«Der Strom an sich ist das Faszinierendste für mich», sagt Daniel Stieger. Der Wiler ist Standortleiter beim Wiler Standort der ETAVIS Grossenbacher AG. Er sitzt im Konferenzraum an der Toggenburgerstrasse und spricht über die Freude am Beruf und seine bisherigen fünf Jahre im Betrieb. Vor zwei Monaten wurde er Standortleiter. «Als Stromer bist du der einzige, der wirklich Bescheid weiss, wie all die elektronischen Geräte, die Heizung und Lüftung in einem Haus funktionieren und zusammenhängen.» Das ändere sich auch nicht mit der fortschreitenden Digitalisierung, Stichwort «Smart Home». Klar sei: Die Zukunft gehört smarten Gebäuden mit automatisierter Beschattung, Klimatisierung und Energieoptimierung. Weil all das Strom braucht, profitieren auch Elektro-KMU von der Digitalisierung. Stieger macht ein Bild: «Die Software ist das Hirn, die Stromleitungen sind die Nervenbahnen.»

Frauen werden im Betrieb gefördert

Ob die Gebäudeautomation einer Turnhalle, ein modernes Badezimmer oder der Service für eine Anlage, die sich schon in Betrieb befindet: Daniel Stieger ist bei ETAVIS Grossenbacher der Ansprechspartner für alle Kunden. Der Ur-Wiler kennt die Region von Kindsbeinen an, ging hier zur Schule und ist auch sonst bestens vernetzt. Er ist Präsident des Vereins Rock am Weier und bei den Verkehrskadetten sowie in der Feuerwehr aktiv. Bei ETAVIS Grossenbacher koordiniert er die Einsätze von 13 Mitarbeitenden. 

Eher ungewöhnlich für eine Stromer-Bude: Unter den vier Lehrlingen befindet sich auch eine Frau. Antonia Feuz macht bei ETAVIS Grossenbacher eine Zweitlehre als Elektroinstallateurin, zuvor arbeitete sie als Printmedien-Verarbeiterin. Sie habe einen Beruf gesucht, in dem sich ihre Interessen verbinden: Technische Arbeit, Kontakt mit Menschen, Gleichgewicht zwischen körperlicher- und Kopfarbeit. In ihrem Kollegenkreis habe es ein paar Stromer gegeben, von daher habe sie den Beruf schon etwas gekannt. Ausschlaggebend für ihre Wahl sei dann aber ein Video gewesen, das sie auf der Website eines Berufsberatungs-Portals gesehen habe und in dem zwei Elektromonteurinnen porträtiert wurden.

Bei der Wahl des Lehrbetriebs sei ihr wichtig gewesen, dass sie in der männlich dominierten Baubranche als Frau akzeptiert wird. Diese Anerkennung habe sie bei ETAVIS Grossenbacher sofort gespürt. «Vor allem vom Rohbau hört man ja so Geschichten», sagt sie. Selber habe sie in ihrem ersten Lehrjahr aber noch nie negative Erfahrungen wie nicht-ernst-genommen-Werden gemacht. Zudem habe sie von einem Kollegen von den guten Weiterbildungsmöglichkeiten im Betrieb gehört. Der Förderung von Frauen wird bei der ETAVIS Grossenbacher AG grosser Wert zugemessen. «Wir haben immer noch viel zu wenige Frauen in der Branche», sagt Daniel Stieger.

Immer mehr Geräte in Küche und Bad

Die Geschichte der Elektro-Firma Grossenbacher beginnt 1881 in St.Gallen. Die Textilindustrie in der Stadt war damals ein Zentrum der Industrialisierung. Als immer mehr Fabriken auf elektrische Energie umstellten, gründete Johann Gottfried Grossenbacher eine der ersten Stromer-Buden der Schweiz. In den folgenden Jahrzehnten wächst die Firma Schritt für Schritt, neue Märkte werden erschlossen, neue Technologien angewandt. 1967 wird aus der Kommanditgesellschaft eine Gruppe von Aktiengesellschaften, die 1969 unter dem Dach der Grossenbacher Holding zusammengefasst werden. Das letzte wichtige Kapitel in der Geschichte der ostschweizer Firma ist schliesslich die Übernahme durch ETAVIS im Jahr 2007.

Daniel Stieger und Business-Unit-Leiter Rolf Raschle betonen, dass Etavis Grossenbacher trotz Zugehörigkeit zu einem grossen Unternehmen im Wesen eine lokal verankerte Stromer-Bude geblieben ist. Und also solche funktioniere sie auch. Heute verlegen und pflegen die 13 Elektroinstallateure und Montageelektriker «Nervenbahnen» in ganz Wil und Umgebung – in Firmen, Gebäuden der öffentlichen Hand, aber auch bei Privatkunden, zum Beispiel im Bad, oder in der Küche. «Viele Badezimmer sind heute richtige Wellness-Oasen», sagt Raschle und fügt hinzu: «Da gibt es heute Alles: Beleuchtete Böden, glitzernde Tapeten, und, und, und.» Dasselbe gelte für Küchen: WOK-Mulde, Grill, kochendes Wasser aus dem Hahn – auch hier gehe der Trend zu immer mehr Geräten. Zudem würden die Kunden heute sowohl in der Küche wie auch im Bad grossen Wert auf hochwertige Materialien legen.

Neben Neuinstallationen macht der Service an den Anlagen einen grossen Teil der Arbeit aus. «In diesem Bereich sind wir stolz auf unsere Flexibilität und schnelle Reaktionszeit», sagt Daniel Stieger. «Wir können jeden Job innert kürzester Frist erledigen.» Dank dem guten Service hat die ETAVIS Grossenbacher AG seit Jahren viele treue Stammkunden. Auf deren Pflege lege man besonders viel Wert, so Stieger. «Auf eine gute Stammkundschaft kannst du auch in weniger soliden Zeiten zählen. Deshalb wollen wir mit möglichst vielen Kunden nachhaltige und partnerschaftliche Beziehungen aufbauen.»


Moderne Technik in der Turnhalle

Derzeit laufen verschiedene grössere Projekte in der Region. Zum Beispiel in der Psychiatrischen Klinik Wil, wo ETAVIS das alte Leitungssystem auswechselt. Besonders herausfordernd dabei: Das Leitsystem muss während dem Wechsel und die Zeit zwischen Ausbau des alten und Einbau des neuen deshalb mit einem Provisorium überbrückt werden. Am neuen System, welches Etavis einbaut, hängen dann Heizung, Belüftung, Klimaanlagen – der ganze Bereich der Gebäudeautomation.

Anfang Juni begannen die Strom-Arbeiten am Bau der neuen Turnhalle in Eschlikon. «Kein alltägliches Projekt», sagt Daniel Stieger. Besonders die moderne Architektur des Gebäudes reize ihn. BU-Leiter Raschle pflichtet bei: Es sei die Kombination aus Grösse und der Diversität der verbauten Technik – inklusiver grosser Photovoltaik-Anlage auf dem Dach – die den besonderen Reiz an diesem Auftrag ausmacht.