Auch im Jahr 2021 hat sich das Wachstum der Schülerzahlen im Kanton fortgesetzt. Im vergangenen Jahr besuchten 31'100 Kinder und Jugendliche eine öffentliche Schule. Das sind 550 mehr als im Vorjahr. Gemäss den aktuellen Entwicklungen werden die Schülerbestände bis 2030 um 13 % auf gesamthaft 35'100 ansteigen.

Im Jahr 2021 bestand die Regelschule aus 87 Körperschaften. Diese setzen sich aus 46 Primarschulgemeinden, 20 Volksschulgemeinden, 15 Sekundarschulgemeinden, 5 in Politische Gemeinden integrierte Primarschulen und einer in die Politische Gemeinde integrierte Volksschule zusammen. Darüber hinaus bestehen mit zehn Thurgauer Sonderschulen Leistungsvereinbarungen.

Steigende Bildungskosten

Die Bildungsausgaben der Regelschulen haben sich um 3.9 % auf 571 Millionen Franken erheblich erhöht. Die durchschnittlichen Ausgaben lagen damit bei 18'800 Franken pro Schülerin und Schüler. Mit der aktuellen Kostenstruktur betragen die Beschulungskosten einer Regelschülerin oder eines Regelschülers über die gesamten elf Schuljahre rund 200'000 Franken. Unter Berücksichtigung kantonaler Direktzahlungen, weiterer Finanzierungsaufgaben des Kantons und den Kosten für den Sonderschulbereich betrugen die gesamten Bildungsausgaben für die 31'100 Kinder und Jugendlichen der öffentlichen Volksschule 659 Millionen Franken.

Im letzten Jahr ist die durchschnittliche Steuerbelastung der Schulgemeinden erneut gesunken und liegt nun bei 90 Steuerprozenten. Auch 2021 wurden verbreitet Ertragsüberschüsse erzielt und die Eigenkapitalbestände weiter erhöht. Das vorhandene Steuersenkungspotenzial wurde nur teilweise verwendet. Erneut vergrössert sich die Bandbreite der Steuerfüsse und liegt neu bei 42 Prozentpunkten.

Die Eigenständigkeit der Schulgemeinden nimmt weiter zu

Das Finanzausgleichssystem basiert auf einer Standardsteuerbelastung von 93 % und führte im Berichtsjahr zu Beitragsleistungen im Umfang von 39 Millionen Franken. Diese sind schliesslich deutlich tiefer ausgefallen, als es aufgrund der pandemiebedingt zurückhaltenden Steuerprognose erwartet wurde. Innert drei Jahren reduzierte sich der Anteil der Empfängergemeinden von 59 % auf 48 %, die 51 % der insgesamt rund 30'400 Regelschülerinnen und -schüler unterrichteten. Die Entlastungen des Kantons und der finanzstärkeren Schulgemeinden konnten fortgesetzt werden, während sich die finanzielle Eigenständigkeit der Schulgemeinden weiter erhöht hat.

Letztes Jahr wurden insgesamt 990 Kinder und Jugendliche sonderbeschult. Damit hatte eines von 30 Kindern und Jugendlichen einen ausgewiesenen Sonderschulbedarf. Ein Viertel der Sonderschülerinnen und -schüler konnte in der Regelschule integrativ beschult werden. Drei Viertel besuchten eine thurgauische oder ausserkantonale Sonderschule. Die Ausgaben für die Sonderschulung betrugen 76 Millionen Franken.