Die Jahresrechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 614‘550.35 Franken ab. Budgetiert war ein Minus von 533‘300 Franken, was einer Besserstellung von 1‘147‘850 Franken entspricht. Auch das EW schliesst trotz budgetiertem Mehraufwand von 103‘000 Franken mit einem kleinen Gewinn von Fr. 2‘263.28 ab.An der Medieninformation vom 27. Februar stellten Gemeindepräsident Simon Thalmann und der Leiter Finanzen und Sozialamt Markus Schlegel den erfreulichen Jahresabschluss 2017 und das Budget 2018 vor.

Steuerfusssenkung begründet
Die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Ostschweiz, kontinuierlich steigende Steuereinnahmen und ein sparsamer Finanzhaushalt führten in den letzten Jahren stets zu besseren Rechnungsabschlüssen als budgetiert. „Unsere Finanzlage ist gut. So betrug das Eigenkapital am Ende des vergangenen Jahres rund sechs Millionen Franken. Auch rechnen wir mit einem weiteren Bevölkerungswachstum in unserer attraktiven Gemeinde. Deshalb lässt sich eine Senkung des Steuerfusses um vier Prozent gut verkraften“, begründet Gemeindepräsident Simon Thalmann den Antrag zur Steuerfussreduktion an der bevorstehenden Bürgerversammlung. Dieses Eigenkapital wäre in der Lage, künftige Aufwand­überschüsse über mindestens einen Zeitraum von 5 Jahren ohne Anpassung des künftigen Steu­erfusses auszugleichen.

Höherer Steuerertrag
Simon Thalmann zeigte sich erfreut und zufrieden über den unerwartet guten Rechnungsabschluss. Die Rechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 614‘550.35. Im Budget war ein Minus von Fr. 533‘300 vorgesehen. Dieses Ergebnis entspricht damit einer Besserstellung gegenüber dem Voran­schlag von Fr. 1‘147‘850.35. Er begründete die hauptsächlichen Positionen, welche zum erfreulichen Ergebnis führten. So konnten um 393‘000 Franken höhere Einkommens- und Vermögenssteuern erzielt werden.

Die Anteile an Steuern juristischer Personen und der Gebührenertrag des Grundbuchamtes fielen um 160‘000 Franken höher aus. Die Handänderungssteuern stiegen um 20‘000 Franken. Ein um 88‘000 Franken höherer Finanzausgleichsbeitrag und die um 86‘000 Franken tiefere Abschreibungsquote fielen auf der Einnahmenseite ebenfalls ins Gewicht.

Tiefere Ausgaben
Zum ausgezeichneten Ergebnis trugen auch tiefere Ausgaben bei. Der Finanzbedarf der OS Sproochbrugg war um 101‘000 Franken, derjenige der Löhne für den Kindergarten um 51‘000 Franken niedriger als budgetiert, ebenso der Aufwand für die Informatik Schule (-42‘000). Die Minderkosten für die Abfallbeseitigung betrugen 26‘000 Franken und die Kosten für den Friedhofunterhalt beanspruchten 23‘000 Franken weniger als vorgesehen.

Der Ertragsüberschuss der Rechnung 2017 von Fr. 614‘550.35 wird vollumfänglich dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses beträgt per 31. Dezember 2017 rund 6,08 Millionen Franken. Die Rechnung des Elektrizitätswerks schliesst ebenfalls wesentlich besser als budgetiert aus. Statt eines Verlusts von 103‘000 Franken ergab sich ein Gewinn von Fr. 2‘263.28. Das Eigenkapital EW beträgt 0,63 Mio. Franken.

Budget mit Aufwandüberschuss
Das Budget 2018 der Politischen Gemeinde rechnet mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 1‘204‘400. Es basiert auf einem Steu­erfuss von 114 Prozent und einem Grundsteuer-Satz von 0,4 Promille. Aufgrund ihrer guten Finanzlage und der etwas geringeren Schülerzahlen wird die Gemeinde jedoch 0,65 Mio. Franken tiefere Finanzausgleichsbeiträge des Kantons erhalten. Mit Kostensteigerungen ist bei den Primar- und Oberstufenschulen zu rechnen.

Die leicht geringere Bautätigkeit wird sich zusätzlich auf die Höhe der Grundbuchgebühren, Handänderungssteuern und Grundstückgewinnsteuern auswirken. Höhere Ausgaben sind auch bei der Pflegefinanzierung sowie den Beiträgen an den öffentlichen Verkehr zu rechnen. Die Steuereinnahmen zu 100% werden 2018 voraussichtlich im gleichen Rahmen wie 2017 ausfallen. Das EW budgetiert einen Ertragsüberschuss von Fr. 21‘435.

Optimistische Aussichten
„Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird die Rechnung des Jahres 2018 nicht in gleichem Mass positiv abschliessen wie die Rechnungen der vergangenen drei Jahre. Trotzdem vermag das gegenwärtige Eigenkapital von rund sechs Millionen Franken eine Steuerfussreduktion um vier Prozent für 2018 abzudecken und kann bei künftigen Aufwandüberschüssen mittelfristig verantwortet werden “, ist der Gemeinderat überzeugt. Dieser optimistischen Einschätzung stimmt auch die Geschäftsprüfungskommission zu.

Interessant ist die Entwicklung des Steuerfusses in der aufstrebenden Gemeinde Niederhelfenschwil. Betrug der Satz 2006 noch 155 Prozent, so könnte er mit Zustimmung des Souveräns 2018 auf 114 Prozent gesenkt werden. Neben einer reizvollen Wohnlage und einer optimalen Infrastruktur punktet damit die lebenswerte Gemeinde Niederhelfenschwil auch mit einem attraktiven Steuerfuss.

Die Bürgerversammlung 2018 der Politischen Gemeinde findet am Mittwoch, 28. März 2018, 20.00h in der Aula Sprooch­brugg, Zuckenriet, statt.

Massvolle Investitionsplanung
Geplant sind 2018 Investitionen von 1,894 Mio. Franken in den Ausbau der Infrastrukturanlagen sowie in die Sicherung der Energieversorgung durch das Elektrizitätswerk Niederhelfenschwil . Die grössten Projekte sind die Sanierungen der Zuckenrieterstrasse in Lenggenwil (380‘000) und der Schlossstrasse in Zuckenriet (475‘000). Ins Gewicht fällt auch der Beitrag von Fr. 100‘000 an die Erneuerung der Abwasseranlage Halden.

Beim EW sind Investitionen von total 919‘00Franken budgetiert, vor allem für die Netzerneuerungen. Daneben sind aber auch vernünftige Projekte zur Erhaltung der guten Wohn- und Lebensqualität in den Dörfern beabsichtigt. Für die Bereiche Feuerwehr und Abwasserbeseitigung besteht eine Spezialfinanzierung, die den Gemeindehaushalt nicht direkt belastet. Das Elektrizitätswerk Niederhelfenschwil ist ebenfalls vollständig selbstfinanziert.