Sie sind fast jeden Tag beim Sirnacher Sportplatz Kett zu sehen. Oder waren? Nachdem Bea und Edgar Graf nämlich jahrelang für den FC Sirnach im Einsatz standen, sind sie nun von ihren Aufgaben zurückgetreten. Während Bea Graf zuletzt das Clubhaus-Restaurant führte, war ihr Mann als Platzwart für die Infrastruktur auf dem Sportplatz zuständig.

Vor über 25 Jahren gestartet

«Ich habe nicht gezählt, wie viele Jahre es in Sirnach waren», sagt Edgar Graf, der früher selbst lange Zeit beim FC Münchwilen gespielt hatte. Vom Fussballfieber wurden dann auch die Kinder Remo und Sandra angesteckt, die bereits im Juniorenalter die Schuhe für den FC Sirnach schnürten.

Vor über 25 Jahren begann sich Mutter Bea für den Verein zu engagieren, indem sie half, die Teams ihrer Kinder an die Auswärtsspiele zu fahren. Nach und nach übernahm sie verschiedene Aufgaben – etwa das Waschen der Trikots aller Mannschaften oder das Putzen des Clubhauses – und entwickelte sich so zur guten Fee des Vereins. In den vergangenen Jahren hat sie unzählige Fussballer und Fussball-Freunde im Clubhaus-Restaurant bedient.

Die Pensionierung war kein Hindernis

Als Edgar Graf noch bei der Rieter AG in Sirnach arbeitete, ging er jeweils nach Feierabend auf dem Fussballplatz vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Dies änderte sich als sein Arbeitsort nach Winterthur verlegt wurde.

Aus Zeitgründen musste Edgar seine Tätigkeit beim FC Sirnach vorübergehend abgeben, kehrte nach der Pensionierung aber wieder als Platzwart in den Verein zurück. «Ich dachte: Da hast du noch etwas zu tun.»

Zu wenig Unterstützung

Unter anderem zwingen Edgar Graf nun körperliche Beschwerden dazu, kürzer zu treten. Sowohl er als auch seine Frau machen aber kein Hehl daraus, dass dies nicht der einzige Grund ist. Unter anderem hatte Bea Graf in letzter Zeit grosse Mühe, überhaupt noch Leute aus dem Verein zu finden, die sie bei der Arbeit im Clubhaus unterstützen.

«Der Entscheid, die Arbeit niederzulegen, hat mir weh getan. Aber ich kann nicht mehr ständig alles allein machen», sagt sie. Bis an den Wochenenden jeweils alle Spiele gespielt waren und sie alle Garderoben geputzt hatte, habe sie an manch einem Tag über zwölf Stunden im Clubhaus gearbeitet.

Früher war das anders

Mit der mangelnden Unterstützung hat Bea auch gemerkt, dass der Umsatz im Club-Restaurant zurückging. «Manchmal sind gar nur noch die Gäste-Mannschaften nach einem Spiel hier eingekehrt.» Im Allgemeinen fehlt dem Ehepaar Graf, das nur wenige Meter vom Fussballplatz Kett entfernt wohnt, die Wertschätzung im Verein. «Das war früher noch anders», sagen beide.

Dennoch wurde ihre Arbeit für den Verein stets geschätzt. Das sieht auch Präsident Peter Sommer so: «Der FC Sirnach hat den beiden sehr viel zu verdanken. Was sie für den Verein geleistet haben, liesse sich mit Geld gar nicht aufwiegen.» Die Grafs wollen denn dem FC Sirnach-Stella auch nicht ganz den Rücken kehren. «Ich habe immer gesagt, dass ich den Verein nicht sitzen lasse», sagt Bea. Es gäbe schliesslich immer viel zu tun.

Bea schaut gerne zurück auf die Zeit beim Fussballclub. Viele schöne Stunden habe sie hier erlebt. Bea Graf genoss es, als früher im Clubhaus nach einem Spiel noch getanzt oder gejasst wurde. «Und wir haben hier viele tolle Leute kennengelernt.» Für Bea und Edgar Graf ist klar: Sie werden weiterhin regelmässig die Spiele der ersten Mannschaft des FC Sirnach-Stella besuchen – auch Auswärtsspiele.