Die Grasshoppers vermelden am Freitagabend mit Amel Rustemoski einen positiven Covid-19-Fall. Nachdem beim GC-Mittelfeldspieler am Dienstagabend leichte Symptome aufgetreten sind, hat er sich in häusliche Isolation begeben und sich testen lassen. Das heute bekanntgewordene Testergebnis ist positiv. Rustemoski hatte seither keinerlei Kontakt mehr mit der Mannschaft oder Personen aus dem Umfeld des Klubs. Bis auf Weiteres nimmt er nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb teil. Die Grasshoppers sind im laufenden Austausch mit dem Kantonsarzt und lassen sämtliche Kaderspieler sowie Staffmitglieder vorsorglich testen. 

Die Swiss Football League (SFL) hat nach der Meldung des positiven Falls unmittelbar entschieden, die Partie der Challenge League von Freitagabend, 20.30 Uhr, zwischen dem FC Wil und dem Grasshoppers präventiv und zum Schutze aller Beteiligter abzusagen. Derzeit steht die SFL in engem Kontakt mit den Klubs, um das weitere Vorgehen und eine mögliche Neuansetzung abzusprechen. Weitere Auskünfte können zum jetzigen Zeitpunkt nicht erteilt werden, schreibt die Swiss Football League am Freitagabend in einer Mitteilung.

Auch beim FC Zürich ein Fall

Es ist nicht der einzige Covid-19-Fall im Schweizer Fussball. Stadtrivale FC Zürich hat am Freitag informiert, dass Verteidiger Mirlind Kryeziu positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Der 23-Jährige, der am Dienstag im Auswärtsspiel gegen Xamax (1:1) zu einem Kurzeinsatz gekommen war, zeige nur leichte Symptome und befinde sich derzeit zuhause in Isolation. Der positive Test hat nun aber Auswirkungen auf das ganze Team. Nach Rücksprache mit der kantonalen Gesundheitsbehörde hat der FC Zürich entschieden, sämtliche Spieler und Staffmitglieder der ersten Mannschaft, welche beim Auswärtsspiel in Neuchâtel vor Ort waren, für zehn Tage bis und mit dem 17. Juli in Quarantäne zu schicken. Damit ist klar, dass die Zürcher die beiden Partien der Super League gegen den FC Sion und den FC Basel nicht wie geplant durchführen können.

Im Video: «Das zieht einen Rattenschwanz nach sich»

 

FC Wil liess U20-Spieler testen

Was bedeutet das nun für den weiteren Verlauf der Meisterschaft? Muss sie abgebrochen werden? Es sind Fragen, auf die es am Freitagabend noch keine Antworten gab, auf welche es aber sehr bald welche geben muss. Denn es muss entschieden werden, ob die Samstags-Spiele angepfiffen werden. «Bei der Liga läuft ein Krisengipfel. Ich gehe davon aus, dass wir am Samstag weitere Informationen erhalten», sagt FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust im hallowil.ch-Video-Interview (siehe oben). In diesem lässt er auch verlauten, dass der FC Wil ebenfalls einen Spieler hat auf Covid-19 testen lassen - ein Akteur der U20-Mannschaft. Das Ergebnis war negativ.

Die erste Mannschaft hat am Freitagabend übrigens doch gespielt. Sie trug nach Bekanntwerden der Spielabsage ein internes und verkürztes Trainingsspiel aus. Von der Absage erfahren hat die Mannschaft, als sie bereits bei Kaffee und Kuchen in der gemeinsamen Spielvorbereitung war. Auch die Schiedsrichter waren bereits im Stadion. Laut Fust soll sich auch die Mannschaft der Grasshoppers schon auf dem Weg nach Wil befunden haben. Die Entscheidung der Spielabsage fiel weniger als zwei Stunden vor Kick-Off.

Lesen Sie im Kommentar von hallowil.ch-Chefredaktor  Simon Dudle: «Jetzt muss die Saison abgebrochen werden.»

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Die Vorschau auf das GC-Spiel (9.7.)

6 der 13 Runden im dicht gedrängten Nach-Corona-Programm sind absolviert. Die Hälfte ist also erreicht. In einer Tabelle jener sechs Runden seit dem Re-Start gibt es einen unangefochtenen Leader: die Grasshoppers. Von 18 möglichen Punkten hat der Absteiger deren 16 geholt. Einzig beim 1:1 im Utogrund gegen den FC Winterthur wurden zwei Punkte liegengelassen. Jene Punkteteilung war auch die einzige der sechs Partien, in der die Hoppers nicht mindestens drei Tore erzielten.

Und die GC-Tore seit dem Re-Start sind nicht irgendwelche Tore. Eines war schöner als das andere. So hat zum Beispiel Verteidiger Andreas Wittwer schon zwei Treffer der Kategorie «Tor des Monats» auf dem Konto. Dass einer wie Petar Pusic schön in den Winkel trifft, ist da schon selbstverständlicher. Beim 4:0-Heimsieg am Dienstag gegen Stade Lausanne-Ouchy stellte sich auch der erst 20-jährige Mittelfeldspieler Fabio Fehr als gekonnter Freistossschütze unter Beweis. 

Kurzum: Die Grasshoppers sind das Team der Stunde und haben seit der Corona-Pause schon zwei Drittel des Rückstandes auf Leader Lausanne-Sport wettgemacht. Auch wenn die Hypothek noch immer fünf Punkte beträgt: Träumen vom unmittelbaren und direkten Wiederaufstieg ist in Zürich wieder erlaubt.

Letzter Sieg gegen GC war im Cupfinal

Auf dem Weg nach oben gibt es für die Zürcher beim Gastspiel am Freitag im Wiler Bergholz darum nur ein Ziel: drei Punkte. Und die Zeichen stehen gut: Noch keinen einzigen Zähler haben die Hoppers in dieser Saison gegen den FC Wil abgegeben. Die letzte Niederlage gegen die Äbtestädter geht auf den Ostermontag des Jahres 2004 zurück – im Cupfinal.

Doch auch die Wiler sind deutlich besser in Form als auch schon. Aus den letzten vier Partien resultierten drei Siege. Nur eine Niederlage musste hingenommen werden – vergangene Woche beim 1:4 im Letzigrund gegen die Grasshoppers. Seit der Corona-Pause haben die Wiler zehn Punkte in sechs Spielen geholt. Lediglich Vaduz (11 Punkte) und eben die Grasshoppers (16 Punkte) waren noch fleissiger im Punktesammeln. 

Das hat auch damit zu tun, dass der FC Wil das Toreschiessen wiederentdeckt hat. Während der langanhaltenden Baisse fiel fast immer höchstens ein Wiler Tor pro Spiel. Nach Ende der Corona-Pause sind es nun im Durchschnitt fast zwei Treffer pro Partie. Dazu kommt,  dass sich die Wiler auf den wiederholt starken Zivko Kostadinovic im Tor verlassen konnten. Er hat in dieser Saison schon drei Penaltys abgewehrt, einen davon gegen die Grasshoppers. Und das von einem Spieler, dessen Abgang per Ende Monat kommuniziert ist.

Captain Muntwiler für die Hoppers geschont

Wie wichtig den Wilern das Spiel gegen die Grasshoppers ist, zeigt auch dies: Captain Philipp Muntwiler stand am Dienstagabend beim 3:2-Sieg in Schaffhausen nicht im Aufgebot und verfolgte das Spiel von der Tribüne aus. Verletzt war er nicht. Der Grund? Schonung. Wie wichtig der Captain ist, zeigte das Spiel im Letzigrund vergangene Woche, als Muntwiler gesperrt fehlte. Zwar zeigten die Wiler lange einen guten Auftritt. Als dann aber die Grasshoppers in der Schlussphase die Kadenz erhöhten, fehlte bei den Äbtestädtern eine ordnende Hand und es setzte doch noch eine deutliche Niederlage ab.Gegen alle Mannschaften der Liga hat der FC Wil in dieser Saison s chon mindestens zwei Punkte geholt. Nur gegen die Grasshoppers gab es noch keinen einzigen Zähler. Gelingt den Äbtestädtern wieder der 1:0-Führungstreffer? In den vergangenen fünf Partien war dies immer der Fall. Dreimal gab es schliesslich einen Sieg (gegen Winterthur, Kriens und Schaffhausen), zweimal eine 1:4-Niederlage (gegen Aarau und die Grasshoppers).

Das Spiel gegen die Grasshoppers ist ausverkauft. Das heisst, dass alles in allem 1000 Personen im Stadion sein werden am Freitagabend. Mehr sind laut Verordnung des Bundesrates nicht erlaub wegen der Corona-Situation. Die Tageskasse wird nicht geöffnet. Auf der Haupttribüne ist das Tragen einer Schutzmaske Pflicht, in den anderen Sektoren nicht.

Vom Spiel FC Wil gegen die Grasshoppers berichtet hallowil.ch heute Freitagabend ab 20.30 Uhr wie gewohnt mit einem Liveticker.

Die Nach-Corona-Tabelle:
1. Grasshoppers 6/16. 2. Vaduz 6/11. 3. Kriens 6/10. 4. Wil 6/10. 5. Aarau 6/9. 6. Stade Lausanne-Ouchy 6/7. 7. Lausanne-Sport 6/6. 8. Schaffhausen 6/6. 9. Winterthur 6/5. 10. Chiasso 6/1.