Jugendsolarwoche unter Mitwirkung von „Energietal Toggenburg“

Warum eine Woche zum Thema „Energie“?

Vielen Menschen ist im Umgang mit Energie gar nicht bewusst, wie man mit wenig Aufwand viel von diesem kostbaren Gut sparen könnte. Jugendliche sind eine gute Zielgruppe für dieses Thema, haben sie doch schon einen gewissen schulischen Hintergrund, um die Zusammenhänge zu verstehen, wenn diese altersgerecht und in unkomplizierter Sprache dargelegt werden. Andrerseits ist man in diesem Alter meistens noch für neue Verhaltensweisen zugänglich, was doppelt für den Nutzen einer solchen Sonderwoche spricht. Mit Fachleuten aus dem Förderverein „Energietal Toggenburg“ bekamen die Lehrkräfte der Oberstufe zudem kompetente Unterstützung, um den ganzen Themenbereich möglichst einprägsam an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen.

Impuls aus dem Gemeinderat

Ursprünglich war die Sonderwoche schon für den Herbst 2017 geplant gewesen, wie Gemeindepräsident Cornel Egger in einem Interview mit der Mediengruppe der Oberstufe erklärte. Die Idee, sämtliche Schulhäuser mit Photovoltaik (PV) auszustatten, sei im Gemeinderat schon länger diskutiert worden. Weil für so ein Vorhaben aber immer auch eine Baubewilligung sowie ein JA zur Finanzierung durch die Stimmberechtigen nötig seien, dauerte es halt etwas länger, deshalb musste die Durchführung auf diese Maiwoche verschoben werden. Cornel Egger erklärte, dass er sich sehr freue, auf dem Dach so motivierte Jugendliche angetroffen zu haben, welche mit viel Muskelkraft und Ausdauer beim Installieren der einzelnen Solarelemente so tüchtig angepackt hätten. 

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Auch Prominenz war vor Ort: Gemeindepräsident Cornel Egger, Schulpräsident Roland Waltert und Gemeinderat Alois Schilliger im Gespräch mit einer interessierten Besucherin - von links.

Klassenübergreifendes Arbeiten

Dem vielbeschworenen „Schulhausgeist“ tut es gut, wenn die einzelnen Klassen von Zeit zu Zeit etwas anders „gebüschelt“ werden. In dieser Solarwoche forschten und werkten Buben und Mädchen aus den verschiedenen Sekundar- und Realschulklassen gemeinsam zu verschiedenen Energiethemen. In solchen neugebildeten Gruppen gibt es immer Jugendliche, die schon sehr viel handwerkliches Können oder Fachwissen vorzuweisen haben, welches sie ihren jüngeren Gspänli weitergeben können.

In allen Modulen wurde intensiv gearbeitet, diskutiert und Neues erfahren. Verschiedene Jugendliche waren denn auch auf den Strassen Oberuzwils mit speziellen Fragebogen anzutreffen. Daraus befragten sie zufällig vorbeikommende Passanten. Es lohnt sich, die Homepage dieser Solarwoche anzuklicken und sich mit den einzelnen Themenkreisen vertieft zu befassen. 

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Hier entstanden teilweise wahre Kunstwerke, von A-Z selbst entworfen und ausgeführt, voller Hoffnung auf einen guten Platz im Rennen all der Boliden dann am Freitagnachmittag.

Einbezug vieler Kompetenzen

Eine solche Sonderwoche ist keine „Plauschwoche“, in welcher ein wenig „gechillt“ werden kann, wie man das oft in abschätziger Weise zu hören bekommt. Im Gegenteil! Hier werden viele der unzähligen Kompetenzen verlangt, wie sie der neue Lehrplan 21 vorsieht. Die Kulturtechniken Schreiben, Lesen, mathematisches Können, ja gar Fremdsprachen helfen, einen Themenkreis vertieft zu studieren. Gerade im Bereich der Informatik ist vieles nur in Englisch nachzulesen. Auch Sozial- sowie Selbstkompetenz sind wichtige Faktoren eines gelingenden, nachhaltigen Wissenserwerbs. Zudem macht es gerade Jugendlichen Spass, sich auch in praktischer Betätigung zu beweisen, steht doch bei manchen schon die Berufslehre sehr im Vordergrund.

Spannende Module zum Thema

Die Jugendlichen hatten im Vorfeld aus den verschiedenen Themenbereichen ihren Favoriten auslesen können. Bekleidung, Verhalten, Mobilität, Ernährung, Wasser, aber auch „Solarwerken“ hiessen die einzelnen Module. Am Montagmorgen begann die Woche für alle gleich. Fachleute von „Energietal Toggenburg“ stellten die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Energie vor. Dazu verfasste eine Mediengruppe jeden Tag Texte zu den einzelnen Themen und stellte diese in einem Blog auf die Homepage der Solarwoche. 

Körperliche Schwerarbeit

Auf dem Dach waren fast ausschliesslich junge Burschen anzutreffen. So ein Solar-Element hat doch ein rechtes Gewicht, da sind starke Muskeln von Vorteil. Allerdings wurde auch eine junge Frau gesichtet, welche beim Förderverein „Energietal Toggenburg“ ein Praktikum absolviert. Schon bald möchte sie ein Studium in Umweltwissenschaften angehen. Bei einer solchen Installation muss ganz sorgfältig gearbeitet werden, damit die einzelnen Solarzellen auch richtig eingepasst werden können. Alle rund 190 Schülerinnen und Schüler bekamen im Lauf der Woche Gelegenheit, auf dem Dach dieses grosse Werk zu begutachten. Die Treppe hoch auf das Schulhausdach verlangte von Nicht-Schwindelfreien Mut beim Besteigen. Oben zeigten die Solarbauer Stolz ihr Werk. Schliesslich konnte man bei dieser Art Schule am Abend genau sehen, was man den Tag über gemacht hatte. Im normalen Schulbetrieb ist das ja nicht immer der Fall… 

Verhaltensänderung angestrebt

Natürlich steckt hinter einer solchen Sonderwoche auch eine klare Absicht. Jugendliche sollen den persönlichen Umgang mit Energie überdenken, Sparmöglichkeiten und vor allem einen bewussteren Umgang mit den kostbaren Ressourcen herausfinden und diese Erkenntnisse auch in den Alltag einbauen. Gerade im Zusammenhang mit Nahrung oder Kleidern kann mit wenig Aufwand eine bessere Nutzung erreicht werden. Dies beginnt schon beim Einkauf. Wasser ist in der Schweiz reichlich vorhanden, dennoch soll auch damit sehr sorgfältig umgegangen werden. Ein Schlagwort heisst heute „Food-Waste“ und meint damit den bedenklichen Umgang mit Lebensmitteln. Was da doch alles im Kübel landet, was noch bestens geniessbar wäre! 

Förderverein „Energietal Toggenburg“

Im Toggenburg gibt es schon viele Jahre Bestrebungen, das Tal möglichst eigenständig mit - erneuerbarer - Energie zu versorgen. Dazu haben die Verantwortlichen Unterlagen für Schulen erarbeitet und helfen bei Bedarf auch bei der Durchführung mit. Damit soll aufgezeigt werden, dass es sehr wohl auf das Verhalten jeder einzelnen Person ankommt.

Präsentation für die Öffentlichkeit

Der spätere Freitagnachmittag war der Präsentation all der neuen Einsichten gewidmet. Überall diskutierten Eltern, Grosseltern oder sonstige an der Schule Interessierte mit den einzelnen Themengruppen, lasen die während der Woche entstandenen Plakate, staunten über die herausgefundenen Zusammenhänge und spürten dabei bestimmt auch die grosse Ernsthaftigkeit, die diese Woche begleitet hatte. Kleider waren neu aufgerüstet – gepimpt, wie man heute so schön sagt… - und so wieder als „zum Anziehen tauglich“ befunden worden. In der Küche hatten Mädchen feine Köstlichkeiten zubereitet und dabei viel über klugen Einkauf und sachgerechte Verwendung der Zutaten gelernt. Für alle Besucherinnen und Besucher hatte der Förderverein „Energietal Toggenburg“ einen feinen Apéro spendiert. 

Solarrennen als Höhepunkt

Auf dem Schulhausplatz war eine lange Rennbahn aufgestellt worden, auch welcher die von A – Z selbstgebauten Solarmobil-Modelle nun ihre Kraft zeigen konnten. Manches Fahrzeug hatte allerdings etwas „Unwucht“ in den Rädern, was diese zu ungeplanter Richtungsänderungen bewog. Immer wieder krachte auch ein Fahrzeug in ein anderes – doch Fangnetze auf allen Seiten bewahrten die kostbaren Modelle vor grösserem Schaden. Hier waren die Buben ebenfalls in grosser Überzahl dabei, aber ein Mädchen wurde denn doch auch gesichtet, welches ein elegantes, filigranes Gefährt geschaffen hatte. Das Spektakel wurde von einem „Speaker“ angeheizt und von Vätern und Müttern eifrig verfolgt und kommentiert. 

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Ein paar Fakten zur Solaranlage auf den Dächern des Oberstufenzentrums Schützengarten
Gesamtleistung: 162.27 kWp
Gesamtertrag/Jahr: 151'493 kWh
Eigenverbrauchsanteil: 70.4% (29.6% Einspeisung ins Netz)
Anzahl Module: 601 Stück
Anzahl Wechselrichter: 6 Stück

Den Donnerstag verbrachte die ganze Oberstufe in der Umweltarena Spreitenbach. 

http://solarwoche.oz-oberuzwil.ch/crbst_7.html

https://www.energie-lexikon.info/energiesparen.html

http://www.umweltarena.ch/

Ein Video über die die Photo-Zelle:

https://www.youtube.com/watch?v=qMzTIXZeERc