Über 100 Vereine sind in der Gemeinde Flawil registriert. Sie hatten die Möglichkeit, eine Vertretung zur Vereinskonferenz zu entsenden. Zahlreiche Vereine waren vertreten. Im Lindensaal informierte einleitend Schulpräsident Christoph Ackermann darüber, welche Anforderungen sich aus dem Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde» für Flawil ergeben.

Kindern Verantwortung übertragen

Vor zwei Jahren ist Flawil das Label zuerkannt worden. Diese Auszeichnung verpflichte die Gemeinde zu weiteren Anstrengungen, führte Christoph Ackermann aus. Bereits ist ein Leitbild zur Kinder- und Jugendpolitik entwickelt worden. Der Gemeinderat hat es verabschiedet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den vier Grundprinzipien, dem Recht auf Gleichbehandlung, dem Recht auf Anhörung und Partizipation, dem Recht auf Leben und persönliche Entwicklung sowie dem Recht auf Wahrung des Kindeswohls muss, so weit möglich, auch im Vereinsleben Nachachtung verschafft werden.

Bei manchen Vereinen, beispielsweise Sportvereinen, sähe es Christoph Ackermann als möglich und wünschnswert, Kindern und Jugendlichen mehr Mitwirkung zuzugestehen und mehr Verantwortung zu übertragen.

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Schulpräsident Christoph Ackermann und Gemeinderat Eddie Frei informierten die Vereinsvertreter und fühlten ihren Puls.

Aktives und attraktives Vereinsleben

Das Wohl der Vereine liege der Gemeinde besonders am Herzen, betonte Gemeinderat Eddie Frei, in dessen Verantwortungsbereich die Aktivitäten in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport liegen. Er wisse um die Schwierigkeiten, die bei der Rekrutierung von Personen für Aufgaben des Gemeinwohls zu bewältigen seien. Die Vision des Gemeinderates, dass Flawil auch im Jahr 2030 noch ein aktives und attraktives Vereinsleben aufweise, erfülle sich nicht von selbst. Dazu seien vereinte Anstrengungen von Vereinen und Öffentlichkeit nötig.

Die Gemeinde wolle deshalb erfahren, wie die Vereine die Situation beurteilten und welches ihre Wünsche, Ansprüche und Forderungen seien. In vier Gruppen pflegten die Vereinsvertreter in der Folge einen Erfahrungsaustausch. Im Workshop stellten sie die ihre Herausforderungen, die Bedürfnisse der Vereine und ihre Erwartungen an die Gemeinde zusammen.

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In Workshops diskutierten die Vereinsvertreter ihr Bedürfnisse und Forderungen.

«Vereinsprozent» der Gemeinde?

Die Ergebnisse beschränkten sich keineswegs auf finanzielle Forderungen an die Gemeinde. Doch während die einen mit den Gemeindebeiträgen zufrieden sind, würden sich andere eine Erhöhung wünschen. Von einer Gruppe kam der Vorschlag, die Gemeinde sollte – analog dem Kulturprozent der Migros – ein Prozent des Gemeindehaushaltes für die Unterstützung der Vereine einsetzen. Manche Vereine sind auf Sponsoren angewiesen. Schwierigkeiten entstünden dadurch, dass von allen Vereinen immer wieder die gleichen Sponsoren angegangen würden.

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Die Ergebnisse der Diskussionen wurden auf Flipcharts festgehalten.

Kommunikation im Wandel

In Zukunft müssten sich die Vereine – wenn sie es nicht schon täten – der elektronischen Medien bedienen, vor allem, wenn sie die jungen Mitglieder erreichen wollten. Mehr als über die interne Kommunikation wurde über die externe gesprochen. Die Vereine wollen sich und ihre Aktivitäten bekannt machen und sich der Öffentlichkeit vorstellen. Für Inserate fehle vielen das Geld. Als zu teuer wurden Inserate im gemeindeeigenen Mitteilungsblatt, dem FLADE-Blatt, kritisiert. Gewünscht wurde, es sollten sich darin regelmässig Vereine kostenlos vorstellen können.

Es wurden zahlreiche weitere Wünsche und Forderungen vorgebracht. Beispielsweise sollte der Lindensaal jenen Vereinen, die dies wünschen, für eine Veranstaltung pro Jahr gratis zur Verfügung stehen. Nicht überall stünden geeignete Räumlichkeiten (Probelokale) zur Verfügung. Musikvereine bedauerten, zu wenig Nachwuchs bei Schulabgängern zu finden.

Manche Probleme sind auch hausgemacht, etwa das fehlende Engagement eines Teils der eigenen Mitglieder oder die gegenseitige Konkurrenz zwischen Vereinen.