Zurzeit bestehen östlich von Wil drei Spitex-Vereine, die ihren Dienst Personen in acht Gemeinden zur Verfügung stellen: Spitex Uzwil, Wil-Land (Oberbüren, Niederbüren, Zuzwil, Niederhelfenschwil) und Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg. Wie an der von 99 Personen besuchten HV der Spitex Uzwil zu erfahren war, ist geplant, dass sich dieses Trio zu einer einzigen Organisation zusammenschliesst. Anfang 2019 wäre dies der Verein „Spitex Region Uzwil“.Den Anfang der HV vom 30. April im „Marienfried“ machte das Frauenquartett „Acajena“ mit englischen Songs, gut einstudiert, auswendig, ohne Instrumentalbegleitung.

Alle acht Gemeinden sind für die Fusion
In ihrem Jahresbericht nannte Christine Wirth, Präsidentin der Spitex Uzwil, die Gründe, wieso die Spitex-Organisationen ein kontinuierliches Wachstum der geleisteten Einsatzstunden zu verzeichnen hätten. „Die demografische Entwicklung führt dazu, dass in den nächsten 30 Jahren die Zahl der 65 bis 79-jährigen EinwohnerInnen um 40 % zunimmt. Die Zahl der über 80-jährigen Personen wird sich verdoppeln.“

Die politischen Gemeinden sind die Auftraggeber der Spitex-Vereine und tragen die nicht gedeckten Kosten. Sie haben die Verantwortung, dass die Dienstleistung „Spitex“ in allen Gemeinden flächendeckend angeboten wird. Alle acht Gemeinden haben einer Fusionsprüfung im Sommer 2017 zugestimmt.

Projektionsgruppe gebildet
Nach dem Grundsatzentscheid der Vorstände und Gemeinden hat eine Projektgruppe unter der Leitung von Caroline Bartholet (Präsidentin Spitex Oberuzwil-Jonschwil-Lütisburg) unter Beizug einer Beratungsfirma die Überprüfung gestartet.

Die weiteren Mitglieder der Projektgruppe sind die jeweiligen Präsidenten Christine Wirth (Spitex Uzwil) und Alexander Bommeli (Spitex Wil-Land), die drei Geschäftsführerinnen (Regula Fitze, Edith Fisch, Margrit Schönauer) sowie je ein weiteres Vorstandsmitglied (Stefan Frei, Kurt Marti, Roland Hardegger) der drei Spitexvereine. Als externer Berater wirkt Jean-Claude Kleiner.

Der fusionierte Verein hätte rund 70 Mitarbeitende und würde das Einzugsgebiet von 38'000 Einwohnern abdecken.

Spitex-Vereine stimmen im Herbst über die Fusion ab
Die drei jetzigen Spitex-Vereine werden im Herbst 2018 über die Fusion in einer ausserordentlichen HV abstimmen. Der neue Verein wird „Spitex Region Uzwil“ heissen; die Statuten sind erstellt. Die Betriebsaufnahme ist für den 1. Januar 2019 vorgesehen. Ab etwa 2022 ist der Geschäftssitz im Seniorenzentrum Sonnmatt vorgesehen. Man rechnet mit einem Betriebsaufwand von 4,319 Mio. Franken, bei einem Personalaufwand von 3,785 Mio.

An den Kosten beteiligen sich die Krankenkassen mit 44 %, die Kunden mit 20% und die Gemeinden mit 27 %. Auf eine Frage nach dem Sinn der Fusion antwortete Caroline Bartholet, Vorsitzende des Projektteams, die demografische Entwicklung verlange einen qualitativen Ausbau (Stichwörter: Betreuung von Dementen, Betreuung von Psychisch-Kranken, Palliative Care), was mit einer grösseren Organisation eher drin liege. Ein Votant bemerkte, dass bei einem Zusammenschluss der Marienfried-Saal für eine HV nicht mehr ausreiche…

Tamara Inauen blickte zurück
Weiter war dem Jahresbericht zu entnehmen, dass von 22 Mitarbeiterinnen 13 in der Pflege, 4 in der Haushilfe, 3 als Lernende angestellt sind. 2017 wurden 239 Klienten bedient. Der Spitex-Verein zählt gegenwärtig 468 Mitglieder. Interessant dann die Ausführungen von Tamara Inauen, welche am Ende ihrer „Fachfrau Gesundheit“-Lehre steht. Führte sie im ersten Lehrjahr ihren Dienst mit einem Roller aus, so konnte sie ab dem zweiten Lehrjahr dank bestandener Prüfung mit dem Auto ihre vielfältigen Aufgaben anpacken.

Vorstand bestätigt
Das Traktandum Wahlen warf keine hohen Wellen: Der Vorstand wurde bestätigt. Es sind dies (theoretisch für die nächsten vier Jahre, aber bei einer Fusion würde sich das noch ändern!): Christine Wirth, Präsidentin, Kurt Marti, Vizepräsident, Cäcilia Frey, Aktuarin, Daniela Müller, Qualität, René Baer (Öffentlichkeitsarbeit), Regula Müller (Finanzen). Revisionsstelle ist die GPK der Gemeinde Uzwil, für die an diesem Abend Mario von Dach antrat.

Blumensträusse für 4x 10 Jahre
Vier Frauen arbeiten seit zehn Jahren bei der Spitex Uzwil und wurden deshalb mit einem Blumenstrauss überrascht: Edith Jung, Linda Hengartner, Renate Frischknecht. Die Geschäftsführerin Edith Fisch hatte wegen zahlreichen Bienenstichen ihre Teilnahme absagen müssen; auch sie dürfte der Strauss freuen, wenn Christine Wirth ihn ihr zu Hause überreicht. Auch Helen Bühlers 5 Jahre wurden verdankt.

Nach einem weiteren lockeren Auftritt der Acajena-Gruppe war es Zeit für einen vom Vorstand verteilten Imbiss.