Philipp Muntwiler, für einmal die banalste aller Fragen: Wie geht es Dir?
Danke, es geht mir prima. Ich bin gesund.

Kein Mannschaftstraining, keine Spiele: Wie fühlt sich das für einen Fussballprofi an?
Noch nie in meiner ganzen Karriere war ich wochenlang ohne Spiel. Ich verspüre diese Adrenalinschübe nicht mehr. Ich vermisse das sehr. Es zeigt mir, wieviel Lust ich immer noch auf Fussball habe. Aber im Moment ist anderes wichtiger. Auch die Trainings fehlen mir, denn ich bin gerne unter Leuten. Ja, ich verspüre – wie viele andere Menschen auch – eine gewisse Leere. Es fehlt etwas in meinem Leben.

Was machst du mit der vielen Zeit? Wie setzt du das vom Verein vorgegebene Trainingsprogramm um?
Wir können ja auch nicht mehr in den Kraftraum ins Stadion. So verbringe ich viel Zeit beim Laufen in der Natur – drehe ab und zu mit Silvano Schäppi meine Runden. Das Trainingsprogramm enthält verschiedene Anleitungen, aus dem jeder das herauszieht, was er grad für sich braucht. Ansonsten habe ich jetzt auch mehr Zeit für Dinge wie Wohnung putzen, entsorgen, Kleider aussortieren, Dinge archivieren und und und.

Was für ganz allgemeine Gedanken bewegen dich in dieser Zeit?
Man denkt schon mehr nach als vorher. Für mich ganz wichtig ist jetzt, dass das Ich nicht gefragt ist, sondern das Wir. Man soll nicht sein eigenes Süppchen kochen, sondern zusammenwachsen. Angst habe ich keine. Angst ist der falsche Treiber. Angst führt zu einem negativen Strudel. Aber man sollte jetzt vorsichtiger sein. Alle können jetzt mithelfen, wenn sie die Massnahmen mittragen. (pd)