Der FC Wil steckt mitten in der Saisonvorbereitung – auf und neben dem Platz. Rund zwei Wochen vor dem ersten Meisterschaftsspiel gegen den FC Winterthur präsentiert der Bergholz-Klub seinen neuen Hauptsponsor. Es handelt sich um die soziale Institution "Mahrberg Libraray", wie der Klub in einer Medienmitteilung verlauten lässt. Nach vielen Jahren nicht mehr Hauptsponsor ist somit die Sirnacher Firma Hans Eisenring Küchenbau AG. Sie bleibt aber als Sponsor dem FC Wil verbunden.

Auch beim Ausrüster des Klubs gibt es eine Veränderung. Nachdem zuletzt manches Jahr das Unternehmen Nike Leibchen und Hosen geliefert hatte, übernimmt diese Aufgabe nun das Unternehmen K-Sales in Zusammenarbeit mit der Marke Erima. Während Erima im Schweizer Spitzenfussball ein fester Begriff ist, kennt man K-Sales noch weniger. Inhaber Marcel Keller sagt: «Als grösster Teamsportausrüster und Textildrucker in der Ostschweiz ist es uns ein grosses Anliegen, mit den regionalen Sportvereinen Kooperationen einzugehen.» Vom neuen Vertrag, der über drei Jahre läuft, profitiert beim FC Wil sowohl der Profibetrieb als auch der Breitensport.

Grosser Japaner für das Abwehrzentrum
Auch die Kaderplanung läuft auch Hochtouren. Nachdem diesen Sommer mit Granit Lekaj und Basil Stillhart zwei gestandene Verteidiger den Verein verlassen haben, besteht vor allem in der Defensive Handlungsbedarf. Mit dem 23-jährigen Nikki Havenaar wurde ein erster Verteidiger verpflichtet. Der fast zwei Meter grosse Japaner wechselt vom österreichischen Klub SV Horn zu den Wilern. Der Klub aus dem Osten des östlichen Nachbarlandes realisierte diesen Sommer den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse Österreichs. In den vergangenen Jahren hatten in Horn japanische Investoren um Fussballer Keisuke Honda das Sagen. Havenaar hat bisher sämtliche Wiler Testspiele dieser Vorbereitungsphase bestritten. Trainer Konrad Fünfstück sagt: «Mit Havenaar ist uns ein guter Griff gelungen. Obwohl er noch jung ist, bringt er Stabilität und Ruhe in die Abwehr.»

Für den Wiler Übungsleiter ist aber auch klar, dass damit die Transferaktivitäten noch nicht beendet sind. «Wir müssen noch am Kader arbeiten, die offenen Baustellen schliessen und auf dem Transfermarkt die eine oder andere Lösung finden», sagt Fünfstück. Zwar benennt er die Baustellen nicht explizit, das Hauptaugenmerk dürfte aber auf der Abwehr liegen.

Rasen noch nicht verwachsen
Sein drittletztes Testspiel vor dem Saisonstart bestritt der FC Wil auf dem idyllischen Sportplatz Waldgarten in Heimberg – zwischen Bern und Thun gelegen. Bei der Partie gegen den Super-League-Klub Thun gab vor allem der Rasen zu reden. Dieser wurde am Samstag neu eingeweiht, nachdem er zuvor während eines halben Jahres wegen einer Sanierung nicht bespielbar gewesen war. Allerdings waren die einzelnen Rasen-Bahnen noch nicht richtig verwachsen, was das Risiko erhöhte.

In der ersten Halbzeit hielten die Wiler gut mit und hatten durch Michael Gonçalves nach knapp einer halben Stunde eine vorzügliche Möglichkeit auf den Führungstreffer. Jedoch scheiterte der Wiler an Thuns Goalie Djordje Nikolic. Nach der Pause steigerten sich die Thuner und kamen zu mehreren Chancen sowie einem Pfostenschuss von Numa Da Silva. Folgerichtig gingen die Berner Oberländer Mitte zweiter Halbzeit in Führung, als Kevin Bigler mit einem Abschluss aus rund 20 Metern Entfernung in die linke Ecke Erfolg hatte. Danach bäumten sich die Ostschweizer nochmals auf. Zu mehr als einem Lattenschuss und einer vergebenen Möglichkeit der beiden Testspieler Rrezart Hoxha und Herrmann Kolja reichte es aber nicht mehr. «Vom Spielerischen her war es auf diesem Platz nicht einfach. Wir konnten aber das hohe Tempo von Thun mitgehen. Es war ein guter Test», sagte Fünfstück. Für die Thuner war es an diesem Tag bereits das zweite Testspiel. Am frühen Nachmittag hatten sie einige Kilometer weiter nördlich in Oberdiessbach gegen den Challenge-League-Klub eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben und mit 2:3 verloren.

Zwei internationale Vergleiche
Bis zum Saisonstart stehen noch zwei Testspiele gegen internationale Gegner an. Am Mittwoch (11. Juli) um 18 Uhr treffen die Wiler im St. Galler Gründenmoos auf Al Nasr aus der höchsten Liga Saudi-Arabiens. Zwei Tage später findet am kommenden Freitag (13. Juli) um 18 Uhr der Vergleich mit dem türkischen Spitzenklub Galatasaray Istanbul statt. Noch immer steht nicht fest, wo das Spiel ausgetragen wird und ob Zuschauer zugelassen sind.


FC Thun – FC Wil 1900 1:0 (0:0)

Sportplatz Waldgarten, Heimberg: 500 Zuschauer. – Sr: Bieri.

Tor: 65. Bigler 1:0.

FC Thun: Nikolic; Glarner (58. Dzonlagic), Sutter, Uche, Facchinetti; Roth (70. Sherzad), Stillhart; Da Silva (83. Wetz), Bigler (80. Gerber), Schwizer; Sorgic.

FC Wil 100: Kostadinovic; von Niederhäusern, Havenaar, Beka; Scholz, Breitenmoser (9. Latifi, 57. Savic); Kolja, Lombardi (46. Ozbolt), Gonçalves; Cortelezzi, Silvio (46. Hoxha).

Bemerkungen: Thun ohne Righetti, Hunziker (beide verletzt), Faivre, Ziswiler, Rodrigues, Hediger, Kablan, Ferreira, Spielmann, Salanovic und Joss (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Audino, Zé Eduardo (beide verletzt), Muslin, Molter und Rahimi (alle nicht im Aufgebot), dafür mit den Testspielern Alen Ozbolt, Herrmann Kolja und Rrezart Hoxha. – 51. Pfostenschuss Da Silva. – 81. Lattenschuss Hoxha.