Eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche ist die Firmung. Die Firmung ist das Sakrament der Mündigkeit. Sie bildet eine Einheit mit der Taufe und vollendet diese. Nachdem die rund 30 Firmkandidaten über Monate hinweg gemeinsam unterwegs gewesen waren und sich mit Glaubens- und Lebensfragen auseinandergesetzt hatten, beschlossen sie, ein vollwertiges Mitglied der Kirche zu werden und sich vom Heilige Geist bestärken zu lassen.

«Die sieben Gaben nahmen sie als Anlass für ein Rollenspiel», berichten die beiden Pfarreien in einer Medienmitteilungen. Von den sieben Gaben Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht pickten sie vier heraus und gaben ihnen eine Stimme: Sie sollen sich anbieten, den Weg ebnen, Entwicklung und Erfahrungen zugestehen und ermutigen. «Die Jugendlichen bewiesen mit ihren Texten Tiefe und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den geschenkten sieben Gaben, die auf Jes 11,2 zurückgehen und eine Art Leitplanke sein können», heisst es in der Mitteilung weiter. Als Lesung kam eine Geschichte aus «Der Kleine Prinz» von Antoine des Saint-Exupéry zum Zug, wo es ebenfalls ums Wesentliche geht und um ein Geheimnis. Um das Schaf in der Box, das unsichtbar ist. «Gott in der Box», hatte dieser Firmjahrgang für ihren Weg und für die Firmung gewählt. «Gott ist unsichtbar, ich habe ihn auch noch nie gesehen», sagte Bischof Markus Büchel in seinen Worten, die er an die jungen Menschen vor ihm richtete. «Ihr habt euch auf etwas Unbekanntes eingelassen. Er ist immer anders, grösser, als wir uns das vorstellen können. Wir brauchen uns nur die Schöpfung ansehen. Sie lehrt uns das Staunen über den Schöpfer.» Es sei schwierig, Gott zu fassen, doch Jesus sei von Gott durchformt und seine Geschichten seien noch heute gültig. Er empfahl den jungen Menschen, sich mit diesen Geschichten auseinanderzusetzen. Es gebe auch Apps dafür, zeigte er sich aktuell und nahm das eigene Handy aus der Tasche, wo er die ganze Bibel gespeichert hat.

Eigenes Glaubensbekenntnis

Ein Firmkandidat hatte ein eigenes Glaubensbekenntnis verfasst, das vom Vertrauen zeugt, dass Gott an der Seite mit geht – unterstützend, bestärkend, durch alle Situationen tragend und auffangend, grosszügig, wertefrei und verständnisvoll. Während der Spendung der Firmung sang der «Good News»-Chor unter der Leitung von Priska Bischof, begleitet am Piano von Hanspeter Nadler. Später sangen auch die Gefirmten selber. Die jungen Menschen waren in ihrer Vorbereitungszeit von einem Firmteam um Seelsorger Kari Bürgler begleitet worden. Teilweise auch von Freiwilligen, die sich nach ihrer eigenen Firmung dafür hatten gewinnen lassen. Eine von ihnen, Jana Cucchia, wurde von der kirchlichen Jugendarbeiterin Selina Mauchle verabschiedet. Ausserdem musste sie Claudia Rupf verabschieden, die ihr Praktikum Religionspädagogik in der katholischen Kirchgemeinde Henau-Niederuzwil beenden wird. (pd)