Wo nichts Gewichtiges traktandiert wird, da gibt es auch keine grossen Diskussionen. So waren die Versammlungen der Volksschulgemeinde und der Politischen Gemeinde Fischingen ziemlich unaufgeregt. Dementsprechend hielt sich auch der Aufmarsch an Stimmbürgern in Grenzen. Zählte der Souverän zur Politischen Angelegenheit immerhin 105 Stimmberechtigte (5,2 Prozent), waren es zuvor an der Schulgemeinde noch deren 80 (3,8 Prozent). Nichtsdestotrotz, die direkte Demokratie wird gelebt, wenn – wie in vielen anderen Gemeinden auch – zwar nur von einem Bruchteil der Bürger, dafür mit Herz.

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Fischingens Gemeindepräsident Willy Nägeli erlebte mit 105 Stimmberechtigten eine ruhige Rechnungsgemeindeversammlung.

5 Neue mit Fischinger Bürgerrecht
Ein klares Verdikt waren die Einbürgerungen von mazedonischen Staatsangehörigen. Während die vierköpfige Familie mit 91 zu 12 Stimmen das Bürgerrecht erhielt, war es bei der Einzelperson mit 92 zu 10 beinahe gleich. Die Erfolgsrechnung seitens Politisch Fischingen schliesst das Jahr 2017 bei einem Aufwand von 5'440'409 Franken und einem Ertrag von 6'426'398 Franken mit einem satten Ertragsüberschuss von 985'989 Franken ab, budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 202'000 Franken. Kein Wunder ergibt eine solche Erfolgsmeldung keine Voten, so musste weder Gemeindepräsident Willy Nägeli noch der Leiter Finanzverwaltung Hans-Peter Lorenz Fragen beantworten. Die einstimmige Annahme der Jahresrechnung bestätigte das positive Empfinden des neutralen Zuschauers. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugeführt.

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Der Souverän zählte am Dienstagabend, zur Rechnungsgemeinde von Politisch Fischingen, 105 Personen.

Knappe Ablehnung eines Antrages
Da sich der Gemeinderat unlängst mit der Totalrevision der Gemeindeordnung bemühte, erklärte Willy Nägeli, was die Ziele dabei sind. «Die neue Gemeindeordnung soll den gestiegenen Anforderungen an Politik und Verwaltung, schneller und flexibler zu handeln, Rechnung tragen.» Detailliert bedeutet das laut Nägeli, dass unter anderem der Gemeinderat eine Erhöhung der Finanzkompetenzen erhält. Die Reduktion der Gemeinderäte von sieben auf fünf und die Erhöhung der erforderlichen Unterschriften bei Initiativbegehren lösten einige wenige Diskussionen aus. Beim Zweitgenannten stellte ein Stimmbürger den Antrag, das Initiativbegehren bei zehn Prozent zu belassen. Der Gemeinderat empfiehlt jedoch eine Erhöhung auf 20 Prozent und brachte sein Anliegen durch. Der Antragssteller sah sein Vorhaben mit 48 zu 51 Stimmen äusserst knapp abgelehnt. Neu braucht es also für eine Initiative Unterschriften von einem Fünftel aller stimmberechtigten Einwohner. Ebenso knapp entfiel die Konsultativabstimmung betreffend Beitritt zum Sportpark Bergholz, welches mit einem Jahresbeitrag von rund 15'000 Franken zu Buche stehen würde. Nach der 44 Ja zu 42 Nein Abstimmung, wird sich der Gemeinderat weitere Überlegungen zu diesem Thema machen.

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Präsident Godi Siegfried beendete die Schulgemeindeversammlung nach gut 30 Minuten.

Auch die Schule gewinnt
Godi Siegfried, Präsident der Volksschule Fischingen, hatte einen noch etwas ruhigeren Abend als sein Pendant seitens Politischer Gemeinde. Er und Rechnungsführer Andrzej Süess konnten von einem erfreulichen Ertragsüberschuss der Rechnung 2017 berichten. 109'357 Franken beträgt das Plus, während ursprünglich ein Minus von 37'650 Franken budgetiert wurde. Hauptgrund seien insbesondere höhere Steuereingänge, die die Volksschule weiterhin als finanziell überaus gesund erscheinen lassen. Das Eigenkapital wird mittlerweile auf über vier Millionen beziffert.

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Schulpräsident Godi Siegfried (links) und Schulpfleger Andrzej Süess berichteten an der Schulgemeindeversammlung von einem erfreulichen Ertragsüberschuss.
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Schulleiter Daniel Leu berichtet von den Ein- und Austritten der Lehrpersonen innerhalb der Volksschule Fischingen. Links: Schulpräsident Godi Siegfried.