Nach etwas mehr als 35 Minuten lag der EC Wil in Frauenfeld mit fünf Längen im Hintertreffen und die Entscheidung war gefallen. Wer nun aber glaubt, die Äbtestädter seien vom Leader überfahren worden, der irrt. «Wenn wir nach dem ersten Drittel mit 4:1 führen, könnte niemand etwas sagen. Wir waren im ersten Drittel die deutlich bessere Mannschaft», sagte EC-Wil-Trainer Andy Ritsch nach der Partie. Dreimal war ein Wiler allein auf das Tor losgezogen, einmal gar bei einer 2-gegen-0-Situation. Auch ein Lattenschuss war dabei.

Den Treffer erzielte aber Frauenfeld. Und dann folgte ein zweiter Abschnitt, in welchem die Wiler «den Faden komplett verloren», wie Ritsch es formulierte. Binnen 46 Sekunden kassierten sie zwei weitere Gegentore und nach Spielmitte binnen zweieinhalb Minute nochmals zwei. So stand es plötzlich 5:0 und die Luft war draussen. Immerhin liessen sich die Gäste nicht gehen und kamen durch Andreas Ambühl, der nach einer auskurierten Schulterverletzung erstmals wieder spielte, kurz vor Ende des zweiten Drittels im Powerplay zum ersten Treffer. In der zweiten Hälfte des Schlussabschnitts verkürzten die Gäste durch Lars-Kevin Spillmann und Matteo Schärer gar noch auf 5:3, womit das Resultat immerhin halbwegs passabel aussah. Der letzte Wiler Treffer fiel allerdings erst 13 Sekunden vor Spielende, womit keine Spannung mehr aufkam.

Frauenfeld zieht seine Kreise

Somit hat der EHC Frauenfeld, was der EC Wil auch besitzt: Selbst Ende November noch eine blütenreine Weste in Heimspielen. Für die Kantonshauptstädter war es im neunten Heimspiel der Saison der neunte Sieg – immer mit drei Punkten. Zudem revanchierten sich die Thurgauer für die 1:4-Niederlage, welche sie im Oktober im Bergholz gegen die Wiler bezogen hatten. Es war eine von bisher erst zwei Ausrutschern des Leaders. «Frauenfeld hat vom Kader her die mit Abstand beste Mannschaft dieser 1.-Liga-Gruppe», sagte Ritsch.

Für die Wiler geht es mit einem nächsten Spitzenspiel gegen einen Thurgauer Verein weiter. Am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr gastieren die Pikes Oberthurgau, auf Platz zwei klassiert, in der Eishalle Bergholz.

Resultate, 1. Liga, Gruppe Ost, 15. Runde:
Frauenfeld – Wil 5:3
Rheinntal - Luzern 5:1
Argovia – Prättigau-Herrschaft 5:1
Bellinzona – Herisau 3:4 n.P.
Pikes Oberthurgau – Burgdorf 4:1
Reinach – Wetzikon 3:5

Rangliste:
1. Frauenfeld 15/39. 2. Pikes Oberthurgau 15/33. 3. Wetzikon 15/29. 4. Wil 15/26, 5. Bellinzona 14/24. 6. Burgdorf 15/22. 7. Argovia 15/22. 8. Herisau 15/22. 9. Rheintal 15/17. 10. Reinach 15/15. 11. Prättigau-Herrschaft 14/11. 12. Luzern 14/7.

Nächste Spiele (16. Runde):
Dienstag, 3. Dezember: Burgdorf – Reinach (20.00 Uhr).
Mittwoch, 4. Dezember: Herisau – Prättigau-Herrschaft (20.00 Uhr), Luzern – Argovia (20.00 Uhr), Wil – Pikes Oberthurgau (20.15 Uhr), Bellinzona – Frauenfeld (20.15 Uhr), Wetzikon – Rheintal (20.15 Uhr).