Zubereitet werden die qualitativ hochwertigen Mahlzeiten seit Januar 2017 im Wiler Alterszentrum Sonnenhof. Dass diese Dienstleistung einem Bedürfnis entspricht, beweisen die Zahlen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden von den ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer rund 8‘300 ausgewogene Mahlzeiten ausgeliefert, was im Vergleich zum Vorjahr einer zehnprozentigen Steigerung entspricht. 

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Christian Krebs (links, Leiter Mahlzeitendienst) und Förderverein-Vizepräsident Martin Giger

Vom Krankenpflege- zum Spitex-Verein
Martin Giger, Vizepräsident des Spitex-Fördervereins Thurvita mit derzeit rund 1‘300 Mitgliedern und etwa 150 freiwilligen Helferinnen und Helfern, zeigte den Teilnehmenden des Jubiläum-Ausfluges auf, wie der Mahlzeitendienst entstanden ist. Bis 1998 gab es den Krankenpflegeverein Wil-Bronschhofen, der von eingekleideten Schwestern geführt wurde. Mangelnder Nachwuchs bei den Schwestern führte 1998 unter der Leitung des Wilers Robert Signer zur Gründung des Spitex-Vereins Wil und Umgebung, in den auch der Krankenpflegeverein Rickenbach-Wilen integriert wurde.

Der Vorstand des neuen Vereins bestand anfänglich aus Mitgliedern der Behörden der Stadt Wil und der Gemeinden Bronschhofen, Rickenbach und Wilen. Im Zuge der Gründung des neuen Vereins wurde 1998 auch der Mahlzeitendienst ins Leben gerufen. Gestartet wurde dieser mit dem „Warmsystem“ in Boxen. Gleichzeitig fanden sich die Frauen des Kiwanis-Clubs Wil zusammen und entschlossen sich, in der damals einzigen Pflegewohnung im Wiler Flurhof Freiwilligenarbeit zu leisten.

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Auf dem Höchsten wartete bei der Ankunft ein Apéro.

Ab 2001 mit Caldo Casa mehr Flexibilität
Ab 2001 wurden die im Spital Wil zubereiteten Mahlzeiten unter dem Begriff „Caldo Casa“ schockgefroren in Aufwärmeboxen und mit Porzellan-Geschirr ausgeliefert. Mit der den Bezügern leihweise zur Verfügung gestellten Induktionsplatte konnten die meist älteren Leute nunmehr den Zeitpunkt der Einnahme der täglichen Hauptmahlzeit selber bestimmen.

Im Jahr 2001 wurde Martin Giger, der damalige Gemeindeammann von Wilen, zum neuen Präsidenten gewählt. Weil der Spitex-Verein immer grösser wurde und die Verantwortung des Vorstands ein gesundes Mass überstieg, beschlossen die Trägergemeinden einen Zusammenschluss der Bereiche Stationär und Ambulant. Nach zweijähriger intensiver Vorarbeit wurde im Jahr 2013 die Thurvita AG gegründet.

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Die Ausflugsteilnehmenden beim Mittagessen auf dem Höchsten

Ausbau der Pflegewohnungen
Der Spitex-Verein, der zu jenem Zeitpunkt rund 2‘000 Mitglieder zählte, führte mit seinen Freiwilligen weiterhin den Mahlzeitendienst und betreute die Pflegewohnungen im Flurhof und Bergholz in Wil sowie in der Engi in Wilen. Der Ausbau und die Einrichtung dieser drei Pflegewohnungen erfolgte hauptsächlich aus Sponsorengeldern des Spitex-Vereins in der Höhe von 420‘000 Franken. Dies war auch der Grund, dass der Vorstand des Spitex-Vereins die Thurvita um ein Startkapital von 50‘000 Franken zugunsten des neuen Spitex-Fördervereins Thurvita ersuchte und auch bekam.

Neue Freiwillige gesucht
Heute steht der Spitex-Förderverein Thurvita gut da. Sorgenfrei ist der Verein allerdings nicht. Die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren gesunken, obwohl diesen für den jährlichen Beitrag von 50 Franken einiges geboten wird. Was aber noch viel wichtiger ist: Mit diesem Betrag wird das Leben zahlreicher Menschen erleichtert und Abwechslung in deren Alltag gebracht. Ein weiteres Problem für die Zukunft ist die Rekrutierung von genügend freiwilligen Helferinnen und Helfern.

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Bruno Koller zählte zu den Fahrern der ersten Stunde. Nach 19 Jahren ist der 85-jährige jetzt zurückgetreten.

Bisher ist es dem Mahlzeitendienst unter der Leitung von Christian Krebs (Wilen) stets gelungen, genügend ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer zu gewinnen. Auf dem Tagesausflug an einem herrlichen Sommertag standen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Teilnehmenden und die Pflege der Geselligkeit im Vordergrund. Nach einem feinen Essen im Berggasthof Höchsten blieb genügend Zeit für einen Spaziergang auf der mit 833 Metern über Meer höchsten Erhebung zwischen dem Bodensee und der Donau.

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Witzige Schrifttafeln auf dem schwäbisch-alemannischen Mundartweg

Eine Erhebung mit Attraktionen

Der wohl den wenigsten Ostschweizern bekannte Höchsten im Hinterland von Meersburg bietet bei klarer Sicht nicht nur eine herrliche Aussicht auf rund 160 Berggipfel von der Zugspitze bis zu den Berner Alpen, sondern als weitere Attraktionen auch einen schwäbisch-alemannischen Mundartweg und einen Promipfade mit den Fussabdrücken von rund 50 Persönlichkeiten, die auf dem Höchsten ihre Spuren hinterlassen haben.

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Ausklang unter dem 121 Jahre alten Kastanienbaum vor dem Berggasthof