Am Donnerstagvormittag war für die Wiler Ludothek der grosse Moment gekommen, von der „Oberen Mühle“ an den neuen Standort in der Altstadt zu zügeln. 160 Schülerinnen und Schüler vom Alleeschulhaus beteiligten sich an der Zügelaktion. Für das Ludothekteam ergibt sich am neuen Standort, der früheren Altstadtpost, die lang ersehnte Verbesserung mit dem grösseren Raumangebot. Die offizielle Eröffnungsfeier findet am 8. September mit einem Tag der Offenen Türe statt. Die Ludothek kämpfte bekanntlich schon länger um neue und grössere Räumlichkeiten, um die laufend steigende Zahl Spiele kundenfreundlich platzieren zu können. Ende 2016 eröffnete sich eine optimale Gelegenheit mit der Aufgabe der Altstadtpost. Die Stadt schloss mit den Eigentümern eine Leistungsvereinbarung, um der Ludothek den ersehnten Standort zu sichern.

Attraktiv vorbereitete Zügelaktion
Für das Zügeln der über 2000 Spiele von der Oberen Mühle an den neuen Standort hatte sich das Lehrerteam des Alleeschulhauses mit ihren Schülern bereit erklärt. Jedes Kind bemalte voraus eine der Zügeltaschen mit dem von ihm bevorzugten Spiel. Am Zügelmorgen vom Donnerstag konnten die Kinder ihre bemalte Tasche mit Spielen gefüllt in Empfang nehmen für den Umzug in die Altstadt. Klassenweise fanden sich die 160 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern ein, um die nächste Ladung Spiele zu transportieren.

Am neuen Standort in der Altstadt wurden die Jugendlichen erfreut empfangen. Die anwesenden Ludothek-Frauen waren anschliessend für das Einräumen in die neuen Gestelle besorgt. Die Kinder durften sich im Anschluss umsehen, welches Spiel sie gerne einmal ausleihen wollten. Als Überraschung erhielt der Klassenlehrer für jedes Kind als Dankeschön einen Gutschein für eine kostenlose Ausleihe.

Optimal eingerichtet, dank grossartigen Spenden
Im Gespräch wies Präsidentin Susanne Dobler erfreut darauf hin, dass sie nun über grosszügig eingerichtete Räumlichkeiten verfügen könnten. Dies sei allerdings nur dank grossen Spenden möglich geworden. So habe die Schreinerei Dobler die Gestelle mit grosszügigem Rabatt nach ihren Vorgaben hergestellt. Geldspenden hätten sie über 20'000 Franken erhalten. Grosszügig habe sich auch das Wiler Parlament gezeigt mit Zügelbeitrag über 5'000 Franken. Für die Räumlichkeiten mit Mietkosten über 30'000 Franken pro Jahr komme die Stadt Wil auf und stelle auch die EDV-Einrichtung zur Verfügung.

Die zahlreichen Zuschüsse sind für den Ludothekbetrieb wichtig. Die 18 Ludothek-Frauen arbeiten alle ohne Entschädigung. In Anbetracht von 3'500 Ausleihungen und der Betreuung von aktuell 250 Mitgliedern erfüllen sie eine grössere Aufgabe. Am neuen Standort erhofft sich Susanne Dobler eine Erweiterung der Mitgliederzahl wie auch mehr Ausleihungen. Die Nähe zur Stadtbibliothek und auch der Wochenmarkt sorge sicher für mehr Publikumsverkehr. Sie planten auch eine Ausdehnung der Öffnungszeiten.

Ludothek wie die Stadtbibliothek gleichwertig behandeln
Im Gespräch über das Angebot der Ludothek betonte Achim Arn vom Alleeschulhaus den Stellenwert des Spiels für die Kinder. Das Spiel sei wie das Buch für Jugendliche ein hohes Bildungsanliegen.

Achim Arn stört sich daran, dass jedes Kind aus Wil für die Stadtbibliothek eine Gratiskarte für Bücherbezug erhält, während in der Ludothek für Ausleihungen ein Mitgliederbeitrag über 20 Franken zu entrichten ist, bevor Ausleihungen möglich werden. Für eine Ausleihe sei der Beitrag über zwei Franken, für grössere Sachen fünf bis acht Franken, angebracht. Eine diesbezügliche Angleichung zu den Bezugsregeln der Stadtbibliothek drangt sich nach Arn nun wirklich auf.