Der Grundgedanke des Natur- und Vogelschutzvereins Uzwil war es, die Wiese nördlich des Seniorenzentrums Uzwil vor einer Überbauung zu bewahren. Und mehr noch. Sie zu einem eigentlichen Naturparadies umzugestalten. Deshalb ist der Verein an die Gemeinde als Besitzerin des Landstücks gelangt. 2019 hat er einen Leih-Nutzvertrag über zehn Jahre abgeschlossen. Damit können 6'000 Quadratmeter Land, südlich vom Seniorenzentrum Sonnmatt und nördlich vom katholischen Friedhof begrenzt, zwischen der Waldburg- und der Flawilerstrasse, in einen Naturgarten verwandelt werden. Der Verein will damit zeigen wie die Biodiversität im Siedlungsraum umgesetzt werden kann.

Langfristiger Schutz wird angestrebt

Zehn Jahre lang hat der Natur- und Vogelschutzverein Uzwil die Verantwortung für die Gestaltung und die Pflege des Naturgartens übernommen. Eine Zeitspanne, welche nach Ansicht der Mitglieder unbedingt verlängert werden müsste. Denn die Natur verlange, in grösseren Zeiträumen zu denken und zu handeln. So würde der im letzten Jahr angepflanzte Obstgarten in einer Dekade noch weit von seiner «Volljährigkeit» entfernt sein. Und die Trockenmauer und ihre Bewohner müssten unter dauernden Schutz gestellt werden.

Naturfreunden über die Schulter geblickt

Am samstäglichen Einsatz wurde vier Projekten bearbeitet und zum Teil fertiggestellt. Dabei mögen dem unkundigen Betrachter Asthaufen oder Steinhaufen vielleicht als «Abfallsammelstellen» erscheinen. In Tat und Wahrheit sind es aber bewusst geschichtete und platzierte Lebensräume für viele Tiere wie Insekten, Igel, Frösche, Molche oder Blindschleichen.

Dass in Trockenmauern viele Eidechsen und Insekten leben, ist bekannt. Ebenso, dass Trockenmauern mehr und mehr verschwinden. Diese älteste Form des Mauerbaus durch Aufschichten von losen Steinen ohne Mörtel ist aufwendig und durch Betonmauern abgelöst worden. Man findet sie noch als Weidebegrenzungen und Stützmauern bei Terrassenanbau in steilem Gelände. Und jetzt gibt es eine neue und professionell erstellte im Uzwiler Naturgarten.

Bei allen Bemühungen geht es aber nicht nur um Tiere, sondern auch um eine Vielfalt an Pflanzen. Das trifft ganz besonders auch für die Kräuterspirale zu. Von der Bodenbeschaffenheit her ist sie in drei Zonen eingeteilt. In der Mittelmeerzone zuoberst gedeihen auf sandigem Boden mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Majoran oder Thymian. Die humushaltige Normalzone in der Mitte eignet sich für Oregano oder Koriander. Die Feuchtzone zuunterst enthält Komposterde und lässt Kerbel und Brunnenkresse gedeihen.

Bereits angepflanzt sind der Hochstamm-Obstgarten und die Hecke entlang der Waldburgstrasse. Am Zaun zum Friedhof steht ein grosses Wildbienenhotel. In der Wiese sind Streifen für die Einsaat einer Blumenwiese vorbereitet. Bereits im letzten Frühling ist das Projekt Gartenkind gestartet worden. Maximal neun Kinder pflanzen Gemüse und Blumen an.