Nach 2 Stunden, 52 Minuten und 32 Sekunden war die Tortur für ihn vorüber: Marco De Martin aus Aadorf gewann den Frauenfelder Militärwettmarsch mit über vier Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Raphael Sprenger aus Zürich und fast 10 Minuten vor dem Altdorfer Markus May Camenzind. Bis der letzte der 268 Waffenläufer den Rundweg von Frauenfeld nach Wil und zurück geschafft hatte, waren weitere dreieinhalb Stunden vergangen.

Der «Frauenfelder» ist ein spezieller Anlass. Zwischen den Weltkriegen als sportliche Ertüchtigung für Aktivsoldaten gedacht, hat er sich über die Jahrzehnte zu einer Massenveranstaltung gemausert. Die Anzahl Waffenläufer hat hingegen abgenommen. Fast zehnmal so viele zivile Läufer messen sich auf der anspruchsvollen Strecke.


Militärisch geprägt, zivil geschätzt

Die Organisation war aber auch 2018 militärisch geprägt. Obwohl ein militärischer Grad keine Voraussetzung für eine Position im 30köpfigen Organisationskomitee darstellt, trugen bereits am letzten OK-Treffen, einen Tag vor dem «Frauenfelder», einige Mitglieder Uniform. Die Armee stellt Material und Arbeitskraft, Start und Ziel des «Frauenfelders» liegen um die Stadtkaserne. Dennoch wäre der Marathon ohne unzählige freiwillige Helfer ausserhalb des Militärs kaum durchzuführen.

Am Sonntag begrüsste bestes Laufwetter die 2541 Läufer. Es war kühl, aber nicht nass, die Stimmung unter den Sportlern kameradschaftlich, aber auch kompetitiv. Der Halbmarathon mit Start in Wil stellt längst die beliebteste Disziplin des «Frauenfelders» dar. Dieses Jahr nahmen 1784 Männer und Frauen die 21 km in den Thurgau in Angriff. Der Rekord aus dem Vorjahr wurde somit um 43 Läufer überboten.

Sascha Erni