Im ersten Teil des Elternabends sprachen drei Fachpersonen zum Thema frühe Förderung: Schulpräsident Daniel Wyder, Schulleiter Peter Falk und Ellen Glatzl von der Fachstelle für frühe Förderung und Integration. An «Marktständen» im hinteren Teil des Gemeindesaals konnte im Anschluss mit einigen Anbietern von Fördermassnahmen in Kontakt getreten werden.

«Miteinander auf dem Weg»

Schulleiter Peter Falk, verantwortlich für die fördernden Massnahmen der Schule Uzwil, stellte das Zitat «Kinder sind Gäste, die wir auf dem Weg begleiten» an den Beginn seiner Ausführungen. Kinder fragten die Eltern nach dem Weg. Die Eltern hätten die Aufgabe und die Pflicht, den Kindern die Richtung vorzugeben und sie mit einem guten Rucksack auszustatten. Der Elternabend wolle einen Beitrag leisten, Eltern instand zu setzen, den Rucksack gut zu packen.


Eltern sind unentbehrlich

Schulpräsident Wyder betonte, dass frühe Förderung den politisch Verantwortlichen ein vorrangiges Anliegen sei. Die entsprechenden Massnahmen hätten zum Ziel, gute Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Kinder zu schaffen. Die zentrale Rolle müssten aber die Eltern spielen. Vieles im Vorschulalter erlebten die Kinder mit ihren Eltern. Wichtig sei aber auch, Kinder den altersgemässen Schritt in die Freiheit machen zu lassen. Die ersten vier Jahre seien für das ganze Leben prägend.

Eltern sind Vorbilder

«Es hat keinen Sinn, Kinder zu erziehen. Sie machen uns sowieso alles nach», hat Mark Twain einst gesagt. Peter Falk und Ellen Glatzl gaben in der Folge Ratschläge, wie Kinder im Vorschulalter gefördert werden können, damit sie die Erwartungen beim Eintritt in den Kindergarten erfüllen. Sie müssen weder lesen, noch schreiben, noch rechnen können, sollten aber beispielsweise die Hände waschen und selbständig auf die Toilette gehen können. In vielem, auch in den Umgangsformen, sind die Eltern für die Kinder Vorbilder.

Weitere Hinweise – im Interesse der Kinder eher Forderungen – waren, den Kindern Zeit zu schenken, für genügend Schlaf zu sorgen, mit den Kindern deutsch zu sprechen, ihnen Verantwortung zu übertragen, Vertrauen zu schenken und konsequent zu sein. Ganz wichtig sei auch das Spielen, weil Kinder durch das Spielen lernten.

Angebote in Uzwil

Die Angebote zur frühen Förderung wurden einerseits durch die Referenten aufgelistet und dann durch Anbieter erklärt. Es handelt sich um Spielgruppen, Tagesfamilien, den Kinderhort «Rägeboge», die Mütter-Väter-Beratung, die Elternbildung, die Elternbriefe der Pro Juventute, die Gemeindebibliothek und die Musikschule (Musigzwärgli). Zweimal jährlich bietet die Gemeinde subventionierte Elternbildungskurse an. Das «Hello Kafi» in der Bibliothek ist eine moderierte Gesprächsrunde. Deutsch im Alltag ist für Menschen mit wenigen oder keinen Deutschkenntnissen.

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Fragen an Schulpräsident Daniel Wyder

Just am Wochenende ist in Rorschach eine Fachtagung zum Thema Frühe Förderung mit drei St. Galler Regierungsmitgliedern durchgeführt worden.

hallowil.ch.: Herr Wyder, Regierungsrätin Heidi Hanselmann hat für Unterstützung der Eltern in der vorgeburtlichen und in der Säuglingsphase plädiert. Gibt es in Uzwil ein entsprechendes Angebot?

Es gibt das Angebot der Hebammen, welche Mutter und Kind begleiten. In der Säuglingsphase ist das Angebot der Mütter-Väter-Beratung ganz entscheidend und bietet sehr gute Unterstützung.

hallowil.ch: Regierungsrat Martin Klöti hat auf die Verdoppelung der Familienzentren im Kanton St. Gallen hingewiesen. Wie und wo partizipiert Uzwil davon?

Der Kanton fördert Familienzentren sehr. Wir verfügen in Uzwil über ein solches, das allerdings noch klein ist. Dazu gehören die Mütter-Väter-Beratung, Deutsch im Alltag und in unmittelbarer Nähe befindet sich der Kinderhort «Rägeboge». Im Laufe der Zeit könnten weitere Angebote dazukommen.

hallowil.ch.: Chancengerechtigkeit muss gemäss Regierungsrat Stefan Kölliker bis zum Eintritt in den Kindergarten erreicht werden. Was fehlt in Uzwil noch auf dem Weg zu diesem Ziel?

Unser Angebot ist vielfältig. Wichtig ist, dass es noch besser bekannt wird. Dazu kann genau so eine Veranstaltung wie die heutige beitragen. Die betroffenen Eltern müssen wissen, wo sie Anregungen oder Unterstützung bekommen.