Gesellschaftliche Treffpunkte und Märkte gehören dazu und sind nach wie vor wichtig. Um nachgefragt zu sein, müssen sie sich zeitgemäss erneuern. Der Niederuzwiler Jahrmarkt geht auf eine Initiative aus der Bevölkerung zurück. 1897 gründeten Männer aus Niederuzwil das «Initiativ-Komitee zur Einführung eines Jahrmarktes». 284 Einwohner haben die Petition für einen Jahrmarkt unterschrieben. Dorfverwaltungsrat und Gemeinderat unterstützten das Anliegen und der Regierungsrat des Kantons St. Gallen bewilligte den Markt. Damals gehörten ein Viehmarkt, Obst und Geschirrwarenstände zum Markt. In den vergangenen Jahren verlor der Niederuzwiler Jahrmarkt jedoch immer mehr an Bedeutung. Diese Situation war für Christoph Baer, den von der Gemeinde engagierten Kulturbeauftragten (Kulturbaer), eine Herausforderung. 


Facettenreicher Chilbi-Betrieb

Er experimentierte anfänglich mit der Aufteilung auf zwei Märkte. Zusätzlich zum Jahrmarkt in der Marktstrasse und auf dem Marktplatz wurde beim Uzeschuelhus ein Pflanzenmarkt durchgeführt. Mittlerweile aber scheint die erfolgversprechende Form gefunden zu sein. Bereits zum vierten Mal fand der Frühlingsmarkt unter Einbezug des Begegnungsplatzes und ergänzt mit vielen Attraktionen statt.

An der Chilbi war alles zu finden, was man an einem Jahrmarkt erwartet. Es wurden Textilien und Lederwaren angeboten: Lederarmbänder, Schals, Handschuhe, Kinderhüte, Hosen, Gürtel, Hosenträger, Handyhüllen. Der Billige Jakob fehlte ebenso wenig wie ein Speisen- und Getränkeangebot, das von Weisswurst, Brezen und Bier über Crèpes und Grillwürste zu Dörrobst, Honig, fremdländische Spezialitäten, Gewürze, Käse- und Fleischspezialitäten, hausgemachte Bonbons oder tibetanisches Gebäck reichte.

Den Chilbi-Betrieb vervollständigten ein Nostalgie-Karussell, eine Schifflischaukel, ein Trampolin, eine Hüpfburg und die Fünf-Zoll-Bahn zum Mitfahren. Auch Ponyreiten und Fahrten mit einer Pferdekutsche waren im Angebot. Eine Märlitante erzählte Geschichten und ein Zauberer erfreute Gross und Klein.

Angebote für Hobbygärtner

Mit von der Partie waren auch diesmal Anbieter von Setzlingen und Pflanzen. Blumen Nützi war mit Kleingartenbepflanzung in Filzsäcken vertreten. Die Stiftung Tosam hielt unter anderem Setzlinge und Gartenaccesoires feil. Obst- und Schattenbäume gehörten zum Angebot der Baumschule Gehrig. Auf dem Kreativmarkt gab es handgemachte Produkte, beispielsweise Seife oder Kinderkleider. Der Begegnungsplatz beim Marktplatz wurde seinem Namen gerecht werden und lud zum Verweilen und zu geselligem Austausch ein.

Bilanz des Organisators

Hauptverantwortlich für den Niederuzwiler Frühlingsmarkt ist Christoph Baer, der Uzwiler Kulturbär. hallowil.ch hat ihn um eine Beurteilung der beiden Markttage gebeten.

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Christoph Baer: «Der Erfolg eines Marktes im Freien hängt halt weitgehend vom Marktwetter ab.»

Christoph Baer: «Wenn der Frühlingsmarkt beginnt, ist meine Arbeit abgeschlossen. Ich kann dann jeweils nur auf gutes Wetter hoffen und es den Marktfahrern und Standbetreibern wünschen. Auch in diesem Jahr hat es sich gezeigt: Bei angenehmer Witterung füllen sich die Strassen und Plätze und die Angebote auf dem Markt werden genutzt. Sowohl am Samstag als auch Sonntag sah es bei Marktöffnung um 10 Uhr witterungsmässig alles andere als vielversprechend aus. Nieselregen und für die Jahreszeit kalte Temperaturen liessen wenig Gutes erwarten. Glücklicherweise aber hat es um die Mittagszeit an beiden Tagen aufgehellt und an den Nachmittagen wurde es mit sonnigen Abschnitten angenehm wärmer. Der Publikumsaufmarsch war trotzdem etwas geringer als bei der letztjährigen Durchführung bei schönem Wetter. Von den Marktfahrern habe ich aber ein durchaus positives Echo erhalten. Guten Anklang hat auch das erstmalig aufgestellte Bierzelt gefunden. Nächstes Jahr wird der Frühlingsmarkt wieder durchgeführt werden. Dann zum grossen Teil im gleichen Rahmen und mit einem zusätzlich weiterentwickelten Festwirtschaftsangebot.»