Im Bazenheid ist das Fernwärmenetz bereits in Betrieb und in Etappen weiter ausgebaut worden. Die RWT Regionalwerk Toggenburg AG beabsichtigt nun den Ausbau des Fernwärmenetzes für das Dorf Kirchberg. Die Errichtung dieses Astes setzt allerdings voraus, dass genügend Wärmebezüger anschliessen und damit eine ausreichend hohe Menge an Wärmeenergie bezogen wird. Dabei stehen Liegenschaften mit höherem Energiebedarf, typischerweise Mehrfamilienhäuser, im Vordergrund.

Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, die öffentlichen Bauten im Dorf Kirchberg an das Fernwärmenetz anzuschliessen, wenn dieses durch die RWT Regionalwerk Toggenburg AG realisiert wird. Das macht laut aktuellem Mitteilungsblatt schon fast der Hälfte der angestrebten Anschlussleistung aus.

Betriebswirtschaftlich nicht zielführend

Die Voraussetzungen für eine Anbindung des Dorfes Kirchberg an die Fernwärme sind aber nicht gleich ideal, wie dies in Bazenheid der Fall war. «Einerseits muss nach Kirchberg eine längere Fernwärmeleitung realisiert werden, was zu höheren Kosten führt. Andererseits verfügte Bazenheid über eine bessere Struktur anzuschliessender Liegenschaften, insbesondere was die gewerblichen Objekte betrifft», schreibt die Gemeinde Kirchberg. Und weiter: «Aus rein betriebswirtschaftlicher Betrachtung wäre von einem Bau der Fernwärme Kirchberg abzusehen.»

Der Gemeinderat Kirchberg hat aber beschlossen, eine Anschubfinanzierung von 533'000 Franken an das Fernwärmenetz zu leisten – im Rahmen eines Beitrags à fonds perdu. Ökologische Gründe haben eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung gespielt. Als Konsequenz daraus hat der Verwaltungsrat der RWT Regionalwerk Toggenburg AG die Realisierung der Fernwärme Kirchberg beschlossen. Die Investitionskosten für den Bau der Fernwärme Kirchberg belaufen sich auf 6,5 Millionen Franken.

Auswirkungen auf Wil?

Bei der Festlegung dieses Betrages wurde auf die Kosten der Aufbrüche in Gemeindestrassen abgestellt, welche von der Fernwärme getragen werden müssen. Dabei wurden sowohl die bereits ausgeführten Strassenaufbrüche in Bazenheid, als auch die künftig folgenden in Kirchberg berücksichtigt. Zusätzlich wird die Vergünstigung der Anschlussgebühren in Bazenheid, welche anfänglich von der Dorfkorporation Bazenheid übernommen wurde, an die Dorfkorporation Bazenheid zurückerstattet. «Durch die Anschubfinanzierung bleibt eine Gleichbehandlung der beiden Fernwärmeäste gewahrt», schreibt die Gemeinde Kirchberg.

Das letzte Wort hat aber das Volk. Da der Betrag über 500'000 Franken und unter einer Million liegt, besteht der Beschluss des Gemeinderates dem fakultativen Referendum. Bis um 22. Juli können Unterschriften gesammelt und somit eine Abstimmung erzwungen werden. Ferner darf man gespannt sein, was diese Vorgänge für Auswirkungen auf Wil haben. Denn ein weiterer Ast dieses Fernwärmenetzes soll dereinst in die Äbtestadt führen. Die Planungen sind aber noch deutlich weniger weit gediehen als in Kirchberg. (sk/red)