Was soll in diesem Jahr an der Festtafel serviert werden, ein veganer, klimafreundlicher Gemüseteller, ein Stück von einem tierfreundlichen Bio-Weidelamm, Lachs aus schonendem Wildfang, dazu ein Glas Wein aus zertifiziert nachhaltigem Anbau, zum Dessert ein Fairtraide-Fruchtsalat und dazu ein Max Havelaar-Kaffee.

Immer mehr Kriterien

Während die Generationen vor uns jenes assen, was saisonal auf dem Markt erhältlich war, und was im Vorratskeller lagerte wird heute der Einkauf zur grossen Herausforderung. Bei der Produktewahl kann man sich für oder gegen das Tierwohl, den CO 2-Ausstoss, Kinderarbeit, Umweltbelastung, Food waste und weiterem mehr entscheiden.

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Kaufentscheidungen werden von immer mehr Kriterien abhängig. (Foto: pixabay James_Maynard) 

Kriterien wie Bioqualität, Fairtrade, Regionalität sowie Freiheit von Palmöl, Regenwald-Freundlichkeit werden zu entscheidenden Kaufargumenten.

Globalisierte Speiseauswahl

Die Speiseauswahl war noch nie so üppig wie im 21. Jahrhundert: Spargeln aus Mexiko, Frühkartoffeln aus Ägypten, Birnen aus Südafrika, Pangasius-Fisch aus Vietnam und Ananas aus Ghana. Nahezu alle Delikatessen sind rund ums Jahr verfügbar. Doch darf man alles in den Einkaufswagen legen, was das Herz und der Gaumen begehren?

Einige Konsumenten erwerben bestimmte Lebensmittel nicht, weil sie die Regierungspolitik der Herkunftsländer nicht unterstützen wollen. Das Essen wird für sie zum politischen Manifest. Anderen gefällt das Verhalten einzelner Lebensmittelkonzerne in bestimmten Ländern nicht, deshalb boykottieren sie deren Produkte.

Lebensmittelskandale

Es nicht übertrieben, festzustellen, dass bei verantwortungsbewussten Menschen im Alltag ein gewisses Grundmisstrauen beim Essen mitschwingt. Darf man tatsächlich mit gutem Wissen geniessen, was auf dem Teller liegt? 

Nicht ganz unschuldig an den Bedenken sind dabei auch die Skandale der letzten Jahre, die Stichworte sind etwa undeklariertes Pferdefleisch in der Lasagne, Listerien, Gammelfleisch, BSE sowie EHEC.

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Wer hat beim Essen Vorrang, der Appetit oder die Bedenken? (Foto: pixabay buffetcrush)  


Lust oder Verstand

Nicht die Lust aufs Essen und Trinken werden heutzutage zu den vorrangigen Kriterien beim Einkauf, sondern die persönliche Lebenseinstellung, gekoppelt mit der Angst um die eigene Gesundheit. Die ständigen Ambivalenzen zwischen Appetit und Vernunft bringen das Essverhalten vieler Menschen durcheinander.

Mit der Zeit trauen die Konsumenten infolge der kritischen Medienberichten zu Lebensmittelthemen ihren Instinkten nicht mehr: Was einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt, ist vielleicht alles andere als unbedenklich?

Erfahrener Gaumen

Wo liegt die Lösung dieses mittlerweile beträchtlichen Dilemmas um das Essen und Trinken? 

In uns selber, betonen verschiede professionelle Ernährungsexperten. Der eigene Körper wisse aus Erfahrung genau, was er benötige. Er besitze eine innewohnende kulinarische Intelligenz, die auf langjähriger Erfahrung basiert.

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Essen ist vor allem ein Gemeinschaftserlebnis, das zur Lebensqualität beiträgt. (Foto: pixabay kaboompics)  

Die Empfehlung der Fachleute: Wenn wir uns darin üben, darauf zu achten, was der Körper signalisiert, versorgen wir ihn ausgewogen mit Betriebsstoffen und muten ihm keine Speisen zu, die er nicht verträgt.

Geniessen oder Gewissensbisse

Nach wie vor gilt die Redensart «Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen». 

Genussvolles zu Tischsitzen ist ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität; wenn dagegen der Esstisch zum politischen Manifest wird, kann dies leicht den Appetit verderben. Und wer will dies schon - besonders an Weihnachten?