Der FC Wil grüsst von Platz zwei in der Challenge League und ist bisher die positive Überraschung dieser noch jungen Saison. Zudem hat er im Cup die erste Hürde Uzwil am vergangenen Samstag souverän übersprungen. Eitel, Sonne, Sonnenschein also? Auf dem Platz ja. Doch die personellen Veränderungen gehen weiter, nachdem mit Marc-Aurel Weinmann und Thomas Hengartner innerhalb eines Jahres schon zwei Verwaltungsräte das Gremium früh verlassen hatten. In der medizinischen Abteilung, genannt Medical Staff, haben nun zwei langjährige Mitarbeiterinnen gekündet. Namentlich Mechthild Rutschmann und Marion Siebs.

Als Mechthild Rutschmann beim FC Wil begonnen hat, standen Jahrtausendwende, Aufstieg in die Nationalliga A, Abstieg aus der Super League sowie Cupsieg noch bevor. Seit 1999 ist die Wilerin dabei – ein kurzer Unterbruch nach dem Cupsieg im Jahr 2004 inklusive. Sie erlebte ukrainische und türkische Investoren und hat mehrere hundert Spielerwaden geknetet. Am Sonntag in einer Woche wird sie beim Auswärtsspiel in Chiasso letztmals dabei sein. Doch was ist der Grund für den Abgang auf eigenen Wunsch? «Es hat beim FC Wil eine Umstrukturierung im medizinischen Bereich gegeben. Das hätte bedeutet, dass ich noch vornehmlich am Wochenende im Einsatz gestanden wäre. So macht es für mich mehr Sinn, die eigenen Massage-Therapie-Praxis in den Vordergrund zu stellen», sagt Mechthild Rutschmann.

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Auch das eine oder andere grosse Stadion wie hier der Zürcher Letzigrund haben Marion Siebs und Mechthild Rutschmann mit dem FC Wil bereist.

Masseur per 1. September gesucht
Marion Siebs ist seit dem Jahr 2005 dabei, blickt also auf 13 Jahre im Dienst des FC Wil zurück. Ihre Kündigung ist auf «wirtschaftliche Gründe» zurückzuführen, wie sie selber sagt. Nachdem ihre Stelle im Büro des FC Wil im Frühjahr wegrationalisiert worden war, wurden es nun auch in der medizinischen Abteilung weniger Einsätze. Darum musste sich Siebs überlegen, was künftig die Haupt-Einnahmequelle ist. Sie hat sich entschieden, beim FC Wil zu künden und einen Job abseits des Fussballs zu suchen. Bereits am kommenden Sonntag beim Gastauftritt der Wiler in Luzern gegen Kriens wird Marion Siebs letztmals dabei sein.

Derweil sucht der FC Wil per Inserat einen Masseur oder eine Masseurin für die 1. Mannschaft – per Anfang September oder nach Vereinbarung. Diese Person wird sich um die Regenerationsmassagen nach dem Spieltag am Samstag, Sonntag oder Montag kümmern. Vom Verein ist zu vernehmen, dass es für Rutschmann und Siebs zu gegebener Zeit eine würdige Verabschiedung geben werde.

Zweiter Abgang von Sanchez
Teammananger Paco Sanchez ist per sofort nicht mehr dabei. Während er selber von einer Trennung im «gegenseitigen Einvernehmen» spricht, ist beim FC Wil von einer sofortigen Freistellung die Rede. «Es gab unüberbrückbare Differenzen, welche eine Zusammenarbeit aus meiner Sicht verunmöglicht haben. Die Entscheidung ist noch zu frisch, um bereits Details nennen zu können», sagt Sanchez. Der Spanier war seit vergangenem Sommer Teammanager und gehörte seit Winter der Sportkommission an, die sich anstelle eines Sportchefs um die Transfers kümmert. Sanchez verlässt den FC Wil nach einem Jahr. Es war sein zweites Gastspiel auf dem Bergholz, nachdem er bereits zwischen 2008 und 2010 unter Sportchef Axel Thoma Teammanager gewesen war.

Nachfolger wird per sofort der 33-jährige Renato Fusco. Der ehemalige Wiler Junior war bisher Trainer der FE14-Mannschaft und übernimmt auf dem Bergholz eine 100-Prozent-Stelle mit mehreren Tätigkeitsbereichen. Das Traineramt bei den FE14-Junioren behält er inne.