Einziger Zeuge der Coronapandemie ist an diesem Freitagabend die Schutzmaske, welche von allen 50 Besuchern ausnahmslos getragen wird. Das ist dann aber auch schon das einzige Merkmal, welches auf Covid-19 hinweist. Natürlich ist die Bibliothek nicht bis auf den letzten Platz besetzt, aber das kommt schon noch. Zumindest hätte sich das Ensemble Vitrail Hundertschaften an Zuhörern verdient, doch ein Anfang zum «Normalen» hin, ist nun endlich gemacht. Unter dem Titel «Colours of Brass» versprachen die fünf Profimusiker ein farbenfrohes, buntes, lebendiges und einzigartiges Konzerterlebnis. Und was versprochen wird, soll eingehalten werden. Für eine Bestätigung genügt hierbei die Aussage von zwei Besuchern in der hintersten Reihe, «das war schlicht und einfach phantastisch. Imponierend finden wir insbesondere Sebastian Benz.» Was die beiden damit meinen, ist die Tatsache, dass Benz nicht nur mit seinem angestammten Instrument, der Trompete verblüfft, sondern gleichzeitig Trompete, Fusspauke und Schellenring spielt; hervorragend.

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Das Ensemble Vitrail entzückt das 50-köpfige Klosterbibliothekspublikum von A, wie Antonio Vivaldi, bis Z, wie Georges BiZet.


Von Pergolesi und Bach bis Vivaldi

Mit dem Programm «Colours of Brass» wird der Zuhörer mitgenommen auf die Reise eines hochstehenden Hörgenusses. Die Spektren von Klang, Zusammenspiel und Dynamik kommen von Beginn an zur Geltung, ebenso weitreichend wird bewiesen, wie vielfältig Blechbläser-Kammermusik sein kann. Amos Gfeller (Tuba), Simon Kissling (Horn), Olivier Koerper (Trompete), Sebastian Benz (Trompete) und David Rufer (Posaune) sind in Höchstform. Bezeichnend, dass sie nach der Bestätigung des Konzerts, vor wenigen Tagen, eine extra Übungseinheit absolviert haben. Eingangs ertönt die «Suite» von Giovanni Battista Pergolesi, die abgelöst wird von Vivaldis «Concerto Grosso» und in Tilman Susato’s «Susato Suite», ein abschliessender erster Konzertteil erfährt. Die darauffolgenden Arrangements von Schumann, Bizet und Bach, setzen dem Ganzen die Krone auf, was ein weiterer Besucher mit der Aussage «phänomenal, perfekt, super», ehrt.