Über 60 Millionen Franken im Jahr beträgt der Umsatz der Gemeinde Uzwil. Einige wenige, aber grosse Ausreisser führten zur insgesamt deutlichen Besserstellung. So lagen die Steuereinnahmen deutlich höher. Auch der Gewinn der Technischen Betriebe fiel höher aus. Er fliesst in den Gemeindehaushalt. Diese Gewinnablieferung ist das Gegenstück zu den Risiken, welche die Gemeinde als Eignerin des Werkes trägt. «Und schliesslich ist das Ergebnis auch durch die Ausgabendisziplin geprägt», schreibt die Gemeinde Uzwil im aktuellen Mitteilungsblatt.

Den Überschuss soll hauptsächlich in zwei Vorfinanzierungen für die Schulraumerweiterung und den Neubau des Werkhofs zur Seite gelegt werden.

Kostenbewusst investiert

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde über insgesamt 15 Investitionsvorhaben abgerechnet. Bewilligten Krediten von 28,693 Millionen Franken standen Kosten von 25,282 Millionen gegenüber. Die 15 Investitionsvorhaben konnten entsprechend mit Minderkosten von insgesamt 3,41 Millionen Franken abgerechnet werden. Die Nettoinvestitionen der Gemeinde lagen 2019 deutlich tiefer als erwartet. Das ist vor allem eine Folge davon, dass sich verschiedene Vorhaben verzögern, für die namhafte Mittel reserviert sind. Dazu gehören etwa das kantonale Projekt zur Zentrumsgestaltung in Uzwil oder die Neugestaltung des öffentlichen Raumes im Dorf Niederstetten.

Tiefere Investitionen als geplant, ein hoher Rechnungsüberschuss: Diese Kombination sorgt dafür, dass sich der Gemeindehaushalt im 2019 stark entschuldet bzw. Vermögen aufgebaut hat. Dazu beigetragen haben auch Umstellungseffekte vom alten aufs neue Rechnungsmodell. 9,525 Millionen Franken beträgt das Nettovermögen der Gemeinde per Ende 2019. Diese Entlastung helfe, die hohen Belastungen der nächsten Jahre durch die Investitionstätigkeit zu verkraften. «Auch die Corona-Krise dürfte 2020 ihre Spuren im Gemeindehaushalt hinterlassen. Ein gesunder Gemeindehaushalt schadet in schwierigen Situationen nicht», schreibt di Gemeinde Uzwil.

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Über fünf Millionen Gewinn für Flawil (19.3.20)

Das Budget 2019 der Gemeinde Flawil ging von einem Gewinn von 8200 Franken aus – dies bei einem Aufwand und einem Ertrag von jeweils rund 54,6 Millionen Franken. Nun ist es viel besser gekommen als budgetiert. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Plus von 5,75 Millionen Franken. Die Differenz zum Budget ergibt sich hauptsächlich aufgrund von Mehreinnahmen bei den Steuern von fast vier Millionen Franken. Sowohl Frau und Herr Flawiler als auch Unternehmen haben deutlich mehr Steuern bezahlt. Zudem haben die Neubewertung von Liegenschaften im Finanzvermögen sowie der Gewinn aus dem Verkauf eines Grundstücks zu einem Mehrertrag von knapp einer Million Franken geführt. Auch die Gewinnablieferung der Technischen Betriebe Flawil war 460'000 Franken höher als erwartet.

Weiterhin schuldenfrei

Im Jahr 2019 waren Nettoinvestitionen in der Höhe von 9,897 Millionen Franken geplant. Die tatsächlichen Nettoinvestitionen erreichen den Betrag von knapp 7,7 Millionen Franken. Somit wurden mehr als drei Viertel der geplanten Investitionen getätigt. Die Bauarbeiten zur Sanierung der Deponie Lehmtobel sind fast abgeschlossen. Die Sanierung des Entwässerungssystems Töbeli schreitet langsamer voran als geplant. Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes ist abgeschlossen. Die Nettoinvestitionen konnten nicht vollumfänglich mit selbst erwirtschafteten Mitteln finanziert werden, sodass sich das Nettovermögen leicht verringerte. Flawil ist jedoch auch Ende 2019 schuldenfrei.

Steuerfuss-Senkung wird zum Thema

Der Gemeinderat beantragt der Bürgerschaft, drei Millionen Franken des Gewinns 2019 zur Vorfinanzierung des Neubaus Turnhalle und Musikschulzentrum Feld zu verwenden. Zudem schlägt der Rat der Bürgerschaft vor, den Restbetrag von knapp 2,75 Millionen Franken in die Ausgleichsreserve zu legen. Diese mit dem neuen Rechnungsmodell geschaffene Ausgleichsreserve dient dem kurz- bis mittelfristigen Ausgleich der Erfolgsrechnung. Der Gemeinderat beabsichtigt, den zur Einlage in die Ausgleichsreserve vorgeschlagenen Betrag in den kommenden Jahren zur Senkung des Steuerfusses einzusetzen. (rkf/red)

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Katholisch Wil: 32'000 Franken Gewinn (3.3.20)

Die Kirchgemeindesteuern betrugen 5,91 Millionen und lagen bei budgetierten Einnahmen von 5,55 Millionen Franken deutlich über den Erwartungen. Die Ausgaben lagen gesamthaft in den Vorgaben des Voranschlags. Dank der Mehreinnahmen konnten zusätzliche Abschreibungen getätigt werden.

Für die Deckensanierung, Innenrenovation und Parkplatzneugestaltung der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen war im Jahr 2018 einem Kredit von 610‘000 Franken zugestimmt worden. Mit leichter Verspätung konnte die erweiterte Kirchensanierung Ende Mai des vergangenen Jahres abgeschlossen und die Kirche wieder eröffnet werden. Die Abrechnung für die Deckengemälde- und Innensanierung der Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen weist Investitionen von ins-gesamt gut 770‘000 Franken auf. Grund der Mehrkosten ist die vorgezogene Kirchendachsanierung, welche sich nach der Detailplanung und Dachinspektion als notwendig erwiesen hatte. Ei-ne erst in einigen Jahren durchgeführte Dachsanierung hätte mit Bewegungen im Dachstuhl neue Risse im Deckengemälde erzeugen können. Dadurch wäre die Deckengemäldesanierung gefährdet worden. Die Parkplatzneugestaltung für rund 150‘000 Franken konnte nicht zeitgleich umgesetzt werden. Diese wird voraussichtlich erst 2021 erfolgen, da sie nur zusammen mit der Strassen-Erneuerung durch die Stadt Wil durchgeführt werden kann. Bei diesem Projekt herrscht seit zwei Jahren Stillstand.

Tiefere Wachstumsraten erwartet

Die Steuereinnahmen für das laufende Jahr werden mit 5,57 Millionen Franken veranschlagt. Die geplanten Steuereinnahmen liegen somit um 5,5 Prozent unter den effektiven Steuereinnahmen 2019. Die Steuereinschätzung für 2020 geht von tieferen Wachstumsraten mit geringeren Steuerzuwachsraten aus und ist vorsichtig gehalten.

Der Kirchenverwaltungsrat schlägt der Kirchbürgerschaft vor, den Steuerfuss von 22 Prozent beizubehalten. Ein allfälliger Gewinn soll wie in den vergangenen Jahren zugunsten der Schuldentilgung des Pfarreizentrums Wil verwendet werden. (pd/red)

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Mehrere Gewinne in Rickenbach (23.2.20)

Die politische Gemeinde Rickenbach schliesst die Rechnung für das Jahr 2019 mit einem Gewinn von 209‘894 Franken ab. Dies ist dem aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde zu entnehmen. Gegenüber dem Budget wird eine Besserstellung von 476‘644 Franken ausgewiesen. Aufgrund dieses Rechnungsabschlusses erhöht sich der Bilanzüberschuss auf 2‘174‘779 Franken. Beim Voranschlag für das Jahr 2020 wird bei einem unveränderten Steuerfuss von 51 Prozent mit einem Verlust von 289‘050 Franken gerechnet.

Schulgemeinden mit Gewinnen

Im Mitteilungsblatt werden auch die Zahlen der örtlichen Schulgemeinden genannt. Die Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen schliesst mit einem Gewinn von 267‘425 Franken, fast doppelt so hoch wie budgetiert. Das erfreuliche Ergebnis sei primär auf Mehreinnahmen bei den Steuern sowie Minderausgaben beim Personal- und Sachaufwand zurückzuführen.

Die Schulbehörde beantragt mit dem Budget 2020 einen Steuerfuss von neu 30 Prozent. Dies sind 8 Prozent weniger als 2019. Auslöser dafür ist gemäss Mitteilung der revidierte Finanzausgleich im Kanton Thurgau, der eine finanzielle Entlastung für die Sekundarschulgemeinden vorsieht. Trotz erstmals getätigter Einlage in den Erneuerungsfonds für Baufolgekosten weist das Budget der Sekundarschulgemeinde 2020 einen Gewinn von 92’500 Franken aus.

Auch die Primarschule Rickenbach weist ein «sehr gutes» Ergebnis aus. Gemäss Mitteilungsblatt beträgt der Ertragsüberschuss 285‘425 Franken. Das sind 333‘273 Franken mehr als budgetiert. Dies aufgrund höherer Steuereinnahmen und weniger Ausgaben beim Primarschulbetrieb.

Primarschule: Bau- und Sanierungsprojekte im Jahr 2020

Die offenen Kredite für «Neues Mobiliar Schulzimmer», «Neubeschaffung Informatik-Hardware» und «Turnhallenschulhaus, Sanierung 2. Etappe» konnten abgeschlossen werden. Gesamthaft wurden die Kredite um 2472 Franken überzogen. Dies bei einem Kreditvolumen von gesamthaft 412‘000 Franken.

Das Budget 2020 basiert auf dem unveränderten Steuerfuss von 54 Prozent. Es sieht einen Aufwandüberschuss von 327’152 Franken vor. Es sind verschiedene Sanierungs- und Bauprojekte vorgesehen. So soll die Fassade des Schulhauses 1911 saniert werden. Neue Fenster und teilweise neue Rollläden sollen eingesetzt werden. Gemäss Mitteilungsblatt sind dafür 290‘000 Franken budgetiert. Zwischen dem roten Platz und der Umfahrungsstrasse ist zudem der Bau eines neuen Spielplatzes für 170‘000 Franken geplant. (pd/red)

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Niederbüren schliesst nicht wie erwartet ab (21.02.20)

«Während in den vergangenen Jahren die Einnahmen der ordentlichen Steuern oder der Nach- sowie Nebensteuern für ein unerwartet positives Rechnungsergebnis gesorgt haben, sind es im Jahr 2019 die Ablieferungen der gemeindeeigenen Elektra», schreibt die Gemeinde Niederbüren in ihrem aktuellen Mitteilungsblatt. Damit teilt die Gemeinde mit, dass sie die Jahresrechnung für das Jahr 2019 mit einem Netto-Mehrertrag von  117 664.39 Franken abschliesst. Zwar fällt der Jahresabschluss nicht wie im Voranschlag erwartet mit einem Aufwandsüberschuss 161 978 Franken aus, aber für die Gemeinde trotzdem «erfreulich». 

In der Gemeindemitteilung erklärt Niederbüren, was sich auf das «erfreuliche Ergebnis» ausgewirkt hatte: «Die bisher als Investitionsausgaben behandelten Unterhalts- und Sanierungskosten für die Messanlagen der Elektra werden – aufgrund der neuen Richtlinien gemäss des Rechnungsmodells Kanton St. Gallen (RMSG) – erst ab einem Investitionsvolumen von 100 000 Franken aktiviert.» Darunter liegende Projekte würden als Unterhalts- und Erneuerungskosten in der Erfolgsrechnung verbucht. Damit entstehe bedeutend weniger Abschreibungsbedarf. Im 2019 seien nur noch die zweckgebundenen Hausanschlusskosten und -beiträge in der Investitionsrechnung verbucht. Die Abgaben an die Gemeinde aus dem Stromverkauf (53 417.25 Franken) sowie der Gewinn (196 961.68 Franken) von insgesamt 250 378.93 Franken werden gemäss der Mitteilung in der laufenden Gemeinderechnung vereinnahmt. «Dieser ausserordentliche Gewinn ist auf besser abgerechnete Projekte sowie die Aufschiebung der neuen Trafostation Schnart zurückzuführen, deren Abschreibung im 2019 wegfällt», heisst es.

Doch wie sieht es mit den Budgetaussichten für das laufende Jahr aus? Mit einer vorgeschlagenen Beibehaltung der 129 Steuerfussprozentpunkte kann laut Gemeinde mit dem vorliegenden Budget ein Rechnungsabschluss 2020 «mit einem angemessenen Bezug von 48 118 Franken aus den Vorjahresergebnissen beziehungsweise dem Eigenkapital erwartet werden». (pd)

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Auch Kirchberg will mit den Steuerfuss runter (21.02.): 

Nun ist die Katze aus dem Sack: Nach Lütisburg (Minus 10 Prozentpunkte) und Bütschwil-Ganterschwil (Minus 5 Prozentpunkte) will nun auch der Kirchberger Gemeinderat mit den Steuern runter. 5 Prozentpunkte weniger sollen es sein, so dass der Steuerfuss bei 133 Prozent zu liegen käme. Die Kirchberger Exekutive rechnet bei diesem reduzierten Steuerfuss für das laufende Jahr mit einem Verlust von 327'000 Franken – und dies bei einem Aufwand von über 53 Millionen Franken. Die Finanzplanung, welche bis zum Jahr 2024 reicht, sieht jährliche Verluste zwischen knapp 300'000 Franken und 1,16 Millionen Franken vor.

Die Steuerfuss-Senkung ist auch möglich, weil die Gemeinde Kirchberg ein Eigenkapital von gegen 20 Millionen Franken besitzt. Auch wenn der Verlust von 327'000 Franken eintritt, beträgt das Eigenkapital Ende des Jahres 2020 immer noch 18,95 Millionen Franken.

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Auch Bütschwil-Ganterschwil möchte Steuerfuss senke (20.2.20)

Budgetiert war in Bütschwil-Ganterschwil eine ausgeglichene Rechnung für das Jahr 2019. Resultiert hat ein Gewinn von satten 2,4 Millionen Franken. «Der erfreuliche Abschluss ergibt sich insbesondere aus den Mehreinnahmen bei den Steuern von rund 1,5 Millionen Franken. Im Bereich Bildung lagen die Nettoausgaben rund 436’000 Franken unter dem Budget», schreibt die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil in einer Mitteilung.

Das Budget für das Jahr 2020 präsentiert sich neuerlich ausgeglichen. Bereits eingerechnet ist eine Steuerfuss-Reduktion um fünf Prozentpunkte auf noch 129 Prozent. «Die Finanzplanung lässt eine Steuerfussreduktion zu, obwohl in den nächsten Jahren mit höheren Investitionen und somit auch mit höheren Abschreibungen zu rechnen ist», schreibt die Gemeinde.

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Zuzwil und Oberbüren wollen im Gleichschritt runter (20.2.20)

Sowohl Zuzwil als auch Oberbüren wollen den Steuerfuss erneut reduzieren - und zwar um je fünf Prozentpunkte. Es sind just jene Gemeinden der Region Wil mit dem bereits jetzt tiefsten Steuerfuss. In Zuzwil, das 2019 einen Gewinn von 929'000 Franken verbuchen kann, betrüge der neue Steuerfuss noch 82 Prozent, womit man die klare Nummer 1 in der Steuertabelle des Wahlkreises Wil verbleiben würde.

In Oberbüren, wo vergangenes Jahr ein Gewinn von 1,56 Millionen Franken resultiert hat, käme der reduzierte Steuerfuss bei genau 100 Prozent zu liegen.

Mehr zu den Jahresabschlüssen dieser beiden Gemeinden in diesem separaten Artikel.

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Die SP Kirchberg zum Steuerfuss (10.2.20)

Soll in Kirchberg der Steuerfuss gesenkt werden? Die SVP hat sich dafür ausgesprochen (siehe unten). Und die SP? Sie schliesst eine solche Diskussion nicht grundsätzlich aus, «Allerdings fehlt die Datengrundlage und jegliches Vorpreschen wäre unseriös, wenn nicht fahrlässig», schreibt die SP in einer Mitteilung. Man wisse momentan noch nicht einmal, wie der Gewinn zustande gekommen sei. Für die Sozialdemokraten muss vor einer Steuerfuss-Senkung die Diskussion um die Entwicklung der Gemeinde stattfinden. «Die ausgezeichnete Finanzlage erlaubt es Kirchberg nämlich nicht nur wiederkehrende grössere Ausgaben zu bewältigen, sondern sogar einen Pionierstatus in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens zu erlangen», schreibt die SP.

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Lütisburg will Steuerfuss markant reduzieren (10.2.20)

Um genau 845'545 Franken besser als budgetiert schliesst die Gemeinde Lütisburg das Jahr 2019 ab. Das ergibt einen Gewinn von 953'045 Franken. In allen Kontogruppen fielen die Aufwendungen tiefer aus als budgetiert. Auffallend sind speziell die tieferen Aufwendungen in den Bereichen Bildung (150'000 Franken tiefer als erwartet) sowie Verkehr (gar 330'000 Franken tiefer als budgetiert). Die Steuererträge lagen im Rahmen des Budgets. Die Gemeinde aus dem unteren Toggenburg verfügt somit über ein Nettovermögen von ziemlich genau 9 Millionen Franken. Dies entspricht 5684 Franken pro Einwohner.

Das Budget für das Jahr 2020 rechnet mit einem Verlust von 339'200 Franken. Auffallend ist der höhere Finanzbedarf von 622'000 Franken der beiden Schulgemeinden im Vergleich mit 2019. Aufgrund der positiven finanziellen Entwicklung und des hohen Eigenkapitals soll der Steuerfuss der Politischen Gemeinde Lütisburg um 10 Prozentpunkte auf neu 125 Prozent gesenkt werden. Der Entscheid fällt an der Bürgerversammlung am 31. März.

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SVP Kirchberg fordert Steuerfuss-Senkung (10.2.20)

Der dritte Millionen-Gewinn in Folge weckt in der Gemeinde Kirchberg Begehrlichkeiten. Für die örtliche SVP ist klar, dass nun eine Steuerfuss-Redaktion folgen muss. Und zwar eine spürbare. Dies fordert sie in einem Communiqué, das am Sonntag verschickt wurde. Wie hoch die Steuerfuss-Senkung ausfallen soll, geht nicht aus der Mitteilung hervor. Aktuell liegt der Kirchberger Steuerfuss bei 138 Prozent. Auf das Jahr 2019 hin war er um vier Prozentpunkte gesenkt worden.

Aus der Sicht der Kirchberger Volkspartei ist eine Reduktion angezeigt, obwohl die Verschuldung in den nächsten Jahren zunehmen wird. «Mit den aktuellen Konditionen werden die Schulden weder der Erfolgsrechnung allzu stark schmerzen, noch müssen diese Schulden in den nächsten zehn Jahren von der aktuell steuerzahlenden Bevölkerung amortisiert werden. Auch die Generationen, die von Schulden profitieren werden, dürfen sich später zu gewissen Teilen daran beteiligen», schreibt die Kirchberger SVP. Ob es zu einer Steuerfuss-Senkung kommen soll, wird spätestens mit dem Budget bekannt, welches der Gemeinderat der Bürgerversammlung unterbreitet wird. Der Entscheid fällt an eben dieser Versammlung.

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Nächster Millionen-Gewinn in Kirchberg (7.2.20)

Und das sind die grössten Kirchberger Abweicher, welcher zum Gewinn von 4,8 Millionen Franken geführt haben: In der Kontengruppe «Soziale Sicherheit» lagen die Kosten um rund eine halbe Million Franken unter dem Budget. Eine markante Budgetabweichung konnte dabei bei der wirtschaftlichen Hilfe für Bedürftige verzeichnet werden. Tieferen Ausgaben von rund 2,4 Millionen Franken stehen höhere Einnahmen von insgesamt rund 870'000 Franken gegenüber. Netto ergibt sich bei der wirtschaftlichen Hilfe eine Besserstellung um 552'000 Franken.

In der Kontengruppe «Allgemeine Verwaltung» entstand ein Minderaufwand von rund 90'000 Franken und bei «Öffentliche Ordnung und Sicherheit» ein solcher von 206'00 Franken. In der Kontengruppe «Verkehr» hat sich, wie in verschiedenen anderen Bereichen, die Umstellung auf das neue Rechnungslegungsmodell der St. Galler Gemeinden (RMSG) erfolgswirksam ausgewirkt, indem verschiedene Rückstellungen in der Erfolgsrechnung 2019 aufgelöst werden mussten. Nebst verschiedenen kleineren Positionen ergibt sich in der Kontengruppe «Verkehr» eine Besserstellung von rund 342'000 Franken.

Bilanzanpassung an das neue Rechnungslegungsmodell

Auch im Bereich Bildung konnte die Erfolgsrechnung positiv abgeschlossen werden. Gegenüber dem Budget 2019 ergab sich ein Minderaufwand von rund 750'000 Franken. Die Abweichungen sind auf verschiedene Positionen zurückzuführen und betreffen sämtliche Bereiche. Die Abweichungen liegen unter anderem in weniger Lohnausgaben und den damit zusammenhängenden Sozialabgaben. Einfluss hatte insbesondere die Tatsache, dass an den Oberstufen keine Klassen geteilt werden mussten. Weitere Gründe waren weniger Stellvertretungen und im Sonderpädagogikbereich konnte das erforderliche Pensum nicht vollständig besetzt werden. Des Weiteren erfolgten Mehreinnahmen von Mutterschafts-/ und EO-Entschädigungen sowie Unfall-/Krankentaggeldern. Im Bereich Informatik mussten nicht alle zu erwartenden Geräte ersetzt werden. Im Bereich Schulgelder ist infolge mehr sonderschulbedürftiger Schulkinder eine Aufwandzunahme zu verzeichnen. Dies wird gleichzeitig mittels Mehreinnahmen von Schulgeldern teilweise kompensiert, da im 2019 eine Gesetzesanpassung erfolgte.

Mit Inkraftsetzung des Nachtrages zum Gemeindegesetz per 1. Januar 2019 haben alle Gemeinden des Kantons St.Gallen ihre Rechnungen ab dem Rechnungsjahr 2019 nach den Vorgaben des Rechnungsmodells der St. Galler Gemeinden (RMSG) zu erstellen. Die Politische Gemeinde Kirchberg hat den Kontenplan nach RMSG bereits per 1. Januar 2014 eingeführt. Mit der Einführung von RMSG ist nun auch die Bilanz an die neue Rechnungslegung anzupassen. Das Finanzvermögen ist neu zu bewerten. Gemäss Beschluss des Gemeinderates wird auf eine Aufwertung des Verwaltungsvermögens verzichtet. Zudem sind verschiedene Vermögenswerte vom Verwaltungs- in das Finanzvermögen zu überführen und umgekehrt. Durch die Bilanzanpassung an RMSG erfährt die Bilanzsumme des Gemeindehaushaltes gegenüber der Schlussbilanz per 31. Dezember 2018 eine Erhöhung um knapp 11 Millionen Franken und beläuft sich per 1. Januar 2019 auf insgesamt rund 69,23 Millionen Franken.

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Satter Gewinn für Oberuzwil (5.2.20)

An der Medieninformation wies Oberuzwils Gemeindepräsident Cornel Egger am Mittwoch darauf hin, dass im Jahresabschluss Besserstellungen einmaliger Art enthalten sind. So zum Beispiel die Auflösung von nicht mehr benötigten Abgrenzungen von 1,5 Millionen Franken, Buchgewinne aus Liegenschaften von 800'000 Franken, ausserordentliche Steuererträge aus hohen Kapitalabfindungen von 300'000 Franken und tieferen Sozialausgaben von 500'000 Franken.

Der Gemeinderat wird der Bürgerschaft an der Versammlung vom 31. März vorschlagen, den Gewinn von 3,32 Millionen Franken vollumfänglich in die Ausgleichsreserve zu legen. Davon werden 1,8 Millionen bereits wieder für die Steuerfussreduktion um vier Prozentpunkte für die nächsten vier Jahre vorgesehen. Weitere 1,5 Millionen sollen für ausserordentliche Aufwendungen im Rechnungsjahr 2020 wie Kindergartenmobiliar, Videoüberwachung, IT-Ergänzungen an Schulen und weiteres eingesetzt werden. Oberuzwil ist bereits seit dem Jahr 2009 schuldenfrei und das Eigenkapital beträgt 7,1 Millionen Franken.

Knappes Minus budgetiert

Laut dem Gemeinderat ist eine Steuerfussreduktion von heute 129 Prozent auf neu 125 Prozent angezeigt. Der Gewinn 2019 entlaste das Budget 2020 namhaft und finanziere zugleich den Steuerausfall aus der Steuerfusssenkung, wie Finanzverwalterin Manuela Staub betonte.

Das Budget 2020 schliesst bei einem Aufwand über 35,95 Millionen Franken mit einem Verlust von 661'250 Franken. Das Investitionsbudget 2020 sieht Ausgaben in der Höhe von 5,38 Millionen Franken vor, welche teils von der Bürgerschaft vor einem Jahr bewilligt wurden oder gebundene Ausgaben darstellen. Ins Gewicht fallen die Investitionen im Bildungsbereich mit 2,7 Millionen, Strassenprojekte über 1,7 Millionen Franken und die Sanierung des Sägeweihers.

Der Finanzplan 2020 bis 2024 basiert auf einem Steuerfuss von 125 Prozent mit jeweils einem Bezug von vier Steuerfussprozenten aus der Ausgleichsreserve. Dank gutem Stand des freien Eigenkapitals bleibt aus heutiger Planung auch am Ende der Planungsperiode 2024 ein Eigenkapital von 1,1 Millionen Franken. (nj)

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Niederhelfenschwil mit 200'000 Franken Verlust (5.2.20)

«Massive Einsparungen in den meisten Kontogruppen, insbesondere in der Sozialhilfe, im Strassenbau- und unterhalt sowie in der Bildung und etwas höhere Einnahmen bei den Steuern.» Das sind die Gründe, warum der Jahresabschluss der Gemeinde Niederhelfenschwil um satte 80 Prozent besser ausfällt als erwartet. Für eine schwarze Zahl hat es zwar nicht gereicht. Aber statt einen Verlust von 1,1 Millionen Franken hinnehmen zu müssen, wie es das Budget 2019 vorgesehen hatte, beträgt der Fehlbetrag «nur» 200'000 Franken.

Ein ähnliches Bild zeigt sich für das Budget 2020 – und auch die folgenden: Der Gemeinderat rechnet kurz- und mittelfristig mit je 1,1 Millionen Franken Verlust pro Jahr. Dies insbesondere wegen der wiederum deutlich höheren Pflege- und Spitexkosten und einem nur geringfügigen Steuerwachstum. Da die Gemeinde ein positives Eigenkapital von über 5 Millionen Franken besitzt, beantragt der Gemeinderat, dass der Steuerfuss bei 114 Prozent belassen wird, womit Niederhelfenschwil weiterhin zu den steuergünstigen Gemeinden der Region Wil zählt. Das letzte Wort hat das Volk an der Bürgerversammlung. (gk/sdu)

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Jonschwil mit über zwei Millionen Gewinn (4.2.20)

Anstelle des budgetierten Defizits von 182'200 Franken ergab sich in der Rechnung 2019 der Gemeinde Jonschwil ein Gewinn von gut 2,16 Millionen Franken. Dieser wird den Reserven - grösstenteils an das freie Eigenkapital - zugewiesen. Das freie Eigenkapital hat neu eine Höhe von 3,58 Millionen Franken. Bereits der Steuerabschluss mit einem Plus von 1,22 Millionen Franken war deutlich über den Budgeterwartungen. Beim Jahresabschluss konnten mit Ausnahme des Gesundheitswesens bei allen Aufgabenbereichen weniger Ausgaben verzeichnet werden. Höhere Ausgaben ergaben sich beim Gesundheitswesen aufgrund der Pflegefinanzierung, die durch die Gemeinden zu tragen ist.

Dritte Steuerfuss-Senkung in Folge

Da eine Steuergesetzrevision Entlastungen für viele Steuerpflichtige ergibt, wird bei der einfachen Steuer für 2020 keine Zunahme erwartet. Aufgrund des guten Vorjahresergebnisses und der Höhe des Eigenkapitals soll der Steuerfuss um acht Prozent gesenkt werden. Somit ginge die Talfahrt des Jonschwiler Steuerfusses munter weiter. Besonders rasch geht es seit 2017 abwärts. Vor drei Jahren lag der Steuerfuss noch bei 145 Prozent. Per 2018 wurde er um acht Prozent reduziert, per 2017 noch einmal um deren zwei auf 135 Prozent. Wird an der Bürgerversammlung der neuerlichen Reduktion zugestimmt, liegt der Steuerfuss noch bei 127 Prozent. Dies würde im Budget einen Verlust von 625'900 Franken ergeben.

Netto-Investitionen von 10,71 Millionen Franken

Als grösstes Projekt bei den Investitionen des laufenden Jahres erscheint der Neubau der Schulanlage Schwarzenbach mit 10 Millionen Franken im Investitionsbudget. Zum Vergleich: Das gesamte Investitionsbudget 2020 sieht Ausgaben von 12,13 Millionen Franken Ausgaben und Einnahmen von 1,42 Millionen Einnahmen vor. Die Nettoinvestitionen belaufen sich damit auf Fr. 10,71 Millionen

Die Finanzplanung 2021 bis 2024 der Gemeinde Jonschwil zeigt für die Jahre 2021 und 2022 Verluste von 612'000 Franken und 541'000 Franken. In den Jahren 2023 und 2024 werden fast ausgeglichene Ergebnisse erwartet. Unter Berücksichtigung des freien Eigenkapitals kommt der Gemeinderat zum Schluss, dass die Steuerfuss-Senkung auf 127 Prozent für mehrere Jahre verkraftbar ist. (gk/red)