionen über jenem des Vorjahres-Budgets liegen. Der grösste Anstieg ist bei den Anschaffungen und dem Unterhalt von Mobilien und Maschinen sowie den Planungs- und Projektierungskosten zu verzeichnen: je plus 700'000 Franken. 

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Der Wiler Finanzverwalter Reto Stuppan präsentierte zum Abschluss - er verlässt die Stadt Wil auf eigenen Wunsch - ein solides Budget.

Dem gegenüber stehen höhere Einnahmen bei den Steuern von rund 2,9 Millionen Franken, womit sich der Steuerertrag auf gut 91 Millionen Franken erhöhen würde. Nachdem der Steuerfuss hinsichtlich dieses Jahres um neun Prozentpunkte auf 120 Prozent gesenkt wurde, soll er für 2019 unangetastet bleiben.

Überdachung der Gegentribüne in der IGP-Arena

Im kommenden Jahr sind Investitionen von 17,1 Millionen Franken eingeplant. Dabei wird ein Umsetzungsgrad von 70 Prozent erwartet. Ein ambitionierter Wert, lag doch dieser im laufenden Jahr Ende August laut Stadtpräsidentin Susanne Hartmann bei gerade einmal 38 Prozent. «Die Investitionsprojekte wurden so priorisiert, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, einen Realisierungsgrad von über 50 Prozent zu erreichen», lässt die Stadt Wil verlauten.

Die grössten Investitionen betreffen die Lindenhof-Schulen. Einerseits sind drei Millionen für das geplante Provisorium Langacker im Budget, andererseits eine Million für die Gesamtsanierung der Primarschule Lindenhof. Für diese sollen sich die Gesamtkosten auf 11,4 Millionen Franken belaufen. Während über die Gesamtsanierung das Volk an der Urne befinden wird, stimmt das Parlament über die Provisorien in einem speziellen Traktandum ab. Gleiches zählt auch für die Initialisierungskosten der Schulraumplanung 2020, für welche im Budget 2019 ebenfalls eine Million Franken (von gesamthaft fünf Millionen) bereitgestellt werden soll. Auch die 690'000 Franken, welche für die Detailplanung der dritten Bauetappe im Hof nötig sind, müssen vom Parlament separat behandelt und gesprochen werden. Zudem geht aus dem Budget hervor, dass die Gegentribüne im Fussballstadion IGP-Arena für gesamthaft 1,25 Millionen Franken überdacht werden soll. Der Kostenteiler sieht wie folgt aus: 500'000 Franken durch den Sport-Toto-Fonds des Kantons St. Gallen, 450'000 Franken durch die Stadt Wil und 300'000 Franken durch den FC Wil. Im städtischen Budget 2019 befinden sich 100'000 Franken. Auch dieser Kredit muss mittels separatem Bericht und Antrag dem Stadtparlament unterbreitet werden.

TBW: Eine Million für das Fernwärmenetz

Die Technischen Betriebe Wil prognostizierten für nächstes Jahr einen Gewinn von 4,5 Millionen Franken. Ihr Gesamtaufwand beträgt 2019 voraussichtlich 72,2 Millionen. Von den budgetierten 11,7 Millionen Franken für Investitionen werden rund 80 Prozent in die Erneuerung der Verteilanlagen investiert. Für das geplante Fernwärmenetz Bazenheid-Kirchberg-Wil sind Projektierungskosten von einer Million Franken enthalten.

Lesen Sie hier den Kommentar von Hallowil-Chefredaktor Simon Dudle zum Wiler Budget 2019