Das von der Regierung präsentierte Budget 2023 geht von einem negativen Rechnungsergebnis von minus 42,7 Millionen Franken aus. Unter Ausklammerung der Bezüge aus dem besonderen Eigenkapital entspricht dies einem operativen Aufwandüberschuss von 79,5 Millionen Franken. Trotzdem fordert eine grosse Mehrheit der Finanzkommission – wie schon im Vorjahr – eine Steuerfusssenkung um 5 Prozentpunkte. Damit sollen weite Teile der Bevölkerung finanziell entlastet werden. Aus Sicht der Finanzkommission kann sich der Kanton St.Gallen diese Steuersenkung dank dem erwarteten positiven Rechnungsergebnis 2022 und einem robusten Eigenkapital von gegen 1,5 Milliarden Franken nachhaltig leisten. Anträge auf Aufstockung der Mittel für individuelle Prämienverbilligungen fanden hingegen keine Mehrheit.

Die Finanzkommission hat ebenfalls das von der Regierung beantragte Wachstum des Personalaufwands beraten. Dabei schlägt die klare Mehrheit der Finanzkommission geringfügige Anpassungen vor. So möchte die Finanzkommission den partiellen Teuerungsausgleich um 0,2 Prozent auf 1,5 Prozent reduzieren und gleichzeitig die Mittel für individuelle Lohnmassnahmen von 0,4 Prozent auf 0,6 Prozent erhöhen. Die zusätzlichen Mittel für individuelle Lohnmassnahmen sollen dabei insbesondere eine angemessene Lohnentwicklung der jüngeren Mitarbeitenden ermöglichen. Klar unterlegen ist ein Minderheitsantrag, der einen vollen Teuerungsausgleich (3,0 Prozent) für das Personal forderte. Bei den zusätzlichen Stellen hält die Finanzkommission an ihrer geäusserten Haltung vom Januar dieses Jahres fest und begrenzt die Mittel auf 0,2 Prozent. Nicht davon betroffen sind die vorgeschlagenen Stellenschaffungen im Zusammenhang mit IT- und Digitalisierungsvorhaben, welche die Finanzkommission mehrheitlich unterstützt.