Die Teilnehmenden absolvierten ihren diesjährigen Weiterbildungskurs bei völlig unterschiedlichen Bedingungen. Während am Freitag sonniges, warmes Wetter herrschte, musste der zweite Kurs bei Regen und kühlen Verhältnissen durchgeführt werden. Nach 2017 stellte sich Niederhelfenschwil nochmals als Durchführungsort für den WBK zur Verfügung. Die Ortsfeuerwehr mit Kommandant Patrick Mader konnte die notwendige Infrastruktur und geeignete Arbeitsplätze im Dorf anbieten. Kurskommandant Patrick Mader und der Technische Leiter Roland Felix, Wil waren für die Kursleitung verantwortlich. Materialwart Marcel Inauen und weitere Gehilfen sorgten für die Bereitstellung des Materials und der Verpflegung. Zusätzlich benötigte Fahrzeuge und Geräte stellten benachbarte Feuerwehren zur Verfügung. Der Kurs wurde am Samstag mit einer zweiten Gruppe wiederholt. Zur Mittagszeit trafen sich alle Gruppen jeweils im Mehrzweckgebäude zum gemeinsamen Essen, welches von der Adler-Metzg geliefert wurde. Das Helferteam war auch für den speditiven Service verantwortlich.


Neue Themen vermittelt

Mit dem als Anwendungs- und Festigungsstufe geltenden Kurs wurden die Unteroffiziere auf den aktuellen, einheitlichen Wissensstand gebracht. Die sechs kompetenten Instruktoren Martina Cantieni, Yves Talamona, Marc Schwendener, Silvan Hungerbühler, Simon Freund und Reto Looser vermittelten als Klassenlehrer den Teilnehmenden auf sechs Arbeitsplätzen das technische Rüstzeug. Der Technische Leiter Roland Felix begründete die regelmässigen Kurse des Regionalfeuerwehrverbandes so: „Auch bei der Feuerwehr gibt es immer wieder Änderungen. Die Aus- und Weiterbildungen der Kader und Mannschaften sind in der Feuerwehr enorm wichtig. Sie bringen die Kursbesuchenden auf den neuesten Stand“. So kamen dieses Jahr einige neue Themen zur Sprache. Der Technische Leiter formulierte drei Kursziele: 1. „Jeder Uof kennt die AUTO-Regeln und kann diese anwenden“. 2. „Jeder Uof kennt die verschiedenen Messgeräte und kann sie richtig bedienen“. 3. „Jeder Uof ist in der Lage, Folgeschäden bei einem Brandeinsatz einzuschätzen und zu vermeiden“. „Neben den lehrreichen Lektionen sehe ich auch den kameradschaftlichen Austausch als wichtigen Bestandteil der Kurse“, betonte Roland Felix.

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ZUm Thema Methodikt / Didaktik mussten Kurzvorträge über Geräte der Feuerwehr entwickelt und vorgetragen werden


Theorie und Praxis

Am ersten Kurs rückten am Freitagmorgen 61 Unteroffiziere ein, darunter einige Frauen. Die Teilnehmenden wurden in sechs Gruppen eingeteilt, die abwechselnd mit den ausgewählten Themen „Führen einer Gruppe“, „Rettung aus der Tiefe“, „Methodik / Didaktik“, „Autobrand Alternativantrieb“, „Messen“ und „Verantwortlichkeit – Folgeschäden vermeiden“ vertraut gemacht wurden. Für die einzelnen Lektionen waren jeweils 60 Minuten vorgegeben. So wurden beispielsweise das Führen einer Gruppe bei verschiedenen Einsatzmöglichkeiten geübt und besprochen. Dabei ging es vor allem um den Führungsablauf, die schnelle Problemerfassung und die Schadenplatzorganisation. In einem Bauernhof kam es zur Rettung eines Verunglückten aus der Tiefe. Dabei kamen die Rettungswinde mit Dreibeinstütze und Flaschenzug sowie die Korbschleiftrage zum Einsatz. Für die Lektion „Methodik / Didaktik“ mussten paarweise Kurzvorträge über unterschiedliche Geräte vorbereitet und vor der Klasse demonstriert werden. Anschliessend wurde darüber diskutiert.


Kursziele erreicht

Im Strassenverkehr werden zunehmend alternative Antriebe eingesetzt. Das stellt bei Unfällen auch die Feuerwehren vor unterschiedliche Probleme. Bei einem Einsatz muss der Uof ein Auto mit den verschiedenen Benzin-, Gas-, Hybrid- oder Elektroantrieben erkennen und entsprechende Massnahmen treffen. Beim Kurs standen alle vier Typen zur Verfügung. Ein neues Thema wurde an einem anderen Arbeitsplatz behandelt. Es galt verschiedene Messgeräte kennenzulernen und einzusetzen. Das richtige Vorgehen wurde demonstriert und das Lesen der gemessenen Werte geübt. Beim Einsatztraining in einem neuen Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage wurden neben dem Tanklöschfahrzeug auch andere Mittel wie Turbolüfter, Wärmebildkamera und anderen Hilfsmittel eingesetzt. Ziel aber war, die Uof für mögliche Folgeschäden zu sensibilisieren. Der Technische Leiter Roland Felix bescheinigte den Teilnehmenden einen vorbildlichen Einsatz und sachgerechtes Vorgehen. „Die Leute haben einen tollen Einsatz gezeigt. Es herrschte in beiden Kursen ein gutes, kameradschaftliches Klima“, sagte er. Diese Einschätzung der Postenarbeit bestätigten auch die sechs Instruktoren. Die Unteroffiziere seien motiviert und interessiert dabei gewesen und die Kursziele seien erfüllt worden.