Die Schlinge schien sich schon nach weniger als einer Viertelstunde beim Bergholz-Klub zuzuziehen. Wils Winterthurer Nick von Niederhäusern, für einmal im zentralen Mittelfeld statt in der Defensive eingesetzt, war binnen dreier Minuten zweimal tief in der Platzhälfte des Gegners gegen Tobias Schättin übermotiviert eingestiegen, was ihm früh die Ampelkarte eintrug. Es war im 27. Wiler Pflichtspiel dieser Saison der erste Platzverweis.

Da die Winterthurer schwungvoll begonnen hatten und die Äbtestädter nach der 0:4-Klatsche sechs Tage zuvor in Rapperswil-Jona mit dem frühen Platzverweis einen weiteren Rückschlag hinnehmen mussten, schwante einem böses. Doch es kam anders. Der Platzverweis liess die Wiler zusammenrücken. Einerseits im übertragenen Sinn mit einer solidarischen Leistung in den verbleibenden 85 Minuten. Andererseits aber auch mit einem defensiv kompakten Auftritt. Immer wieder blieben die Winterthur in der vielbeinigen Abwehr der Äbtestädter hängen. Das lag allerdings auch daran, dass sie es zu oft durch die Mitte versuchten, statt das Spiel über die Seiten zu entflechten.

Déjà-Vu für Torschütze Cortelezzi

Aus Wiler Sicht vermochte zu gefallen, was die Mannschaft zeigte. Denn sie tat wieder das, was ihr Weg zum Erfolg ist: Kompakt stehen, viele Zweikämpfe und Luftduelle gewinnen und vorne den einen oder anderen Nadelstich setzen. Es ergab sich eine erste Halbzeit, in welcher Chancen auf beiden Seiten Seltenheitswert hatten. Die Wiler waren gar eine Spur zwingender und dem Führungstreffer näher. Ein Aufsetzer von Nias Hefti klärte Winterthurs Goalie Raphael Spiegel zum Corner. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff fehlte Sergio Cortelezzi eine Schuhlänge, um das Führungstor zu erzielen.

Der Gesamteindruck vermochte auch in der zweiten Halbzeit zu gefallen. Zwar hatte Winterthur bei Spielende 15 Corner getreten, 17 Torabschlüsse zu verzeichnen und mit 63 Prozent fast doppelt so viel Ballbesitz. Allerdings taten sich die Gäste schwer. Denn die Wiler hatten defensiv ein derart engmaschiges Netz aufgezogen, dass bei den Gästen mehr Kreativität nötig gewesen wäre, um den Riegel zu knacken. Geknackt wurde er ein einziges Mal – auf der anderen Seite. Nicht zufällig fiel der Siegtreffer nach einem ruhenden Ball. Nias Hefti schlug aus dem rechten Halbfeld einen Freistoss in den Winterthurer Strafraum. Dort verlängerte Nikki Havenaar per Kopf auf Cortelezzi, der von der unsortierten Winterthurer Abwehr völlig vergessen gegangen war und aus kurzer Distanz durch die Beine von Winterthurs Goalie Raphael Spiegels traf.

Die richtige Reaktion auf Rapperswil

Es war der dritte Saisontreffer des Uruguayers, der dritte in einem Heimspiel – und für Cortelezzi ein Déjà-Vu-Erlebnis. Genau zwei Wochen zuvor hatte er gegen Lausanne-Sport den Führungstreffer zum 1:0 genauso in der 66. Minute erzielt, genauso in das Tor vor der Wiler Fankurve, genauso aus kurzer Distanz von der rechten Seite, genauso in einem TV-Livespiel. Es reichte damals für ein 1:1. Da die Wiler ihren leidenschaftlichen Auftritt gegen Winterthur ohne grösseren Fehler bis zuletzt durchzogen, wurde der erste Sieg des Jahres 2019 Tatsache. Es war der erste Heimerfolg seit dem 21. Oktober des vergangenen Jahres.

Mit dieser Leistung zeigten die Wiler auch, dass die 0:4-Niederlage vor Wochenfrist in Rapperswil-Jona nur ein Ausrutscher war und nicht der Beginn einer gleichgültigen, langen Schlussphase der Saison. Hatte die frühe Rote Karte schliesslich sogar einen positiven Einfluss auf die dezimierten Wiler? Trainer Konrad Fünfstück verneinte: «Das war ein Handicap, weil wir 80 Minuten lang verteidigen mussten. Wir hätten uns mit elf Spielern deutlich leichter getan. Am Ende waren wir aber der verdiente Sieger.» 

 
Im Video: Die wichtigsten Szenen des Spiels samt dem Wiler Torjubel. (Quelle: www.sfl.ch)

FC Wil 1900 – FC Winterthur 1:0 (0:0)

IGP-Arena: 1560 Zuschauer. – Sr: Erlachner.

Tor: 66. Cortelezzi 1:0.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rahimi, Havenaar, Gasser; Gonçalves, Zé Eduardo (91. Latifi), von Niederhäusern, Schällibaum; Lombardi (75. D. Schmid), Hefti (82. Breitenmoser); Cortelezzi (83. Audino).

FC Winterthur: Spiegel; Hamdiu (74. Mulaj), Lekaj, Hajrovic, Schättin; Arnold (33. Abedini), Doumbia (63. Sliskovic); Callà, Alves (74. Gazzetta), Radice; Seferi.

Bemerkungen: Wil ohne Silvio, Schäppi, Sejdija (verletzt), Chande, Scholz, Herter, Gülünay, Beka und Savic (nicht im Aufgebot). Winterthur ohne Roth, Sutter, Lepik (verletzt), Stettler, Cavar, M. Schmid, Salvi, Saliji und Markaj (nicht im Aufgebot). – Platzverweis: 13. von Niederhäusern (zweite Verwarnung für Foul). – Verwarnungen: 10. von Niederhäusern (Foul), 54. Hajrovic (Foul). 56. Doumbia (Foul). 70. Rahimi (Foul). 87. Kostadinovic (Spielverzögerung).

 
Im Interview: Michael Gonçalves und Trainer Konrad Fünfstück erklären, was besser war als eine Woche zuvor in Rapperswil-Jona. (Quelle: www.fcwil.ch)

Challenge League, Resultate, 24. Runde:
Wil - Winterthur 1:0
Servette - Schaffhausen 6:1
Vaduz - Chiasso 1:0
Lausanne-Sport - Aarau 0:0
Kriens - Rapperswil-Jona 2:1

Rangliste:
1. Servette 24/48. 2. Lausanne-Sport 24/40. 3. Winterthur 24/39. 4. Wil 24/35. 5. Aarau 24/34. 6. Vaduz 24/28. 7. Schaffhausen 24/28. 8. Kriens 24/26. 9. Rapperswil-Jona 24/24. 10. Chiasso 24/23.

Nächste Spiele (25. Runde):
Freitag, 15. März: Kriens - Vaduz (20.00 Uhr).
Samstag, 16. März: Rapperswil-Jona - Servette (17.00 Uhr), Schaffhausen  - Lausanne-Sport (17.30 Uhr).
Sonntag, 17. März: Chiasso - Wil (14.30 Uhr), Winterthur - Aarau (15.00 Uhr).


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Der Liveticker zum Derby:

Ich verabschiede mich hiermit aus der IGP-Arena in Wil und bedanke mich für Ihr Interesse. hallowil.ch wird auch nächste Woche  am Sonntag (17. März) auswärts gegen Chiasso vor Ort sein und live vom Spiel berichten. Simon Dudle wird dann für Sie tickern. Ich wünsche einen schönen Abend und bis bald.

Schlussfazit: Eine frühe Gelb-Rote-Karte gegen Nick von Niederhäusern sorgte schnell für rote Köpfe auf der Wiler Trainerbank. Die Mannschaft liess sich dadurch aber nicht beeindrucken und spielte fortan besser. Das Spiel war lange Zeit ausgeglichen. Erst in der zweiten Halbzeit kam der FC Winterthur zweitweise auf über 70 Prozent Ballbesitz. Aber genau in dieser Druckphase der Gäste kam das Tor der Wiler. Nach einem Freistoss von Nias Hefti bediente Nikki Havenaar mit dem Kopf Sergio Cortelezzi, der aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben brauchte. Erwähnt werden muss auch die schlechte Standardauswertung der Eulachstädter. 15 Eckbälle konnten die Gäste im gesamten Spiel treten, jedoch nie Profit daraus ziehen. Alles in allem ein nicht unverdienter Sieg der Wiler. Und das in einer Phase der Saison, in welcher ein Befreiungsschlag dringend notwendig war. 

Schlusspfiff: Der FC Wil gewinnt das Regional-Derby gegen den FC Winterthur mit 1:0.

95. Minute: Noch zwei Minuten sind in der IGP-Arena zu spielen.

93. Minute: Callà tankt sich auf der rechten Seite gegen die ganze Abwehr durch und schliesst ab. Daneben. Glück für die Wiler, dass sie hier immer noch in Führung sind.

90. Minute: Es gibt sechs Minuten Nachspielzeit. Sechs!

90. Minute: Eine weitere Chance für die Gäste: Havenaar blockt den Schuss aber kurz vor der eigene Torlinie. Der Eckball, Sie ahnen es schon, bringt keine Gefahr.

89. Minute: Schlag auf Schlag geht es nun im Bergholz: Die Winterthurer suchen jetzt den Ausgleich. Ein Abschluss knallt auf die Bande hinter dem Tor. Der Eckball wird wieder von Wil geklärt.

87. Minute: Gelbe Karte für Zivko Kostadinovic wegen Zeitspiel. Bereits seine dritte Verwarnung in dieser Saison - alle wegen Zeitspiels.

86. Minute: Ein weiterer Eckball für Winterthur. Die Situation kann nicht wirklich geklärt werden. Der Nachschuss kommt aber zu ungenau und fliegt über das Tor. Durchatmen.

84. Minute: Der elfte Eckball der Eulachstädter bringt wiederum null Erfolg. Da wurde, wie es aussieht, in der letzten Woche zu wenig Standardsituationen trainiert.

82./83. Minute: Zwei Wechsel kurz nacheinander des FC Wil: Magnus Breitenmoser ersetzt Nias Hefti. Ivan Audino kommt für den Torschützen Sergio Cortelezzi neu in die Partie.

80. Minute: Mittlerweile wurde auch Torhütertrainer Lehmann auf Seiten der Wiler auf die Tribüne geschickt. Schon in der ersten Halbzeit wurde heftig mit dem Schiedsrichter diskutiert. Nun kann er also den Rest der Partie von der Tribüne mitverfolgen. 

77. Minute: Die Zuschauerzahl wird bekanntgegeben. 1560 Zuschauer haben es heute in die IGP-Arena geschafft. Der volle Gästesektor trägt sicher auch dazu bei, dass heute ein Saisonrekord aufgestellt wurde. 

75. Minute: Erster Wechsel auf Seiten des FC Wil. Captain Sandro Lombardi geht vom Spielfeld. Neu für ihn ist Dominik Schmid gekommen.

74. Minute: Doppelwechsel beim FC Winterthur: Für Alves kommt Gazzetta. An Stelle von Hamdiu spielt neu Mulaj. Trainer Ralf Loose hat sein Wechselkontigent somit ausgeschöpft.

71. Minute: 74 Prozent Ballbesitz für die Winterthurer in der zweiten Halbzeit bringen ihnen bisher nichts. Sie können ihre Ansätze nicht nutzen und mir kommt das Sprichwort in den Sinn: Wenn man sie vorne nicht macht, bekommt man sie halt irgendwann hinten.

70. Minute: Gelbe Karte für Rahimi. Der Freistoss von Callà kann aber von der Wiler Abwehr geklärt werden.

67. Minute: Havenaar kann sich den Assist für den Treffer gutschreiben lassen. Nach einem Freistoss köpft er den Ball durch den Sechszehner. Cortelezzi reagiert am schnellsten und schiebt ein.

66. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Sergio Cortelezzi zum 1:0. Dur Uruguayer bringt die Wiler nach einem guten Querpass in Führung. Ein sehr wichtiger Treffer für die Mannschaft in Unterzahl - und das dritte Saisontor von Cortelezzi.

63. Minute: Zweiter Wechsel bei Winterthur: Doumbia räumt seinen Platz für den Superjoker Sliskovic. Der hat in den vergagnenen beiden Spielen den Winterthurern mit einem Tor jeweils in der 89. Minute zusätzliche Punkte beschert.

61. Minute: Oha: Riesenchance für die Gäste. Callà kommt alleine aufs Tor von Kostadinovic. Sein Querpass auf den Sturmkollegen wird aber noch entscheidend von einem Wiler gestört. Der Eckball bringt wiederum nichts für Winterthur.

60. Minute: Nias Hefti kommt auf der rechten Seite zu Fall. Freistoss aus aussichtsreicher Position. Dieser fliegt aber über alle Köpfe hinweg ins Nichts. Keine Gefahr.

58. Minute: Nun eine Ecke für die Heimmannschaft. Der FC Wil bleibt aber weiterhin ungefährlich in der zweiten Halbzeit.

58. Minute: Gleich zwei Ecken nacheinander für die Eulachstädter. Beide bringen keinen Erfolg. Kostadinovic pflückt den Ball sicher aus der Luft.

56. Minute: Nächste Gelbe Karte für Winterthur. Doumbia steigt zu ungestüm in den Zweikampf.

55. Minute: Nein! Der Freistoss geht in die Mauer und kann geklärt werden. 

54. Minute: Die erste gelbe Karte für Winterthur. Cortelezzi fällt knapp vor dem Strafraum. Kann eine Standardsituation den Erfolg bringen?

51. Minute: Radice schliesst schon wieder ab. Der Schuss wird aber von einem Wiler geblockt. Die anschliessende Ecke bringt keine Gefahr.

50. Minute: Erste Top-Chance in dieser zweiten Halbzeit: Radice prüft Kostadinovic mit einem guten Schuss. Dieser reagiert aber mit einer besseren Parade.

46. Minute: Die zweite Hälfte ist angepfiffen. 

Zwischenfazit: In einer wenig unterhaltsamen ersten Hälfte gibt es wenige Situationen zusammenzufassen. Die Gelb-Rote Karte von Nick von Niederhäusern ist der Farbtupfer der ersten 45 Minuten. Aber auch wenn die Eulachstädter seit der 13. Minute mit einem Mann mehr spielen, haben sie dies bisher nicht in ein Tor ummünzen können. Die Torflaute hält also weiter gegen die Wiler an. Obwohl Winterthur die spielbestimmende Mannschaft ist, kommen auch die Gastgeber zu ihren Chancen und haben sogar mehr Schüsse aufs Tor als der FC Winterthur verzeichnen können. Wir sind gespannt, ob die Wiler in der zweiten Hälfte weiter mithalten können oder ob die Gäste ihren Stempel langsam aber sicher diesem Spiel aufdrücken können.

45 + 2. Minute: Halbzeit in der IGP-Arena. Keine Tore sind gefallen in der ersten Halbzeit.

45 + 2. Minute: Cortelezzi kommt zu einer Fast-Chance kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Nach einem Querpass rutscht er nur knapp am Ball vorbei. Das wäre wichtig gewesen aus Wiler Sicht.

45. Minute: Es gibt zwei Minuten Nachspielzeit.

45. Minute: Die erste Hälfte ist fast vorbei. Keine wirklichen Vorteile für eines der beiden Teams hier im Bergholz. 

40. Minute: Die Gäste kommen ein ums andere Mal zu Chancen-Ansätzen nach Flankenbällen. Doumbia köpft aber wieder am Wiler Tor vorbei.

37. Minute: Nächster Eckball für Winterthur. Der Abschluss mit der Hacke von Seferi geht am Tor vorbei.

36. Minute: Eckball für Winterthur. Havenaar klärt fürs erste. Die Flanke danach köpft ein Winterthurer am Tor vorbei.

35. Minute: Cortelezzi taucht gefährlich auf der rechten Seite auf. Sein Schuss aufs Tor wird aber von Spiegel gehalten.

33. Minute: Erster Spielerwechsel beim FC Winterthur: An Stelle von Arnold spielt neu Abedini.

30. Minute: Cortelezzi wird für ein Gespräch zum Schiedsrichter beordert, weil er nach einem Foulspiel von Winterthur reklamiert. Es bleibt aber bei einer Ermahnung.

27. Minute: Das Spiel hat sich ein wenig beruhigt. Beide Mannschaften mit ausgeglichenen Spielanteilen. 

23. Minute: Die Äbtestädter spielen seit dem Platzverweis ein wenig kontrollierter und halten besser mit. Wie lange wird das aber noch so bleiben?

19. Minute: Eine Flanke der Wiler sorgt für eine gefährliche Szene. Der Winterthurer-Verteidiger geht mit dem Ellbogen in den Zweikampf. Der Schiedsrichter pfeift aber keinen Elfmeter. Der anschliessende Eckball der Wiler führt aber zu keinem Abschluss.

17. Minute: Dritter Eckball für den FC Winterthur: Nikki Havenaar kann klären.

16. Minute: Erste Chance für Wil: Hefti prüft mit einem Aufsetzer Spiegel. Es kommt zum Eckball, welcher aber zu nichts führt aus Sicht der Wiler. 

15. Minute: Nach einem weiteren Eckball köpft Winterthur den Ball schon wieder neben das Tor. Es bleibt beim 0:0.

13. Minute: Unglaublich: von Niederhäusern steigt wieder schlecht ins Duell gegen seinen Gegenspieler ein. Zweite gelbe Karte für ihn. Das bedeutet Platzverweis. Wil für mindestens 77 Minuten nur noch zu zehnt.

12. Minute: Die Gäste sind besser in diese Partie gestartet. Sie schiessen aus allen Lagen aufs Tor. Kostadinovic muss aber nicht eingreifen.

10 Minute: Von Niederhäusern steigt hart in den Zweikampf. Gelbe Karte. Er wird deshalb nächste Woche gegen Chiasso fehlen.

8. Minute: Ein eigentlich schon fast geklärter Einwurf kommt doch noch gefährlich zu einem Winterthurer. Der Schuss geht aber weit übers Tor. Assistgeber war Lombardi mit einem Fehlpass.

5. Minute: Zé Eduardo steigt ins Kopfballduell mit Radice. Dieser bleibt am Boden liegen und es gibt ein Unterbruch. "Schiriball".

3. Minute: Der Ball kommt in den Strafraum. Kostadinovic kann den Kopfball aber halten.

2. Minute: Eckball für die Winterthurer. Callà wird diesen treten.

1. Minute: Das Spiel läuft.

Die Mannschaften laufen jetzt ein. Der FC Wil spielt in weiss, die Winterthurer agieren in eher ungewohntem dunkelblau.

In wenigen Minuten geht es los in der IGP-Arena. Schon jetzt steht fest: Das wird kein einfaches Spiel für die Heimmannschaft. Der Gästesektor platzt aus allen Nähten. Das sieht hier fast wie ein Heimspiel des FC Winterthur aus.  

Die Partie wird von Schiedsrichter Pascal Erlachner geleitet.

Winterthur spielt heute im 4-2-3-1-System. Das Tor hütet Spiegel. In der Abwehr spielen von rechts nach links Hamdiu, Lekaj, Hajrovic und Schättin. Das defensive Mittelfeld bilden Arnold (rechts) und Doumbia. Offensiver agieren von rechts her gesehen Captain Callà, Alves und Radice. Im Sturm spielt Seferi.

Kommen wir zu den Aufstellungen: Wil-Trainer Konrad Fünfstück vertraut heute auf ein 3-4-2-1-System. Im Tor steht Zivko Kostadinovic. Die Abwehr von rechts nach links bilden Rahimi, Havenaar und Gasser. Im Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Gonçalves, Zé Eduardo, von Niederhäusern und Schällibaum. Interessant hier ist, dass heute Nick von Niederhäusern im zentralen Mittelfeld agiert anstatt wie normalerweise in der Verteidigung. Das offensive Mittelfeld bilden rechts Captain Lombardi und links Hefti. Die einzige Sturmspitze ist Cortelezzi.

Die Wiler müssen heute unbedingt eine Reaktion auf die peinliche Niederlage gegen den FC Rapperswil-Jona zeigen. Gleich mit 0:4 ging man auswärts gegen den vormaligen Tabellenletzten unter. Captain Sandro Lombardi äusserte sich deshalb diese Woche deutlich: «Das Spiel in Rapperswil war eine Enttäuschung. Wir werden alles dafür tun, um gegen Winterthur zurück in die Erfolgsspur zu finden.» Klare Worte des Leaders, auf die nun Taten folgen müssen. Man muss den Fans zeigen, dass man sich aus der Negativspirale befreien und wieder mit den besten Mannschaften der Challenge-League mitspielen möchte. Eine schwierige Aufgabe ohne den besten Torschützen Silvio, welcher ein weiteres Mal wegen einer Fussverletzung aussetzen muss.

In der Tabelle sieht das Ganze besser für die Gäste aus. Der FC Winterthur ist nur wegen schlechterem Torverhältnis nicht auf dem Barrage-Platz klassiert und hat noch alle Chancen auf die «Relegation». Sieben Punkte hinter ihm, auf Tabellenplatz fünf, liegen die Wiler. Obwohl die vergangen vier Duelle im Jahr 2018 gegen Wil jeweils ohne Tor für die Eulachstädter endeten, ist die Situation an diesem Spieltag nicht zu vergleichen. Der FC Winterthur hat bis jetzt schon mehr Punkte gesammelt als in der gesamten vergangnen Saison und will nun endlich seine Torflaute gegen die Ostschweizer beenden.

Derbytime im Wiler Südquartier. Lukas Tannò heisst Sie herzlich willkommen aus der IGP-Arena in Wil zum Prestige-Duell zwischen dem FC Wil und dem FC Winterthur. Um 20 Uhr geht es hier los.

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Die Vorschau:

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die Leistung der Wiler am vergangenen Samstag beim damaligen Tabellenletzten Rapperswil-Jona war schlecht, gegen Ende des Spiels gar indiskutabel. Die Äbtestädter hatten den ersatzgeschwächten Rosenstädtern je länger je weniger entgegenzusetzen und bezogen mit 0:4 die höchste Niederlage in der 20-monatigen Wirkenszeit von Trainer Konrad Fünfstück.

Nach diesem gar deutlichen Fehltritt einfach so zur Tagesordnung übergehen und die Niederlage auf das noch fast jugendliche Alter der Mannschaft abschieben? Das ist nicht der richtige Ansatz, fand Vereinspräsident Maurice Weber – und trat im Nachgang des Spiels vor die Mannschaft. Dabei appellierte er an die Ehre jedes Einzelnen. Später sagte er gegenüber hallowil.ch: «Jeder muss sich an der eigenen Nase nehmen. So wie in Rapperswil ist die Mannschaft noch nie aufgetreten. Ich erwarte gegen Winterthur eine Reaktion.»

Die Wiler:

Aus Wiler Sicht ist vor allem von Bedeutung, jene Tugenden wieder an den Tag zu legen, welche die Mannschaft im vergangenen Herbst stark gemacht hatten: mannschaftliche Geschlossenheit, konsequente taktische Umsetzung der Vorgaben und ein kämpferisch einwandfreier Auftritt. Die Aufgabe wird auch dann noch schwierig genug. Denn es verdichten sich die Zeichen, dass es für den ehemaligen Winterthurer Stürmer Silvio gegen sehen ehemaligen Klub noch nicht zum Comeback reicht. Und ohne den gebürtigen Brasilianer war der Wiler Sturm in den vergangenen Partien nur ein laues Lüftchen. Die Harmlosigkeit im Angriff der Äbtestädter lässt sich in einer Zahl gut unterlegen: Seit bald einmal vier Monaten haben die Wiler in jedem Spiel höchstens ein Tor erzielt.

Die Trainersuche:

Eine Frage, die sich momentan auch stellt: Wie weit ist der FC Wil in der Trainersuche? Die Zusammenarbeit mit Fünfstück wird ja im Sommer nach zwei Jahren beendet. «Es wurde eine grosse Auslegeordnung gemacht. Wir haben viele interessante Dossiers bekommen und sind derzeit daran, eine Short-List zu erstellen», sagt Weber. Wenn der neue Übungsleiter präsentiert wird, steht noch nicht fest. «Bis im Sommer ist Konrad Fünfstück der Chef. Wir wollen einen starken Abschluss liefern, damit Marco Grimm und er eine gute Referenz haben. Das haben sich die beiden verdient», sagt Weber.

Die Winterthurer:

Die Eulachstädter sind – über die ganze Saison betrachtet – die positive Überraschung der zweithöchsten Spielklasse. Schon jetzt sind sieben Punkte mehr erspielt als in der gesamten vergangenen Saison, welche allerdings auf dem enttäuschenden vorletzten Platz geendet hatte. Auch wenn auf der Schützenwiese noch niemand das Wort «Barrage» in den Mund nimmt, so ist die Aussicht auf zwei mögliche Relegationsspiele gegen die taumelnden Grasshoppers verlockend. Für die Winterthurer ist es derzeit eine «Phase der Wahrheit» mit Spielen der Reihe nach gegen Lausanne (1:1), Wil, Aarau und Servette. Die Partie am vergangenen Sonntag gegen die Wadtländer hätte mit einem Sieg geendet, wenn die Lausanner nicht ihren einzigen Schuss aufs Tor in einen Treffer umgemünzt hätten. Doch Wil ist alles andere der Lieblingsgegner von Winterthur. Im vergangenen Kalenderjahr gab es in den vier Direktduellen keinen einzigen Treffer zu bejubeln gegen den FC Wil.