Seit über 22 Jahren treffen sich singfreudige Damen in Oberbüren, um in den Proben und bei regelmässigen Auftritten ihr beglückendes Hobby zu pflegen. Inzwischen können die Sängerinnen bei ihren traditionellen Jahreskonzerten im grossen Lichthof der Oberstufenschule Thurzelg aus einem grossen Lieder-Repertoire schöpfen. Der Damenchor Conbrio hat in der Region einen guten Namen und eine zahlreiche Anhängerschaft. Das zeigte sich am ersten Novembersonntag, als der festlich geschmückte Lichthof gut besetzt war. Sie warteten darauf, was ihnen der Chor zum Motto „Flower Power“ zu bieten hatte. Im Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre Weltgeschichte präsentierte sich Conbrio im zweiten Teil mit Musical-Melodien und Evergreens.


Von Volks- zu Musical-Liedern

Der erste Teil des Konzerts begann mit vier traditionellen Schweizer Mundartliedern. Nach dem Lied „Du fragsch mi, wer i bi“ stellte sich der Damenchor Conbrio gleich selbst vor: „Wir sind gut 20 Frauen aus der Region von Gossau bis Wil und von Schwarzenbach bis Oberbüren. Wir singen miteinander, machen Vereinsreisen, Maibummel, gemütliche Höck’s und Adventsfeiern“, sagte die Moderatorin Monika Hess bei der Begrüssung. Sie kündete als weitere Volkslieder „Luegid vo Bärg und Tal“, „Am Himmel stoht es Sternli z’Nacht“ und „S’Träumli“ an. Dann begegneten sich „Lady Sunshin und Mister Moon“, begleitet vom Pianisten Stefan König, bevor beim „Java Jive“ Kaffee und Tee die Lebensgeister wieder weckten. Mit „Viva la Vida“ verabschiedete sich der Chor für eine Pause und machte der Chorleiterin Renata Jeker Huser Platz. Nach einem Tenüwechsel führte sie zusammen mit Stefan König hinüber zum Motto „Flower Power“ und präsentierte sich als ausgezeichnete Solosängerin. Mit den bekannten Liedern „Memory“ aus dem Musical Cats und „Don’t cry for me Argentina“ aus Evita von Andrew Lloyd Webber geleitete die Sopranistin die Zuhörenden in die Musikwelt der 68er-Generation. Dazu gehörten auch die Beatles-Hits „With a Little Help For My Friend“ und „Long And Winding Way“ sowie „Her Comes The Sun“ von Georg Harrison. Mit ihrer ausdruckstarken Stimme beeindruckte die ausgebildete Sängerin das Publikum.


Flower Power seh- und hörbar

Der zweite Teil begann mit einer Überraschung. Die Sängerinnen und ihre Dirigentin marschierten in bunten, ausgefallenen Kleidern auf die Bühne, passend zum Motto „Flower Power“. Aus dem Musical „Hair“ wählten sie die beiden Lieder „Good Morning Starshine“ und Let The Sunshine In“. Beim „California Dreaming“ unterstützte die junge Gossauerin Isabelle Lehmann auf ihrer Querflöte den Chor mit einem kurzen solistischen Zwischenspiel. Das Lied „Blowin‘ In The Wind“ begleitete Rita Gisler mit der Gitarre. Joan Baez kritisierte mit ihrem Song „Sag mir wo die Blumen sind“ die damalige Gesellschaft. Bei der Komposition „Imagine“ träumte John Lennon von einem Leben in Frieden. „Morning Has Broken“ von Cat Stevens stammt aus dem gleichen Zeitraum. Mit dem a cappella gesungenen Softrock-Lied setzte Conbrio einen würdigen Schlusspunkt. Erwartungsgemäss verlangte das begeisterte Publikum mit grossem Applaus zwei Zugaben. Der Damenchor erfüllte diesen Wunsch mit „Danke für die Lieder“ und einer Wiederholung des Musicalliedes „Good Morning Starshine“.


Präsidentin trat zurück

Chorleiterin Renata Jeker Huser betreut bereits seit zehn Jahren die Sängerinnen des Damenchors Conbrio. Sie bereitete den Chor auch diesmal auf das abwechslungsreiche Liederprogramm des Jahreskonzerts vor. Darunter waren auch einige neue Lieder. Erinnerungen an die vergangenen fünf Jahrzehnte weckte die Moderatorin Monica Hess. Sie trat im Frühjahr als Präsidentin zurück. Am Klavier begleitete wie seit Jahren Stefan König den Chor bei einem Teil der Lieder, andere sang der Chor a cappella. Das Konzert fand beim Publikum durchwegs ein gutes Echo.