Das Aufatmen in der Sportwelt war gross, als der Bundesrat am vergangenen Mittwoch informierte, dass professionelle und semiprofessionelle Klubs nebst Darlehen neu auch à-fonds-perdu-Beiträge erhalten können. Es sind Steuergelder, welche nicht zurückbezahlt werden müssen. Damit sollen die Grundstrukturen des schweizerischen Leistungs- und Breitensports sowie des Trainings- und Wettkampfbetriebs gesichert werden. Der Bundesrat will den Klubs, basierend auf den Zahlen der Saison 2018/2019, bis zu zwei Drittel der entgangenen Einnahmen aus dem Ticketverkauf entschädigen. 115 Millionen Franken stehen im Jahr 2021 für die Sportklubs zur Verfügung. Auch Darlehen können weiterhin beantragt werden.

Im Gegenzug müssen die Klubs strenge Auflagen erfüllen. Am meisten ins Gewicht fällt gemeinhin die Kürzung der Spitzenlöhne um 20 Prozent. Zudem muss die Förderung der Junioren- und Frauenabteilung mindestens im gleichen Mass beibehalten werden wie bis anhin und es dürfen keine Dividenden ausgeschüttet werden. Und es muss komplette Transparenz über die Verwendung der Gelder gewährt werden. Für den FC Wil ist das eine gute Kunde. Den die Kürzung von Spielergehältern wird erst ab einem Jahreslohn von 148'200 Franken verpflichtend. So viel verdient auf dem Bergholz niemand. «Wir werden diese à-fonds-perdu-Beiträge prüfen und auch beantragen», sagt FC Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust im hallowil.ch-Video-Interview (siehe unten).

Im Video: Geschäftsführer Fust der Finanz-Situation des FC Wil

 

Fussball-Talk an der GV

Doch wie hat der Verein das bisherige anspruchsvolle Corona-Jahr überstanden? Oder konkret gefragt: Wie fällt der Jahresabschluss der Saison 2019/2020 aus? Noch gibt sich Fust bedeckt und verweist auf die Generalversammlung, die am 16. Dezember durchgeführt wird. Er lässt sich aber entlocken: «Wir haben gewisse Folgen der Coronakrise gehabt. Grundsätzlich sind wir aber zufrieden mit dem Geschäftsergebnis.» Es ist davon auszugehen, dass der FC Wil von der Coronakrise weniger schwer getroffen wurde als die Klubs der höchsten Spielklasse, da beim Bergholz-Klub die Ticket-Einnahmen einen weniger grossen Anteil im Budget ausmachen wie bei den Super-League-Vereinen.

Die GV wird beim FC Wil aufgrund der Corona-Situation einen speziellen Rahmen haben und virtuell stattfinden – aufgezeichnet nicht in der Geschäftsstelle im Fussballstadion Bergholz, sondern in einem TV-Studio. Geplant ist ein öffentlicher Livestream der Generalversammlung. Neben dem statuarischen Teil wird es einen Fussball-Talk mit Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung geben.