Der ZAB darf einmal mehr auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurückblicken. Der Verband er-wirtschaftete 2019 einen Gewinn von rund 8,5 Millionen Franken. Das gute Ergebnis ist vor allem auf höhere Verarbeitungsmengen in den Thermischen Anlagen sowie im Sortierwerk Bazenheid zurückzuführen. Die erwirtschafteten Mittel werden für künftige Projekte rückgestellt. Namentlich das zukunftsorientierte Projekt «Optimierung des Energieparks Bazenheid» wird diese finanziellen Mittel beanspruchen.

Im Zentrum stehen der Ersatz der Feuerung und des Kessels der Verbrennungslinie 3, der Ersatz der Entstaubungsanlagen sowie der Ersatz der nasschemischen Reinigung aller Linien mit einer Trockenreinigungsstufe, wie der ZAB verlauten lässt. Mit dem Umbau werde die Betriebseffizienz der Anlagen wesentlich verbessert. Im Vordergrund steht die Reduktion des Eigenenergiebedarfs. Mit all den geplanten Massnahmen werde es möglich sein, den Eigenenergieverbrauch um 20 bis 30 Prozent zu senken. Damit werden am Standort Bazenheid optimale Rahmenbedingungen für die künftige Energiebewirtschaftung geschaffen. Gleichzeitig werden aber auch ideale Voraussetzungen gelegt für den weiteren Ausbau der externen Energienutzung, beispielsweise den Bau der Fernwärmenetze in der Stadt Wil oder im Dorf Kirchberg.

Fernwärmenetz: Kirchberg und Wil in Prüfung

In den Jahren 2013/14 konnte im Rahmen einer Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden, dass ein Fernwärmenetz vom Energiepark des ZAB ins Dorf Bazenheid und in die Stadt Wil ökologisch wertvoll und technisch sowie wirtschaftlich machbar ist. Gestützt auf diese Studie sind in den Jahren 2017 bis 2019 durch die RWT Regionalwerk Toggenburg AG in Zusammenarbeit mit der Dorfkorporation Bazenheid drei Bauetappen des Fernwärmenetzes Bazenheid gebaut und in Betrieb genommen worden. Die in der Machbarkeitsstudie getroffenen technischen und wirtschaftlichen Eckelemente konnten gesamthaft bestätigt werden. Aktuell wird geprüft, ob auch das Dorf Kirchberg mit Fernwärme erschlossen werden soll.

Auch für die Stadt Wil kann eine Fernwärmeversorgung ab dem Energiepark Bazenheid eine Option für eine Wärmeversorgung darstellen. Im kommunalen Energiekonzept 2017 der Stadt Wil ist vorgesehen, bis zum Jahr 2050 einen Wärme-Energiebedarf von rund 70`000 Megawattstunden pro Jahr durch Fernwärme zu decken. Momentan laufen zusammen mit dem ZAB die Abklärungen auf Hochtouren und im Frühjahr 2021 wird die Stimmbürgerschaft von Wil voraussichtlich über das Fernwärmeprojekt befinden. (pd/red)