Das SEM hat, in Absprache mit der Gemeinde Flawil und dem Kanton St.Gallen, im Mai das ehemalige Spital in Flawil für die Unterbringung von maximal 250 schutzsuchenden Personen aus der Ukraine in Betrieb genommen. Nach einem ereignisreichen Frühling hat sich die Lage im Hinblick auf Fluchtbewegungen aus der Ukraine mittlerweile etwas beruhigt und die Zahl der in der Schweiz Schutz suchenden ukrainischen Geflüchteten ist seither rückläufig. Dies könnte sich in den Herbst- und Wintermonaten jedoch wieder ändern, wie es im aktuellen Mitteilungsblatt heisst. 

Aktuell sind im ehemaligen Spital Flawil durchschnittlich 60 bis 80 Personen aus der Ukraine untergebracht, welche rund um die Uhr vom Betreuungspersonal der Asylorganisation Zürich (AOZ) begleitet werden. Der Sicherheitsdienst der Securitas ist ebenfalls rund um die Uhr präsent und der Betrieb hat sich während der vergangenen drei Monate gut eingespielt.

Steigende Asylgesuchszahlen

Obwohl sich die Lage im Hinblick auf die Ukraine-Krise zwischenzeitlich etwas entspannt hat, sind die Bundesasylzentren schweizweit aktuell stark ausgelastet. Grund dafür sind nicht nur die steigenden Asylgesuchszahlen, sondern auch die Diphterie-Fälle, welche aktuell in verschiedenen Bundesasylzentren aufgetreten sind. Dank der weit verbreiteten Impfung stellt die Krankheit für die Schweizer Bevölkerung kein erhöhtes Risiko dar. Doch die von der zuständigen Kantonsärzteschaft verordneten Isolations- und Quarantänemassnahmen schränken die Kapazitäten der Bundesasylzentren ein, wie es weiter heisst. 

Im Rahmen des Resettlement-Programms

Das SEM hat deshalb in Absprache mit der Gemeinde Flawil und dem Kanton St.Gallen entschieden, in Flawil nebst den ukrainischen Geflüchteten auch andere Personen mit Flüchtlingshintergrund unterzubringen. Zunächst werden dies voraussichtlich Flüchtlinge sein, welche im Rahmen des Resettlement-Programms in die Schweiz aufgenommen, während zwei bis drei Wochen in Flawil untergebracht und anschliessend den Kantonen zugewiesen werden. Falls nötig, werden die Plätze im ehemaligen Spital Flawil auch mit weiteren Asylsuchenden belegt. Diese werden, im Unterschied zu den Personen aus der Ukraine, die nur einige Tage vor Ort sind, während mehrerer Wochen in Flawil untergebracht sein.

Betreuungs- und Sicherheitsdispositiv wird laufend angepasst

Das aktuelle Betreuungs- und Sicherheitsdispositiv wird laufend angepasst – je nach Belegung der Unterkunft. Bei einer höheren Belegung und einer anderen Gruppenzusammensetzung wird zusätzliches Betreuungs- und Sicherheitspersonal vor Ort sein, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Für eine allfällige Beschulung der Kinder wird ausschliesslich das SEM zuständig sein. Der Bevölkerung steht für mögliche Anliegen im Zusammenhang mit der Notunterkunft zudem eine rund um die Uhr erreichbare Hotline (+41 79 356 41 96) zur Verfügung.

Bis Ende Jahr befristet

Die Zwischennutzung des ehemaligen Spitals Flawil als Unterkunft für Schutzsuchende und Flüchtlinge ist bis Ende Jahr befristet, da die Eigentümerin Solviva AG an diesem Standort ein modernes Zentrum für Gesundheit, Therapie und spezialisierte Pflege vorsieht. Das Bauprojekt ist für nächstes Jahr geplant. Sollte sich der Baustart verschieben, ist, in Absprache mit der Eigentümerin, der Gemeinde Flawil und dem Kanton St.Gallen allenfalls eine kurzzeitige Verlängerung der Nutzung durch das SEM denkbar.

Resettlement-Flüchtlinge

Beim Resettlement-Programm des Bundes geht es um eine dauerhafte Neuansiedlung besonders bedürftiger Flüchtlinge in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich im Land zu integrieren. Konkret handelt es sich um Gruppen von circa 40 bis 50 besonders schutzbedürftigen Personen (insbesondere Familien), bei denen die Voraussetzungen für die Gewährung des Flüchtlingsstatus bereits vor ihrer Einreise in die Schweiz überprüft wurden.