Das nur 12.5 Meter lange Lernschwimmbecken im Oberstufenzentrum Sproochbrugg in Zuckenriet ist vor gut 50 Jahren erstellt worden. Das halbe Jahrhundert ist an der Anlage nicht spurlos vorüber gegangen. Öffentliche Hallenbäder können nicht kostendeckend betrieben werden. Die Gemeinde Niederhelfenschwil stand deshalb vor der Frage, das Lernschwimmbecken zu renovieren oder aufzugeben. Die Diskussion ist ausführlich und emotional geführt worden. Unter anderem auch deshalb, weil Zuzwil als ursprünglicher Partner kein Interesse an einer weiteren Beteiligung zeigte. Der Grundsatzentscheid ist trotzdem zugunsten einer Weiterführung gefallen. An der Abstimmung vom 17. November 2019 hat sich die Bürgerschaft der politischen Gemeinde Niederhelfenschwil mit einer Ja-Mehrheit von 77 Prozent für die Ausarbeitung eines Detailprojektes für die Sanierung des Lernschwimmbeckens ausgesprochen.

Der Aufmarsch zur Informationsversammlung war überschaubar. Simon Thalmann, Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil, umriss nach der Begrüssung den Ablauf der Diskussion um Erhalt oder Aufgabe des Lernschwimmbeckens. Gemeinderat Ruedi Gschwend, Präsident der Projekt- und Baukommission, orientierte über die Merkmale des nun vorliegenden Projektes. In der Kommission haben auch Gabriela Arn, Schulratspräsidentin Niederhelfenschwil, Adelbert Luzio, Schulrat Sproochbrugg, und Roland Zwick, Schulrat Niederhelfenschwil mitgearbeitet.

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Sie informierten: Gemeindepräsident Simon Thalmann, Ruedi Gschwend, Präsident der Projekt- und Baukommission, und Ingenieur Markus Gutknecht von der Firma Jenzer  + Partner, Aarberg.


Schwimmunterricht vor Ort

Ruedi Gschwend wies auf die gute Belegung des Lernschwimmbeckens hin. Von der Oberstufe Sproochbrugg und der Schule Zuzwil wird es zwar nicht genutzt. Aber Primarschüler belegen es während 16 Stunden pro Woche. Zwischen dem Kindergarten und der 4. Klasse erlernen sie dabei das Schwimmen. 29 Stunden wird das Bad durch andere geführte Gruppen (beispielsweise Aquapower und Aquagym) genutzt.

An der Spitze der Vorzüge, welche für eine Sanierung sprechen, führte Gschwend die Möglichkeit eines regelmässigen Schwimmunterrichts an. Dies erlaube es allen Kindern aus den drei Dörfern, während fünf Jahren das Schwimmen zu erlernen und sich am und im Wasser sicher zu fühlen. Im Gegensatz zum Besuch im Bergholz in Wil seien der Weg kürzer und die Transportkosten tiefer. Der Stundenplan könne vor Ort stufengerecht gestaltet werden. Willkommen und sehr geschätzt seien auch die Möglichkeiten zur Fitnessertüchtigung für Erwachsene.


Kosten als Stein des Anstosses

Gegen die Sanierung sprächen höchstens die Kosten von 1,7 Millionen Franken. Mit diesem einzigen negativen Argument spielte Ruedi Gschwend sozusagen den Gegnern den Ball zu, welche diesen in der Diskussion aufnahmen und die Aufwendungen detailliert zerpflückten. Dabei wurden einzelne Bereiche als zu teuer kritisiert, aber auch das ganze Projekt als zu kostspielig und für eine Landgemeinde wie Niederhelfenschwil als überrissen und unnötig eingestuft. Grundlegend neue Argumente gegen die Sanierung wurden aber nicht vorgebracht. Dass die Mehrheit in der Aula dem Projekt wohlwollend gegenüberstand, kam im Applaus zum Ausdruck.

Planungshorizont 25 Jahre

Die technischen Details der Sanierung erläuterte Markus Gutknecht vom Ingenieurbüro Jenzer + Partner AG, Aarberg. Vom Vorprojekt 2015 war es ein langer Weg zum nun vorliegenden Bauprojekt. War anfänglich nur eine Softsanierung ins Auge gefasst worden, sieht das Bauprojekt eine umfassende Sanierung vor, die auf 25 Jahre Dauerhaftigkeit angelegt ist. Dabei ist fast alles an der jetzigen Anlage zu erneuern und etliches zu ergänzen. Heizung und Lüftung gingen regelmässig in den Störfall, so der Ingenieur. Die Bodenabsaugung des Wassers sei heute nicht mehr zulässig. Ein Rückspülbecken fehle. Dafür sind beispielswiese 35'000 Franken voranschlagt. 40'000 Franken müssen allein für die Asbestbeseitigung aufgewendet werden, insgesamt 120'000 Franken für die Instandstellung des Gebäudes. Erneuerungsbedürftig sind auch Garderoben und Duschen, welche künftig geschlechtergetrennt angelegt werden.


87'000 jährliche Betriebskosten

Am 29. November 2020 stimmt Niederhelfenschwil über einen Gesamtkredit von 1,7 Millionen Franken zur Sanierung des Lernschwimmbeckens ab. Es sind jährliche Abschreibungen von 68'000 Franken vorgesehen. Die jährlichen Betriebskosten setzen sich aus den 68'000 Franken Abschreibungen und den 49'000 Franken für den Unterhalt zusammen, was 117'000 Franken ergäbe. Davon abzuziehen sind aber die mit 30'000 Franken budgetierten Erträge, was einen Aufwand von 87'000 Franken ergibt.

Die beiden am Projekt beteiligten Partner, die Oberstufenschulgemeinde Sproochbrugg und die politische Gemeinde Niederhelfenschwil, haben eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen. Diese regelt die Organisation während der Sanierungs- und der Betriebsphase. Bei einer Zustimmung zum Kredit wird mit der Sanierung in den nächstjährigen Sommerferien begonnen. Mit dem Abschluss wird Ende Jahr gerechnet.