Es beginnt die dritte und letzte Herbstferienwoche im St. Galler Teil der Region Wil. Die Strassen sind am Morgen weniger stark befahren, manch ein gesuchter Gesprächspartner wird erst nächste Woche wieder im Büro erreichbar sein. Da im Frühjahr wegen dem Corona-Lockdown nicht wirklich Ferien möglich waren und auch im Sommer viele von uns Zuhause geblieben sind, muss nun langsam aber sicher das Ferien-Kontingent bezogen werden.

In Wil ist es laut hallowil.ch-Recherchen so, dass in den vergangenen Tagen der gesamte Wiler Stadtrat ferienhalber nicht im Büro war. Und schon tauchen die ersten Fragen auf, ob das noch professionelle Stadtführung ist. hallowil.ch hat Stadtpräsident ad Interim, Daniel Meili, damit konfrontiert. Dieser bestätigt die Ferienabwesenheiten, sagt aber klar, dass die Stadt Wil auch in dieser Phase jederzeit handlungsfähig war und wichtige Entscheide getroffen werden konnten. «Wir sind so organisiert, dass immer Stadträte vor Ort in Wil waren und sind. Ich bin zum Beispiel die ganze anstehende Woche zugegen, obwohl «Ferien» eingetragen sind», sagt Meili. Vergangene Woche sei er zwei Tage nicht vor Ort gewesen, Jutta Röösli in dieser Zeit hingegen schon. Meili ergänzt, dass er auch während der sonstigen Arbeitszeit nicht immer im Büro sei und auch während seiner Ferienzeit alle Mails beantwortet habe. Stadtrat Daniel Stutz sagt, vergangene Woche im Homeoffice und jederzeit erreichbar gewesen zu sein. Diese Woche sei er im Büro erreichbar.

Daniel Meili sagt ganz grundsätzlich zur Ferienplanung: «Man merkt schon, dass wir eine Person weniger sind. Zudem brauchten die vier Stadträte nach dem anstrengenden ersten Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen ein paar Tage zum Durchschnaufen.»

Rochaden bei der operativen Leitung

Nun kann man die Meinung vertreten, die Stadträte seien in erster Linie für die strategische Führung der Stadt verantwortlich – und nicht für die operative. Die physische Präsenz ist darum weniger wichtig. Immer mal wieder wird gewissen Exekutivmitgliedern gar vorgeworfen, sie würden sich zu sehr ins Tagesgeschäft einmischen. Ein Thema aber ist, dass der Stadtschreiber-Stellvertreter, Samuel Peter, unlängst die Stadt Richtung Baudepartement des Kantons verlassen hat. Noch-Stadtschreiber Hansjörg Baumberger hat ebenfalls gekündigt und ist nur noch wenige Tage operativ tätig. Temporär wird nun Armin Blöchlinger die anfallenden Arbeiten erledigen. Er war einst Stadtschreiber, allerdings ist das zwölf Jahre her.

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