Wenn der Fischinger Stimmberechtigte, anhand der Botschaft genügend informiert ist, so muss er nicht zwingend an die vorgängige Informationsveranstaltung in die Hörnlihalle. So geschieht das am Dienstagabend, denn nur rund 30 Stimmberechtigte sind anwesend, als Gemeindepräsident René Bosshart beginnt, über den positiven Rechnungsabschluss 2020 zu referieren. «Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1'336'007 Millionen Franken. Das ist eigentlich der blanke Wahnsinn. Auch Finanzverwalter Hans-Peter Lorenz traute dahingehend seinen Augen nicht und hatte kurzum das Gefühl, dass sich doch irgendwo ein Fehler eingeschlichen haben muss», sagt Bosshart augenzwinkernd. Doch dem ist natürlich nicht so, die Rechnungsführung ist einmal mehr korrekt ausgeführt worden. Nun, umso schöner für die Gemeindekasse, doch wie kann ein solcher Überschuss entstehen?

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Fischingens Gemeindepräsident René Bosshart informiert über den Ertragsüberschuss von über 1,3 Millionen Franken.


Überschüsse in diversen Funktionen

René Bosshart erklärt, dass etliche Umstände zu diesem vorliegenden Ergebnis beigetragen haben. «Der Minderaufwand und zugleich der Mehrertrag in der Funktion «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe», also auch innerhalb der Sozialhilfe, ergibt ein Plus von 513'500 Franken. Der Mehrertrag von «Gemeindesteuern» beläuft sich auf 170'300 Franken und in der Funktion «Gemeindestrassen» generieren wir auch ein Überschuss in der Höhe von 163'000 Franken.» Dazu kommen weitere Geschäftsgebaren, etwa in den Prämienverbilligungen, im Finanz- und Lastenausgleich, oder bei den Grundstückgewinnsteuern, die weiteres Geld in die Kasse spülen. «Zudem ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der Coronapandemie im Rechnungsjahr kaum interne und externe Anlässe, oder Weiterbildungsveranstaltungen stattfinden konnten», sagt Bosshart und hofft, dass der Fischinger Souverän am 13. Juni, an der Urne, diesen Ertragsüberschuss in das Eigenkapital einfliessen lässt. An der Informationsveranstaltung meldete sich diesbezüglich niemand zu Wort, die Meinungen sind wohl gemacht.

Die Schule zieht nach

Gleiches, wenn auch nicht in dieser Höhe, vermittelt Schulpräsident Godi Siegfried. Auch er und, beziehungsweise Schulpfleger Andrzej Süess, berichten von einem Ertragsüberschuss von 179'987 Franken. Hierbei soll das Stimmvolk einen Betrag von 150'000 Franken in den Fonds für Baufolgekosten überweisen; die restlichen 29'987 Franken fliessen in das Eigenkapital. Diskutiert wird an dieser Stelle einzig das Thema «Ersatz Schnitzelofen im Sonnenhofareal» versus «Fernwärmeanschluss». Ursprünglich haben die Stimmbürger dem Kredit, für den Ersatz des Schnitzelofens, in der Höhe von 300'000 Franken zugestimmt (November 2020). Nach diversen Verhandlungen mit dem EKT, habe man nun aber auch ein wirtschaftlich akzeptierbares Angebot zur Anschliessung an das Fernwärmenetz erhalten. Godi Siegfried erklärt, dass in der Gesamtrechnung und über die Nutzungsdauer von 20 Jahren, beide Systeme wirtschaftlich vergleichbar sind. Die Wähler haben die Qual der Wahl, Holzschnitzelofen für die Emotionen, Fernwärme mit etwas mehr Sparpotenzial. Die Schulbehörde kann laut Siegfried mit beidem leben.

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Schulpräsident Godi Siegfried.