Einsamkeit zu definieren, ist äusserst schwierig, gibt es sie doch in den unterschiedlichsten Formen. So kann man sich auch innerhalb einer Liebesbeziehung alleine fühlen. Oder etwa auch dann, wenn Jassfreunde vorhanden sind – Einsamkeit ist mitten in der Gesellschaft vorhanden. Dabei handelt es sich um ein Thema, das ein grosses Tabu ist. Das Formtheater Zürich – namentlich Karin Hoffsten, Dagmar Kossow und Reno Baumgartner – schreibt sich seit über 20 Jahren genau solche zwischenmenschliche Schwerpunkte auf die Fahne. «Mit unserer Interpretation, welche in diesem Fall drei verschiedene Szenen beinhaltet, versuchen wir, die Allgemeinheit darüber aufzuklären, welche Formen die Einsamkeit mit sich bringt und wie man dagegen vorgehen kann», erklären die drei geschulten Schauspieler. Sie sind sich bewusst, dass ein solches Formtheater – die Zuschauer sollen sich aktiv ins Geschehen mit einbringen – eine ganze Bandbreite von szenischen Inputs haben kann. Nicht lange dauert es und die erste Zuschauerin sitzt selbst auf der Bühne und bringt ihr Wissen und ihre Gedanken mit in den Ablauf hinein.

Post inside
Das Forumtheater zum Thema «Einsamkeit im Alter» spielt sich nicht nur auf der Bühne ab.

Redet miteinander, redet!

Der organisierenden «Gesundheitsförderung im Alter der Gemeinde Bütschwil – Ganterschwil» mit Gaby Buscetto und Bruno Facci ist mit diesem Forumtheater ein grosser Wurf gelungen. Zweitgenannter wagt sich später auch auf die Bühne und beweist nicht nur sein immenses Fachwissen, bestätigt gleichzeitig auch sein grosses Mass an schauspielerischem Talent. Obschon man bei der Ernsthaftigkeit des Themas zu bleiben versucht, wird parallel Raum geschaffen für Humor. Und das ist auch gut so. Wiederkehrend gleichen sich die Aussagen, dass es oft an der Kommunikation untereinander hapert. «Man soll aber auch akzeptieren, dass jemand zum Beispiel in einer Trauerphase, auch mal für sich alleine sein will», oder, «jemanden zwingen, am öffentlichen Leben teilzunehmen ist der falsche Weg», sind Aussagen aus dem Publikum. Reden, reden und nochmals reden, ist wahrlich eine gute Medizin und es vereinfacht Vieles – sowohl für Betroffene wie auch für Angehörige oder Pflegende.

Post inside
«Wo ist Hedy?» Ein Forumtheater bei welchem das Publikum aktiv teilnimmt. Mitorganisator im katholischen Pfarreiheim war Bruno Facci (roter Pullover), auch er spielt mit.