Vor zwanzig Jahren haben sich ein paar Schützen rund um Werner Kuratle, damals Präsident des Appenzell Innerrhoder Kantonalschützenverbandes, Gedanken dazu gemacht, einen Mannschaftswettkampf für die Ostschweizer Schützen zu kreieren. «Das Reglement dazu wurde just an Heiligabend 1998 unterzeichnet» schmunzelte Josef Dürr, Präsident der OMMK, am Samstag beim Jubiläumsanlass.

Das Notfallszenario hat sich bewährt

Der Nebel wurde am vergangenen Samstag auf der regionalen Schiessanlage Hädler in Altstätten beinahe zum Spielverderber. Er drohte die B- und C-Finals der Ostschweizer Mannschaftsmeisterschaft zu gefährden. Die OMM-Kommission hält aber schon seit Jahren ein Konzept bereit, um auf einen solchen Fall reagieren zu können. Und dieses kam just an der 20. Durchführung erstmals zum Einsatz. Genau auf den Beginn des Finaltages hatte sich der anfängliche Hochnebel soweit gesenkt, dass weder die Scheiben und schon gar nicht die Scheibennummern richtig erkennbar gewesen wären. Der Wettkampfstart musste Viertelstunde um Viertelstunde immer wieder verschoben werden.

Das Notfallszenario sieht vor, dass der spätestmögliche Zeitpunkt um 9.45 Uhr ist. Und nur gerade 10 Minuten bevor die B- und C-Wettkämpfe hätten abgesagt werden müssen, konnten die ersten Schützen mit dem Wettbewerb beginnen. Würden aber die Bedingungen reichen, um allen acht Gruppenmitgliedern die gleichen Chancen zu bieten? Ja, das taten sie.

Zwei Punkte fehlte Fischingen fürs Podest

Am Beispiel von Peter Ilbig aus Fischingen wurde klar, dass die eigene Einstellung grossen Einfluss auf das Resultat hat. Dem Thurgauer machte es offensichtlich nichts aus, dass der Wettkampfstart mehrfach verschoben wurde. In der Zwischenzeit hat er die Zeit mit seinen Mannschaftskollegen und einem Spiel Jasskarten vertrieben.

Peter Ilbig: «Diese Situation liegt mir wesentlich besser, als wenn ich an einen Wettkampf stressen muss. Zudem habe ich gedacht, wenn ich als erster der Gruppe schiesse und das Resultat nicht optimal ist, kann ich dem Nebel die Schuld zuschieben», lacht Peter Ilbig nach erfolgtem Wettkampf. Mit 99 Punkten konnte er das beste Einzel-Resultat des Vormittags erzielen und damit beweisen, dass es trotz Turbulenzen möglich ist, ganz vorne mitzumischen.

Das Programm hatte wegen der geringeren Wettkampfzeit auf zehn zählende Treffer gekürzt werden müssen. Dafür konnte das Absenden schliesslich fast pünktlich durchgeführt werden. Den Mitgliedern der SG Fischingen fehlten nur winzige zwei Punkte für einen Podestrang. Trotzdem dürfen sich Peter Ilbig und seine Teamkollegen stolz fühlen, da sie immerhin eine Finalteilnahme erreichen konnten. Nebst Ilbig haben Alex Eberli (98), Marc Bilger und Marco Zuber (je 94), Marco Holenstein (92), Josef Brunschwiler und Luca Bilger (je 91) sowie Werner Keller (85) mit ihrer Leistung für eine gute Klassierung gesorgt.

Die Wiler am Final dabei

Am Nachmittag ging es dann im A-Final und beim Nachwuchs um den jeweiligen Sieg. Jeder gab sein Bestes, um seiner Mannschaft zu Titelehren zu verhelfen. Kurzfristig konnte der Nachwuchs der Wiler Stadtschützen auch am Finale mitkämpfen. Yves Saxer (184), Joel auf der Maur (182), Loris Fent (174), Tamara Hildebrand (171) und Cédric Perret (167) haben insgesamt 878 Punkte erkämpft und sich damit auf dem fünften Schlussrang klassiert.

Resultate und vollständiger Bericht unter www.omm-info.ch

Geschichte: Ein Glas Honig als Dankeschön

Der erste Wettkampf fand am 6. November 1999 in Frauenfeld statt. Der «Mann der ersten Stunde», Werner Kuratle wurde mit einem Glas Honig für seinen damaligen Einsatz belohnt. Seit zwanzig Jahren ist Sepp Rusch in dieser Kommission tätig. Bei ihm laufen sämtliche Fäden zusammen. Unter anderem nimmt er alle Anmeldungen und Resultate entgegen und wird deshalb von seinen Kollegen liebevoll mit «Mister OMM» betitelt. Werner Bösch steht seit Beginn als umsichtiger und korrekter Kassier zur Verfügung und Max Hartmann hat sich in all den Jahren um den Ablauf des Final-Wettkampfes Gewehr und um die Pflege der Homepage gekümmert.

Für ihren jahrelangen Einsatz wurden die drei von Josef Dürr mit einem guten Tropfen Wein belohnt. Das zwanzigste Mal stand an diesem Tag auch Daniel Hollenstein im Einsatz. Er hat in all den Jahren unentgeltlich die Waffenkontrolle am Finaltag durchgeführt. Auch bei ihm hat man sich an diesem Abend mit einem Geschenk bedankt.