Am Ende war es dann halt doch so, wies es im Cup beim Vergleich David gegen Goliath oftmals ist: Der Oberklassige schlängelte sich irgendwie durch, ohne sich mit Ruhm zu bekleckern. Aus Sicht der Zürcher war die Ausfahrt nach Wil unter dem Stichwort «Arbeitssieg» zu verbuchen. Das konnte man durchaus so sehen. Denn die Gäste setzten in den entscheidenden Situationen Nadelstiche, welche den Wilern weh taten. So in einer schon eher späten Phase der ersten Halbzeit, als der Zürcher Ausgleich nicht in der Luft lag. Da setzte Marco Schönbächler zu einem wunderbaren Schlenzer von ausserhalb des Strafraums an, der den Weg ins hohe Eck fand. Kurz nach der Pause unterlief Wils Goalie Zivko Kostadinovic einen Corner-Ball von der linken Seite, was Pa Modou zum Führungstreffer nutzte. Ausgerechnet der Gambier traf, der einst für Wil spielte, diesen Sommer in Zürich vorerst keinen Vertrag mehr bekommen hatte und nun auf dem Bergholz eben doch sein Comeback in den Reihen der Zürcher feierte. Und dies durchaus erfolgreich als Matchwinner. Dass in dieser Szene Zürichs Mirlind Kryezium den Wiler Eris Abedini mit einem Ellenbogenschlag ausser Gefecht setzte, übersah Schiedsrichter Adrien Jaccottet.

Diese beiden Treffer genügten den Zürchern zu einem glanzlosen Erfolg. Sie genügten, weil die Gastgeber weniger effizient auftraten und aus ihren guten Ansätzen zu wenig machten. So war es ein Spiel, in dem beide Mannschaften fanden, sie seien die bessere gewesen. Dies beanspruchte Zürichs Trainer Ludovic Magnin im SRF-Interview für sich – und auch Lindrit Kamberi sowie Valon Fazliu auf Wiler Seite gegenüber hallowil.ch (siehe Video-Interviews).

Auffällige Zürcher bei Wil

Viel fehlte tatsächlich nicht aus Sicht der Ostschweizer, um die Verlängerung zu erreichen – genau wie beim letzten Cup-Aufeinandertreffen dieser beiden Teams, als sich die Zürcher im Frühjahr 2013 schliesslich mit 4:2 durchsetzten. Gleich mehrere Zürcher in den Reihen Wils traten dieses Mal positiv in Erscheinung. So war der Führungstreffer der Gastgeber nach einer Viertelstunde eine Dreifach-Produktion von Limmat-Städtern. Bledian Krasniqi eroberte sich im Mittelfeld denn Ball und leitete diesen zu Filip Stojilkovic weiter. Bei der 2-gege-1-Situation hatte dieser das Auge für den noch besser postierten Valon Fazliu, der souverän einschob. Nichts war zu spüren von fehlender Spielpraxis. So erzielte der neueste Wiler Neuzuzug nach einer Viertelstunde beim neuen Klub bereits sein erstes Tor.

Ganz grundsätzlich waren die Wiler Zürcher auffällig. So zum Beispiel Fabian Rohner, dessen Geschwindigkeit einmal mehr beeindruckte. Allerdings blieb es auch bei ihm zu oft bei guten Ansätzen und der letzte Pass fehlte.

Dem Zuschauerrekord fern

Aus Wiler Sicht war zu bilanzieren: Einmal mehr nahe dran, aber halt doch nicht eine Runde weiter. Im dritten Jahr hintereinander ging es im Cup gegen einen Super-League-Klub. War vor zwei Jahren das 0:3 zuhause gegen Thun eine klare Sache, so schaffte man es vergangenen Saison gegen die Berner Oberländer ins Penaltyschiessen. Auch dieses Jahr gegen Zürich war eine Verlängerung nicht fern. Alles in allem hat der FC Wil seinen Ruf als Cup-Schreck in den vergangenen Jahren aber doch verloren und der einzige Erfolg gegen einen Super-League-Klub in diesem Jahrzehnt datiert von Dezember 2012, als die Young Boys mit 4:3 nach Verlängerung niedergerungen worden waren.

Eher enttäuschend war am Samstagabend die Zuschauerzahl. Nur gut 3000 Fans kamen bei bestem Spätsommerwetter in die IGP-Arena – geschätzt die Hälfte aus Zürich. Der Stadionrekord von 4440 – aufgestellt im Sommer 2016 auch gegen den Zürcher Stadtklub – blieb unangetastet.

Stimmen zum Spiel:

 
Lindrit Kamberi (Bild) und Torschütze Valon Fazliu äussern sich im hallowil.ch-Interview zum knappen Cup-Out.

FC Wil 1900 – FC Zürich (Super League) 1:2 (1:1)

IGP-Arena: 3084 Zuschauer. – Sr: Jaccottet.

Tore: 15. Fazliu 1:0. 36. Schönbächler 1:1. 52. Pa Modou 1:2.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner (83. von Niederhäusern), Schmied, Kamberi, Schmid; Krasniqi (70. Duah), Abedini, Muntwiler, Brahimi; Fazliu; Stojilkovic (78. Silvio).

FC Zürich: Brecher; Britto, Bangura, M. Kryeziu, Pa Modou; Popovic (88. Janjicic), Domgjoni (57. Sohm); Schönbächler, Marchesano, Kololli; Ceesay (31. Kasai).

Bemerkungen: Wil ohne Tolino (krank), Schäppi, Celant (verletzt), Sejdija, Wörnhard, Beka und Rahimi (nicht im Aufgebot). FC Zürich ohne Kharabadze (krank), Omeragic, Winter, Tosin, Kramer, Mahi ,H. Kryeziu (verletzt), Aliu, Rüegg und Hadzikic (nicht im Aufgebot). – 64. Lattenschuss Popovic. – Verwarnungen: 43. Muntwiler (Foul). 62. Kololli (Schwalbe), 73. Britto (Foul), 81. Marchesano (Foul), 89. Kamberi (Foul).

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Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein mit diesem Liveticker. Haben Sie noch einen schönen Samstagabend. Bis bald auf hallowil.ch.

Nächsten Samstag um 18 Uhr steht auf der Schützenwiese das Meisterschaftsspiel gegen den FC Winterthur an. Auch dieses Spiel können Sie im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgen.

Schlussfazit. Das war es also mit dem diesjährigen Cup-Traum. Vor allem aufgrund der zweiten Halbzeit sind die Zürcher der nicht unverdiente Sieger. Waren die Zürcher in der ersten Halbzeit noch phasenweise überfordert mit der Spielweise der Wiler, so war der Auftritt in der zweiten Halbzeit abgeklärter. Die Gäste spielten riutiniert ihr Programm herunter. Dennoch ist es ein Auftritt, für den sich die Wiler nicht schämen müssen. Ganz im Gegenteil. Sie agierten frech und liessen sich durch den Gegner nicht einschüchtern.

Schlusspfiff: Schiedsrichter Jaccottet pfeifft die Partie ab. Der FC Wil unterliegt dem FC Zürich mit 1:2.

92. Minute: Gute Chance für die Wiler: Fazliu versucht es mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, weil er sieht, dass Brecher falsch steht. Dieser kann den Ball aber noch um den Pfosten lenken. Die Wiler monieren zwar, dass Brecher den Ball erst hinter der Linie geklärt haben soll, Jaccottet zeigt aber zur Eckfahne.

90. Minute: Es werden mindestens vier Minuten nachgespielt. Jetzt müssen die Willer alles nach vorne werfen, wollen Sie die Verlängerung noch erzwingen.

89. Minute: Silvio kommt über die rechte Seite und sucht in der Mitte einen Mitspieler. Dies aber vergebens und der Ball geht ist Aus.

89. Minute: Gelbe Karte für Kamberi nach einem Foul an Janjicic.

88. Minute: Dritter Wechsel bei den Zürchern: Für Popovic spielt neu Janjicic.

85. Minute: Die Zürcher kontrollieren weitgehend den Match. Die Wiler rennen zwar an, kommen aber zu keiner nennenswerten Chance in dieser Phase.

83. Minute: Ein weiterer Wechsel beim FC Wil: Von Niederhäusern ersetzt Rohner.

81. Minute: Nächste Verwarnung des Spiels: Marchesano sieht nach einem Foul an Rohner die gelbe Karte.

78. Minute: Nächster Wechsel bei den Wilern: Neu spielt Silvio, der für Stojilkovic auf den Platz kommt.

73. Minute: Nächste gelbe Karte für einen Zürcher: Britto sieht nach einem Foul an Duah die gelbe Karte.

73. Minute: 3084 Zuschauer sind heute in der IGP-Arena.

70. Minute: Erster Wechsel bei den Wilern: Für Krasniqi spielt neu Duah.

69. Minute: Was für ein Kracher von Fazliu: Aus 25 Metern zieht er ab und zwingt so Brecher zu einer Parade. Und die Szene ist noch nicht geklärt. Nach einer weiteren Kombination über Rohner und Stojilkovic schliesst Krasniqi ab, aber direkt auf Brecher.

64. Minute: Da schäppert es am Gebälk des Wiler Tors. Und zwar so richtig. Popovic knallt den Ball nach einer schönen Einzelaktion aus kurzer Distanz an die Latte. Da hatten die Wiler Glück.

62. Minute: Kololli fällt im Strafraum und Jaccotet pfeifft. Er gibt aber keinen Elfmeter für Zürich, sondern einen Freistoss für Wil. Der Schiedsrichter hat die Aktion als Schwalbe von Kolloli taxiert und zeigt dem Zürcher die gelbe Karte.

61. Minute: Rohner kommt über die rechte Seite und spielt flach in die Mitte. Brecher kann den Ball nicht festhalten, da aber kein Wiler da steht um den Abpraller zu verwerten, können die Zürcher klären.

60. Minute: Die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit ist durch. Und man merkt, dass der FC Zürich deutlich mehr Spielanteile hat und das Spiel mehr und mehr in die Hand nimmt.

58. Minute: Zweiter Wechsel beim FC Zürich: Domgjoni geht vom Feld und macht Platz für Sohm.

57. Minute: Da traut sich Rohner etwas gar viel zu: Er versucht es mit einem Schuss aus gut 35 Metern. Sein Ball geht aber deutlich übers Tor.

55. Minute: Die Wiler kommen mit Muntwiler über die rechte Seite. Sein Pass in die Mitte zu Stojilkovic kann aber von den Zürchern geklärt werden.

52. Minute: TOOOOR für den FC Zürich zum 1:2. Pa Modou erzielt den Führungstreffer für die Zürcher. Da sehen weder Kostadinovic noch die Wiler Verteidigung gut aus. Kostadinovic unterläuft einen Eckball von Popovic und so kann Domgjoni den Ball mit dem Kopf zu Pa Modou spielen. Dieser hat keine Probleme den Ball aus drei Metern mit dem Kopf über die Linie zu befördern.

49. Minute: Gleich im Gegenzug hat Marchesano über die linke Seite eine gute Chance. Kostadinovic taucht aber gut ab und kann den Schuss von Marchesano halten.

48. Minute: Was für eine Chance für die Wiler: Rohner überläuft die gesamte rechte Seite der Zürcher und spielt den Ball Flach in die Mitte. Dort kann Stojilkovic den Ball nicht wie gewünscht kontrollieren. So hat Brecher Zeit, um aus dem Tor zu kommen, den Winkel gut zu verkürzen und den Schuss von Stojilkovic zu halten.

46. Minute: Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Hoffen wir, dass die Wiler weiterhin so gut dagegen wie im ersten Umgang.

Pausenfazit: Die Wiler spielten in der ersten Halbzeit konzentriet und machten es den Zürchern schwer, sich zu entfalten. So war es auch folgerichtig, dass die Wiler in Führung gingen. Dann aber zeigte sich, dass man sich gegen einen Vertreter aus der Super League keine Fehler erlauben darf. Nur einmal liess man Schönbächler zu viel Platz - und schon erzielte dieser den Ausgleich. Nichtsdestotrotz müssen sich die Wiler mit ihrer Leistung der ersten Halbzeit nicht verstecken. Sie waren über weite Strecken die bessere und auch aktivere Mansnchaft. Auch durch das Gegentor liessen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn sie in der zweiten Halbzeit so weiterspielen, ist ein Weiterkommen durchaus drin.

45.+1. Minute: Schiedsrichter Jaccottet bittet zum Pausentee. Mit einem 1:1-Unentschieden geht es in die Kabine.

45. Minute: Es wird mindestens eine Minute nachgespielt.

43. Minute: Erste Verwarnung für einen Wiler: Und es ist, wie könnte es auch anders sein, Muntwiler. Nach einem Foul an Kololli sieht er die gelbe Karte. Im Falle eines Weiterkommens wäre er in der nächsten Runde gesperrt.

41. Minute: Auch durch diesen Gegentreffer lassen sich die Wiler nicht beirren und ziehen ihren Plan weiterhin durch.

36. Minute: TOOOR für den FC Zürich durch Schönbächler zum 1:1. Nach einem Pass von Domgjoni kommt Schönbächler an den Ball. Er wird zu wenig aggresiv attakiert und schlenzt den Ball von der linken Strafraumecke in die weite Ecke. So schön dieses Tor auch war, abgezeichnet hat es sich definitiv nicht.

33. Minute: Kamberi im Laufduell mit Kasai. Kamberi ist deutlich schneller und kann den Konter so unterbinden.

31. Minute: Erster Wechsel bei den Gästen:. Für Ceesay - der sich ohne Einwirkung eines Wilers verletzt hat - kommt neu Kasai.

28. Minute: Nach einem Eckball von Fazliu zieht Rohner aus der zweiten Reihe ab. Sein Schuss geht aber weit am Tor vorbei.

26. Minute: Der FC Zürich kommt auch weiterhin zu keinen nennenswerten Chancen. Ein wirkliches Aufbäumen der Zürcher ist nicht spürbar.

22. Minute: Brahimi versucht es mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Sein Flachschuss kann Brecher aber ohne Probleme halten.

19. Minute: Die Wiler machen es dem FC Zürich weiterhin schwer, zu Chancen zu kommen.

15. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 1:0. Das war ein mustergültig herausgespielter Konter. Gleich nachdem Kostadinovic den Ball abgewehrt hatte, erkämpfen sich Krasniqi im Mittelfeld den Ball. Stojilkovic und Fazliu laufen in einer 2-gegen-1-Situation auf das Tor der Zürcher zu. Stojilkovic spielt den Ball quer zu Fazliu, dieser netzt eiskalt ein. Brecher ohne Chance. Das Ding ist lanciert.

15. Minute: Schönbächler versucht es mit einem Schuss aus der Distanz. Kostadinovic reisst die Fäuste hoch und kann den Ball abwehren.

11. Minute: Die ersten zehn Minuten sind rum. Die Wiler wirken keinensfalls eingeschüchtert und greifen die Zürcher früh an. So hat es der Super-League-Klub schwer, sich Chancen zu erarbeiten.

9. Minute: Eine sehr gute Chance für die Zürcher: Britto kommt über die rechte Seite. Ceesay setzt sich im Kopfballduell durch. Sein Kopfball geht aber am Tor vorbei.

6. Minute: Ceesay versucht aus gut 20 Metern. Sein Schuss geht aber am Kasten von Kostadinovic vorbei.

5. Minute: Die erste Chance für die Wiler: Rohner überläuft seinen Gegenspieler auf der rechten Seite und schliesst ab. Brecher kann den Ball aber abwehren. Da zeigt Rohner, dass er früher auch in der Leichtathletik trainiert hat.

2. Minute: Zürich versucht es erstmals über die rechte Seite. Die Flanke von Ceesay findet aber keinen Abnehmer.

1. Minute: Schiedsrichter Adrien Jaccottet pfeifft das Spiel an. Auf geht's zu diesem Cup-Spiel.

Die Mannschaften sind da. Nun gibt es noch eine Trauerminute für den einstigen Wiler Verwaltungsrat Beni Burtscher, der Ende August unerwartet verstorben ist. Auch wir schweigen.

Geleitet wird das Spiel vom Super-League-Schiedsrichter Adrien Jaccottet.

Bei den Zürcher spielen mit einem 4-2-3-1 System. Im Tor steht Brecher. In der Verteidigung spielen von rechts nach links Britto, Bangura, Kryeziu und Pa Modou. Im defensiven Mittelfeld laufen Domhjoni (rechts) und Popovic auf. Im offensiven Mittelfeld spielen von rechts her gesehen Schönbächler, Marchesano und Kololli. Einziger Stürmer bei den Gästen ist Ceesay.

Die Aufstellungen sind bekannt. Die Wiler laufen mit einem 4-4-1-1 System auf. Im Tor steht Kostadinovic. In der Verteidigung laufen von rechts her gesehen Rohner, Schmied, Kamberi und Schmid auf. Im Mittelfeld spielen von rechts nach links Krasniqi, Abedini, Muntwiler und Brahimi. Als hängende Spitze agiert Fazliu und einziger Stürmer ist Stojilkovic.

Für einige Akteure des FC Wil ist es heute ein ganz spezielles Spiel, wurden sie doch vom FC Zürich fussballerisch ausgebildet und stehen teilweise immernoch bei den Limmat-Städtern unter Vertrag.

Guten Fussball-Abend, geschätzte Freunde des runden Leders. Herzlich willkommen aus dem Wiler Südquartier. Heute steht für den FC Wil der Cup-Sechzehntelfinal gegen den FC Zürich aus der Super League an. Pascal Ibig führt Sie durch die Partie.

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Die Vorschau:

Kein anderer Klub hat diesen Sommer mehr Spieler an die Wiler abgegeben als der FC Zürich – auch nicht Partnerklub FC St. Gallen. Einer der fünf Akteure, die vom Zürcher Stadtklub ausgebildet worden sind und seit diesem Sommer in Wil spielen, ist Fabian Rohner. «Bei der Auslosung war ich gerade in einem Restaurant und bin vor Freude fast aufgesprungen. In unserem Spieler-Chat ging es dann gleich rund», erzählt Rohner. Es ist ein Spieler-Chat der FC-Wil-Akteure, was insofern bemerkenswert ist, als dass Rohner immer noch dem FC Zürich gehört und derzeit an die Wiler ausgeliehen ist.

Die Zürcher:

Der Saisonstart ist alles andere als gelungen. Nur eines der ersten sechs Meisterschaftsspiele wurde gewonnen. Dazu kommt der mühevolle Sieg in der 1. Cup-Runde beim Promotion-League-Aufsteiger Black Stars Basel. Was wohl passiert wäre, wenn der Underdog in der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:1 einen Penalty ins Tor statt an die Lattenunterkante gesetzt hätte? Komm dazu, dass die Zürcher nicht im Rhythmus sind. Da ihr letztes Meisterschaftsspiel vor der Länderspiel-Pause vorverlegt worden war, hat der Stadtklub schon seit drei Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten. In dieser Phase wurden zwei Testspiele gegen die unterklassigen Schaffhausen (Challenge League) und Wettswil-Bonstetten (1. Liga) ausgetragen, welche je mit einem 1:1 endeten. Wirklich aussagkräftig waren jene Partien aufgrund vieler abwesender Nationalspieler allerdings nicht.

Die Wiler:

Die Äbtestädter sind seit zwei Wochen ohne Ernstkampf – und haben in dieser Phase auch nicht getestet. Ursprünglich war ein freundschaftlicher Vergleich mit dem FC Zürich angesetzt, der nach der Cup-Auslosung aber abgesagt wurde. Diverse Spieler waren mit Nachwuchs-Nationalmannschaften unterwegs, wobei Filip Stojilkovic für die Schweizer U21 Und Bledian Krasniqi für die Schweizer U19 je ein Tor erzielten. Hinsichtlich des Cupspiels gibt es keine spezielle Vorbereitung. Will heissen: Die Spieler treffen sich erst am Samstagnachmittag. Der Rahmen soll sein wie immer. Penaltys liess Trainer Ciriaco Sforza nicht trainieren. «Die brauchen wir nicht. Wenn möglich, wollen wir das Spiel schon nach 90 oder 120 Minuten entscheiden. Wir kümmern uns nicht zu sehr um den Gegner, sondern schauen auf uns. Wir sind auch wer und haben keine Angst. Ich erwarte von den Spielern, dass sie diszipliniert, konzentriert und mit Freude auftreten, sagt Sforza. Neben dem langzeitverletzten Silvano Schäppi werden der kranke Ersatzgoalie Gianluca Tolino und der am Fuss verletzte Verteidiger Mattia Celant fehlen.

Die direkten Vergleiche:

Seit 1995 hat dieses Spiel Tradition. Schon sechsmal trafen die beiden Mannschaften im Cup aufeinander. In den 1990er-Jahren siegte dreimal der FC Wil im Bergholz, danach gab es drei Siege für die Zürcher. Die letzten vier Vergleiche unter Wettkampf-Bedingungen fanden in der Saison 2016/2017 in der Meisterschaft statt, als der FC Zürich für eine Jahr in der Challenge League spielte. Bei der Zürcher Aufstiegsfeier vor der Rückkehr in die Super League spielten die Wiler im Mai 2017 im Letzigrund Spielverderber und siegten vor über 10'000 Zuschauern mit 2:0.

Der Zürcher «Publikumsliebling»:

FC-Wil-Captain Philipp Muntwiler geniesst bei den Fans des FC Zürich hohes Ansehen – obwohl er nie für die Zürcher gespielt hat und den einzigen Doppelpack seiner Karriere gegen den Stadtklub erzielt hat. Warum das so ist, erzählt er im hallowil.ch-Video gleich selber:

 
Hier erzählt FC-Wil-Captain Philipp Muntwiler, warum er ausgerechnet bei den FC-Zürich-Fans besonders beliebt ist. (Video: Simon Dudle)

Der Zuschaueraufmarsch:

Bis am Freitag waren 2500 Tickets abgesetzt. Der FC Wil rechnet mit rund 4000 Matchbesuchern. Fällt der Stadionrekord? Dieser liegt in der umgebauten IGP-Arena bei 4440 Fans und datiert vom 30. Juli 2016. Es war ein Challenge-League-Heimspiel gegen den … FC Zürich. Der FC Wil empfiehlt, das Ticket im Vorverkauf zu beziehen, um Wartzeiten an der Kasse zu vermeiden.