Wie fast immer im Juli ist es ein Start ins Ungewisse. Das zählt am Samstag beim Saisonauftakt zwischen den zwei FCW aus Wil und Winterthur für beide Mannschaften. Während sich die Eulachstädter für eine enttäuschende vergangene Saison und Platz neun rehabilitieren wollen, geben sie beim FC Wil kein konkretes Ziel für die bereits 15. Saison hintereinander in der Challenge League vor. In erster Linie sollen die jungen Spieler weiterentwickelt werden.

Ähnlich defensiv formuliert es Rückkehrer Silvio, der genau zehn Jahre nach seinem zweiten Abgang in Wil diesen Sommer auf das Bergholz zurückgekehrt ist. «Wichtig ist, dass wir in den ersten Spielen gute Ergebnisse holen. Dann kommt das Selbstvertrauen und es ist vieles möglich.» Angesprochen auf die eigenen Ziele, bleibt der mittlerweile 33-jährige brasilianische Stürmer bescheiden: «Ich schaue von Spiel zu Spiel und möchte alles geben für die Mannschaft. Dann werde ich auch zu Chancen kommen und Tore erzielen. Vor allem, wenn wir mutig nach vorne spielen.»

Rückkehr als Dank für den Europa-Kickstart
Es sind zurückhaltende Worte eines Mannes, der in dieser Saison nichts anderes als der Hoffnungsträger in der Wiler Mannschaft ist. Nachdem die Äbtestädter in der vergangenen Saison die schwächste Offensive der Liga gestellt hatten, soll sich dies mit Silvio ändern. Immerhin war der zweifache Familienvater in den letzten beiden Saisons in Winterthur jeweils bester Torschütze. «Es waren zwei schöne Jahre. Auch wenn wir beim FC Wil auf uns selber schauen müssen, so hoffe ich doch, dass Winterthur besser spielt als in der vergangenen Saison. Die Mannschaft war nicht so schlecht, wie die Rangliste vermuten lassen könnte. Aber es hat auf dem Feld nicht gepasst», sagt Silvio.

Ausgerechnet sein vormaliger Arbeitgeber ist am Samstag erster Gast der neuen Saison auf dem Bergholz. Gross war der Aufruhr, als Silvio bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres in einem Interview gesagt hatte, er wolle zum FC Wil zurückkehren. Dass dies nun Tatsache wurde, war aber lange nicht sicher. Denn Silvio hatte diesen Sommer konkrete Anfragen von Super-League-Klubs und musste sich gut überlegen, wo er die Karriere fortsetzt. Er entschied sich noch einigem Zögern für Wil und gegen die höchste Spielklasse, weil er mit seiner Familie im nahen Niederhelfenschwil wohnt. Zudem ist es ein Dank an den FC Wil, der ihm Mitte des vergangenen Jahrzehnts die Türe für den Profisport in Europa geöffnet hatte. «Sollte meine Karriere in Wil ausklingen, so würde sich ein Kreis schliessen», sagt Silvio.

Exklusiv: Das Comeback im Hallowil-Liveticker
Und wer ist aus der Sicht das Brasilianers im Vorteil im samstäglichen Regionalderby? «Es gibt keinen eigentlichen Favoriten. Wer die bessere Tagesform hat, wird gewinnen. Die Winterthurer haben sich gut verstärkt mit Sead Hajrovic, Granit Lekaj oder auch Davide Callà. Wir sind aber gut drauf und haben uns in den Vorbereitungsspielen stark verkauft», sagt Silvio.

Beim Saisonauftakt stellt sich die Frage: Erzielt Silvio in seinem ersten Spiel für seinen neuen, alten Arbeitsgeber bereits seinen ersten Treffer? Die Antwort gibt es am Samstag ab 17.30 Uhr auch im Liveticker von www.hallowil.ch. Die neue Wiler Online-Zeitung wird in der Saison 2018/2019 von den Heim- und Auswärtsspielen in Echtzeit berichten. Es handelt sich um ein Exklusiv-Angebot. Einen Liveticker der FC-Wil-Spiele sucht man sonst vergebens.